Aktuell

Informationen zum Corona-Management im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

„In wenigen Wochen den Betrieb eines ganzen Krankenhauses umzukrempeln, dafür bedarf es eines ungeheuren gemeinschaftlichen Kraftaktes. Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auf ihren Zusammenhalt und die ungeheure Motivation - und da ist keine Berufsgruppe ausgenommen,“ sagt Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen.

„Gefühlt“ bleibt im RKK gerade kein Stein auf dem anderen. Während draußen das Leben zu erstarren scheint, dreht sich im Krankenhaus alles immer schneller. Alle Abläufe wurden neu gedacht, Bereiche geschaffen, andere geschlossen, der Krisenstab tagt beinahe täglich. Und noch immer gibt es jeden Tag neue Erkenntnisse darüber, wie Prozesse und Bereiche noch besser organisiert werden können, um der erwarteten anrollenden Welle schwerkranker infizierter Menschen zu begegnen.

Wichtige Meilensteine der letzten Wochen im RKK

  • Alle geplanten Operationen, die verschoben werden konnten, lange schon abgesagt.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch Schulungen auf den bestmöglichen Stand im Umgang mit Schutzkleidung, Versorgung von Covid-19 Patienten, Beatmung etc. gebracht.
  • Alle müssen ran - die Dienstpläne vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den pflegerischen und medizinischen Bereichen wurden dafür komplett neu organisiert. Besonders das Arbeiten in Schutzbereichen - mit der für Corona-Bereiche vorgeschriebenen Schutzkleidung und den speziellen Atemschutzmasken – muss gut geplant und auf genügend Mitarbeiter aufgeteilt werden, denn das Atmen durch die Masken ist sehr anstrengend.
  • Für besonders gefährdete Mitarbeiter (z.B. bei chronischen Erkrankungen) versucht die Geschäftsführung, individuelle Lösungen für einen anderen Einsatzort in der Klinik zu finden. Falls sich Personal infiziert, hält sich das RKK an die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.
  • Zur Unterstützung des RKK-Personals sind einige erfahrene Mitarbeiter aus der Roland-Klinik gekommen. Patienten, die im RKK notfallmäßig operiert wurden, werden, sobald sie verlegungsfähig sind, in die Roland-Klinik verlegt und dort gemeinsam mit den RKK- und den Roland Klinik- Ärzten weiter visitiert und versorgt.
  • Das RKK hat eine zweite Notaufnahme für Corona-Verdachtsfälle und -Infizierte eingerichtet, mit eigener Zuwegung für den Rettungsdienst inkl. pflegerischem und ärztlichem Personal und mit allen notwendigen Gerätschaften, Anschlüssen, Ausrüstung etc. Wenn infizierte Menschen einer stationären Behandlung bedürfen, bringt der Rettungsdienst diese Patienten nach einem bestimmten Schlüssel zu allen an der Covid-19-Versorgung beteiligten Bremer Krankenhäusern.
  • Die Kapazitäten der Intensivstation wurden räumlich und personell erweitert, inkl. Trennung von Corona- und nicht-Corona Patienten. Die Anzahl der so genannten Beatmungsbetten wurde im RKK zunächst verdoppelt. Eine weitere Kapazitätserhöhung ist denkbar, wenn hierfür notwendige Gerätschaften und Ausrüstung seitens der Behörden zur Verfügung gestellt werden können.
  • Krankenhausstationen wurden zu Corona-Stationen umorganisiert, inkl. aller notwendigen Umzüge, Vorbereitungen und Schulungen der Mitarbeiter. Stand heute stehen 65 Betten zur Verfügung - je nachdem, wie viele noch nicht bestätigte Verdachtsfälle isoliert in Einzelzimmern auf das Testergebnis warten. Die Kapazitäten können sofort erweitert werden.
  • Einzelne Stationen wurden als Ruhe- und Cateringbereiche für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen. „Die Pausenzeiten und adäquate Ruhebereiche mit Catering, ggf. auch physiotherapeutischer und psychologischer Unterstützung sind uns sehr wichtig,“ betont Barbara Scriba-Hermann, Pflegerische Geschäftsführung.

Notfälle werden im Akutkrankenhaus RKK täglich weiter behandelt und operiert – ob Herzinfarkt, Unfall, schwere Durchblutungsstörungen, Krebserkrankung. „Hier sollte wie gewohnt der Rettungsdienst angerufen werden, der die Notfälle zu uns in die Zentrale Notaufnahme bringt“, sagt Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme des RKK. Er betont: „Bei Verdacht auf Ansteckung bitte nicht selbständig in Krankenhäuser oder Arztpraxen gehen sondern von zu Hause telefonisch Kontakt aufnehmen zum Arzt, Gesundheitsamt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst.“

Ins Rotes Kreuz Krankenhaus kommen viele chronisch kranke Menschen für ihre Behandlung: schwer Schmerzkranke, Rheuma-Patienten, Menschen, die auf die Dialyse angewiesen sind. Sie gehören der Risikogruppe an, für die eine Ansteckung mit dem Virus schwerwiegende Folgen haben kann. „Der Focus in Deutschland liegt im Moment auf der Versorgung der Covid-Kranken und auf der Eindämmung der Pandemie. Aber wir dürfen darüber keinesfalls die anderen Notfälle und auch nicht die chronisch Kranken im Stich lassen“, so Klingelhöfer.

Bereits geplante Sprechstundentermine finden statt. Das RKK informiert die Patientinnen und Patienten telefonisch, wenn ein Termin abgesagt werden muss. Die Physiotherapeuten im Physio K, dem großen Therapiezentrum für Physikalische Medizin, führen weiterhin ärztlich verschriebene ambulante Einzeltherapien durch. Auch die Praxen im Ärztehaus Forum K an der Osterstraße 1a sind weiter in Betrieb.

Die Klinik hat aufgrund des Besuchsverbotes eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Unter Tel. 0421-5599-0 haben geschulte Mitarbeiterinnen ein offenes Ohr und finden individuelle Lösungen im Kontakt zwischen den Patienten und ihren Liebsten. Nicht nur die Angehörigen haben so ein Auffangnetz. Ein Pool von Mitarbeitern bedient eine zweite Hotline nur für RKK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren vielfältigen Fragen. Mit im Team ist das Hygiene-Team, die Klinik-Psychologinnen und die Seelsorgerinnen, die auch für Einzelgespräche zur Verfügung stehen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus unterliegen im Moment einem extrem großen Flexibilitäts- und Anpassungsdruck. Die Situation ist für viele Menschen beängstigend, davon ist das Krankenhauspersonal nicht ausgenommen. Es bleibt trotzdem bei der Stange. Die Geschäftsführung des Krankenhauses wandte sich heute an die Mitarbeiterschaft, um sich zu bedanken. „Ihr Einsatz zum Wohle der Patienten ist nicht selbstverständlich. Er war es vor der Corona-Krise nicht und das gilt jetzt umso mehr. Die Geschäftsführung dankt Ihnen von ganzem Herzen dafür, dass Sie sich einbringen, zueinander stehen, miteinander das Unmögliche möglich machen, um dieser beispiellosen Herausforderung zu begegnen,“ so Klingelhöfer.

Am 29. Februar 2020 ist Rare Disease Day: Selten sind viele!

Eine Veranstaltung der Rheuma-Liga Bremen e.V. in Kooperation mit dem Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen und der Aktion Schrittmacher zum internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen.

Stellvertretend für die rund 4 Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung in Deutschland startet die Veranstaltung mit einem Spaziergang am Werdersee entlang zum Rotes Kreuz Krankenhaus.
Während des Gangs können sich die Teilnehmenden mit Marion Riedel - selbst Betroffene und ehrenamtliche Ansprechpartnerin der Rheuma-Liga Bremen für seltene Erkrankungen sowie Initiatorin der Aktion Schrittmacher – mit Rheuma weitwandern – und weiteren AnsprechpartnerInnen austauschen.

Im Anschluss an den Spaziergang findet die Veranstaltung im Tagungszentrum Forum K des Roten Kreuz Krankenhaus statt. Professor Dr. med. Jens Gert Kuipers, Chefarzt der Klinik für internistische Rheumatologie und Leiter des Regionalen Kooperativen Rheumazentrums Bremen ist der Hauptredner der Veranstaltung. Professor Kuipers verdeutlicht: seltene Erkrankungen sind häufig!
Darüber hinaus werden seltene rheumatische Erkrankungen im Kindesalter angesprochen und es stehen weitere MedizinerInnen aus dem Regionalen Kooperativen Rheumazentrum Bremen und als Betroffene Marion Riedel für einen Austausch mit den Teilnehmenden zur Verfügung.

Interdisziplinäre Intensivstation im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ ausgezeichnet

Die Interdisziplinäre Intensivstation des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) ist von Pflege e.V. als „angehörigenfreundliche Intensivstation“ ausgezeichnet worden. Am Dienstag, 11. Februar 2020, überreichte die RKK-Geschäftsführung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Zertifikat und bedankte sich für Ihr Engagement und ihre beispielhafte Unterstützung für Patienten und Angehörige in schwierigen Lebenssituationen. Blumen gab es zusätzlich für die „Angehörigengruppe“ der Intensivstation, die bereits seit 2015 kontinuierlich an der Unterstützung des Intensivteams für Patienten und Angehörige arbeitet.

„Natürlich haben wir uns über die Auszeichnung und die Anerkennung des Vereins Pflege e:V. sehr gefreut. Im RKK haben wir die Angehörigen als Teil des therapeutischen Konzeptes für Intensivpatienten fest integriert“, erklärt Intensivpfleger Alwin Rusche, der gemeinsam mit drei Kolleginnen bereits 2015 ein Konzept für die Angehörigenarbeit ausgearbeitet hatte. Weitere Fortschritte in der angehörigenfreundlichen Arbeit im RKK sind neben der uneingeschränkten Öffnungszeit beispielsweise der separate Rückzugsraum für Gespräche mit Angehörigen, externe Kommunikationsschulungen für die Mitarbeiter und eine Lob- und Kritikbox für Rückmeldungen der Angehörigen, die ins Qualitätsmanagement der Klinik einfließen. Angehörige dürfen im RKK auch bei leichten Pflegetätigkeiten helfen und beispielsweise das Gesicht des Patienten waschen, Essen reichen oder den Mund befeuchten.

„Viele Angehörige stehen zuerst ratlos neben dem Bett und sind verunsichert, was sie überhaupt dürfen“, beschreibt Rusche die Situation, wenn Angehörige das erste Mal zu Besuch kommen. „Wir möchten trotz der ungewohnten Situation auf der Intensivstation Berührungsängste gegenüber dem medizinischen Personal, den Geräten und auch manchmal gegenüber den Patienten abbauen und so den Genesungsprozess der Patienten unterstützen“, erklärt der erfahrene Pfleger und betont: „Das ist verbunden mit Respekt, Mitgefühl und der Bereitschaft, den Angehörigen in verständlicher Sprache ehrlich und zugewandt Orientierung und Informationen zu geben“ – trotz Stress und Arbeitsbelastung“.

„Der Angehörige spielt als vertrauter Mensch für den Intensivpatienten nachweislich eine besondere Rolle und trägt wesentlich zur Genesung von Patienten bei. Intensivpatienten haben das Recht, für sie wichtige Menschen in der Nähe zu haben und ihre Unterstützung so oft wie nötig in Anspruch zu nehmen“, so die Stiftung Pflege e.V.. Die Berliner Stiftung hat es sich zur Aufgabe macht, die Qualität der Pflege in Deutschland nachhaltig zu fördern. Ein wesentlicher Teil der Auszeichnung als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ ist deshalb die zeitlich uneingeschränkte Öffnung der Intensivstation für Angehörige.

Das Foto ist zum Abdruck frei

Georg-Haas-Promotionspreis für außergewöhnlich gute Doktorarbeit geht an Dr. Stefanie Haag aus dem RKK

Dr. Stefanie Haag, Assistenzärztin der Medizinischen Klinik am Rotes Kreuz Krankenhaus, hat mit ihrer Doktorarbeit den renommierten Georg-Haas-Preis gewonnen. In einer Langzeitbeobachtung über knapp 3 Jahre untersuchte sie bei 215 Dialysepatienten aus verschiedenen deutschen Dialysezentren den Shuntfluss und das Herzzeitvolumen. Mit diesen Ergebnissen konnte die engagierte Medizinerin zwei Parameter (TEDVI und TEF) berechnen, die in dieser Art erstmals in einer großen Studie bei Menschen zum Einsatz kamen.

Die neuen Parameter sind „alltagstauglich“ und während der Dialyse leicht zu messen. Sie geben wichtige Hinweise darauf, welcher Patient überwässert ist und wer eine Herzschwächte aufweist und damit in Gefahr ist, früher zu versterben. Mit Hilfe der Messungen und Erkenntnisse können Ärzte zukünftig Medikamentengaben und die Dialyseeinstellungen ihrer Patienten besser koordinieren und individueller anpassen.

Eine Jury aus renommierten Nephrologen verlieh der jungen Ärztin, die zurzeit eine Weiterbildung zur Internistin macht, Urkunde und Preis für die außergewöhnlich gute Doktorarbeit Ende 2019 in Frankfurt. Der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V., Bundesverband der vertragsärztlich niedergelassenen Nephrologen in Deutschland, schreibt den Georg Haas-Preis jedes Jahr als Doktoranden-Preis für Arbeiten zum Gesamtspektrum der Urämie und deren Behandlung aus. Der Preis ist benannt nach dem deutschen Arzt Georg Haas (1886-1971), der 1924 die weltweit erste „Blutwäsche“ außerhalb des Körpers mit Erfolg am Patienten durchführte und die Hämodialyse begründete.

Weitere Informationen

Neuer Chefarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Rotes Kreuz Krankenhaus hat einen neuen Chefarzt. Dr. med. Alexander Friedemann, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie / Spezielle Viszeralchirugie, leitet die Klinik seit Januar.

Nach seinem Studium und Promotion in Heidelberg und Mannheim arbeitete der 53-Jährige in Berlin, Verden und verschiedenen Bremer Krankenhäusern, bevor er sich 2016 für eine Karriere im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen entschied. Zu den Behandlungsschwerpunkten des gebürtigen Mannheimers zählen Operationen am Mast- und Dickdarm bei gutartigen oder bösartigen Erkrankungen (kolorektale Chirurgie), chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Refluxerkrankungen sowie die Therapie von Hernien und Adipositas.

„Die minimal invasive Chirurgie und schonende Operationsmethoden sind ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik. Wir freuen uns, mit Dr. Friedemann einen sehr erfahrenen Operateur und Teamplayer zum Chefarzt ernennen zu können. Er hat sich - zuletzt bereits als kommissarischer Leiter der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie - einen sehr guten Ruf in Bremen und Umgebung erarbeitet“, so Dr. Walter Klingelhöfer, kaufmännischer Geschäftsführer des RKK.

Dr. Friedemann ist verheiratet, begeisterter Rennradfahrer und wohnt in Bremen. Er freut sich auf die intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.

50 Jahre Dialyse am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen 2019

– und: Patientin geehrt für ihr 40-Jähriges Jubiläum an der Dialysemaschine

1969 wurde unter Chefarzt Prof. Dr. Jürgen Gayer in Bremen am RKK eine der ersten Dialyse-Einrichtungen Norddeutschlands eröffnet. Aufgabe der Dialyse ist es, das Blut von Abfallprodukten zu befreien und zu entgiften – was eigentlich Arbeit der menschlichen Niere ist. „Wenn die Nieren ihre Aufgaben jedoch nicht mehr erledigen können – sei es aufgrund eines Unfalls mit akutem Nierenversagen oder wegen chronischem Nierenversagen – ist die Blutwäsche unumgänglich“, erklärt Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal. Er ist seit 2008 Chefarzt der Medizinischen Klinik und Ärztlicher Geschäftsführer am RKK. Vor ihm, ab 1988, war Prof. Hartmut Zschiedrich Chefarzt der Abteilung für Nieren-und Hochdruckkrankheiten.

Beim meistverwendeten Dialyseverfahren, der Hämodialyse, wird das Blut dreimal in der Woche für vier bis fünf Stunden gefiltert. „Heute gibt es verschiedene hochmoderne Nierenersatztherapien, mit denen Patienten umfassend behandelt werden können – das war nicht immer so“, betont der Nierenspezialist Herget-Rosenthal. „Vor wenigen Jahrzehnten bestimmten in Deutschland noch besondere Ethik-Komitees darüber, wer einen Platz an einer der lebensrettenden, seltenen Dialysemaschinen im Land bekam. Jüngere Patienten oder Eltern mit kleinen Kindern hatten meist bessere Chancen als Senioren“, so der Chefarzt. Noch vor 60 Jahren dachte niemand daran, Patienten mit chronischer Nierenschwäche jahrelang mittels Blutwäsche zu behandeln. Es wurden lediglich Patienten mit vorübergehendem Ausfall der Nierenleistung einige wenige Male dialysiert. Damals war die Blutwäsche nicht so verträglich wie heute und dauerte teilweise mehr als doppelt so lange. „Patienten kämpften mit Übelkeit und Muskelkrämpfen, während sie zehn bis zwölf Stunden an das Gerät angeschlossen waren“, ergänzt Anja Segerdiek, Pflegerische Leitung des Dialysezentrums.

Nach Berechnungen des IGES-Instituts wir die Zahl der Dialysepflichtigen in Deutschland im Jahr 2020 über 100.000 liegen. Im RKK-Dialyse-Zentrum werden mehr als 7000 Dialysen jährlich durchgeführt. Die Weiterentwicklung und Modernisierung der Dialyse am RKK schreitet fort. 2016 öffnete das neue Dialyse-Zentrum mit 12 Betten für teilstationäre und vier Betten im gesonderten, angeschlossenen Bereich für stationäre Dialysepatienten - in direkter Anbindung an die Intensivstation. Helle Räume mit großen Fenstern und moderne Flachbildfernseher an jedem Bett waren einige Highlights des neuen Bereichs. Das RKK engagiert sich auch in der Forschung: Um das weltweite Wissensloch der häufigen, plötzlichen Verschlechterung der Nierenleistung hochbetagter Patienten zu stopfen, startete die Medizinische Klinik 2018 eine ATEMPO-Studie – gefördert durch die renommierte Dr. Werner Jackstädt-Stiftung.

40 Jahre an der Dialysemaschine – ein besonderes Jubiläum

Eine, die sich mit der Weiterentwicklung der Dialyse in den vergangenen 40 Jahren auskennt, ist Brigitte H. Krämpfe, Erbrechen, Blutdruckabfälle – einige Begleiterscheinungen prägten auch ihre ersten Jahre der Blutwäsche. „Der Umstieg von Acetat- auf Bicarbonat-Dialysen brachte mir damals große Erleichterung“, fachsimpelt die 69-Jährige heute. Sie kennt sich aus – und hat schon bei der Ausbildung vieler Ärzte und Pflegefachkräfte „geholfen“. Am 19. Dezember 2019 wird ein großes Aufgebot an Gratulanten der Klinik an ihrem Bett stehen: Dann jährt sich der Tag ihrer allerersten Blutwäsche im RKK zum 40. Mal.

Brigitte H. ist 13 Jahre alt, als sie an einer Nierenentzündung (Nephritis) erkrankt. Die Krankheit wird zwar erkannt und behandelt – heilt aber dennoch nicht. „Bei zwei bis drei Prozent der Patienten wird die Krankheit chronisch – da kann man nichts manchen“, weiß sie. Bis 1979 führt Brigitte H. ein relativ normales Leben. „Ich hatte meist keine Schmerzen. Einmal habe ich aber ein ganzes Jahr in der Schule gefehlt und dann durfte ich einfach eine Klasse überspringen, das habe ich gut hingekriegt“, erinnert sie sich lächelnd. Die junge Frau schließt die Handelsschule ab, arbeitet in der Buchhaltung einer Sulinger Firma, heiratet. „Aber natürlich wurden meine Nierenwerte in der ganzen Zeit immer schlechter. Ich war oft erschöpft, hatte Kopfschmerzen und einen zu hohen Blutdruck“, erinnert sie sich. Am 19. Dezember 1979 geht plötzlich nichts mehr. Die 29-Jährige wird vom Hausarzt direkt auf die Intensivstation des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen überwiesen. Sie bekommt kaum noch Luft, kann nicht liegen, nicht schlafen. Dort wird sie zum ersten Mal an die Dialysemaschine angeschlossen. Seitdem kommt Frau H. dreimal in der Woche für fünf Stunden (seit 2019 sind es vier Stunden) ins Dialysezentrum des RKK.

Dialysepfleger Christian Kecht hat es ausgerechnet: Addiert man die gesamten Stunden, die die Seniorin aus Sulingen in ihrem Leben bislang an einer Dialysemaschine angeschlossen war, kommt man auf drei ganze Jahre und vier Monate – am Stück. „In den vergangenen 40 Jahren hat Frau H. alleine mit den Kilometern zu den Dialyseterminen von Sulingen nach Bremen und zurück 12 Mal die Erde umrundet“, staunt Kecht, der die Patientin nun bereits seit 17 Jahren kennt und schätzt.

Krankheit und Dialyse schwächen den Körper. Brigitte H. weiß, dass ihr „Jubiläum“ ein seltenes ist. Einmal, mit 39 Jahren, hat sie das große Abenteuer einer Nierentransplantation gewagt. “Leider hat die Niere in meinem Körper nicht angefangen zu arbeiten. Ich lag sechseinhalb Wochen auf der Intensivstation – gefühlt mehr im Himmel als auf der Erde. Das war ein so schreckliches Erlebnis für mich, dass ich mich gegen einen weiteren Versuch entschieden habe und nicht mehr auf die Warteliste für eine neue Spenderniere wollte. Ich bin den Mitarbeitern - aber auch meinem Mann und meinem Bruder sehr sehr dankbar für die liebevolle Hilfe und Betreuung all die Jahre. Ich bleibe hier im RKK – das ist gut so, wie es ist“, sagt sie.

Pressefoto 50 Jahre Dialyse am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen 2019:
  
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Ärzte des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen veröffentlichen wissenschaftliche Arbeiten zu seltener Infektionserkrankung eines Hundebesitzers 2018

Ärzte der Medizinischen Klinik und der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) haben Anfang November 2019 im „European Journal of Case Reports in Internal Medicine“ einen Case Report veröffentlicht. Sie dokumentierten die Behandlung eines Patienten mit einer äußerst seltenen Infektionserkrankung, dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus, die 2018 bei einem Bremer Patienten auftrat. „Weltweit gibt es kaum Veröffentlichungen dazu. Tritt ein so seltener Fall auf, sind wir Ärzte verpflichtet, die Behandlung zu dokumentieren und für Kolleginnen und Kollegen in der medizinischen Fachpresse zu veröffentlichen“, erklärt Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme und ärztlicher Leiter der Internistischen Intensivstation am RKK. „Auch wir haben während der Behandlung des Patienten von den Veröffentlichungen unserer Kollegen profitiert.“

Ein Patient kam im August 2018 nach drei Tagen anhaltender schwerer Grippesymptome, Fieber, Luftnot und Einblutungen in Haut und Schleimhäuten – Zeichen einer schweren Blutvergiftung – in die Notaufnahme des Rotes Kreuz Krankenhaus. Trotz sofortiger Einleitung einer kalkulierten Breitband-Antibiotika-Therapie verschlechterte sich sein Zustand zunehmend, er starb am 16. Tag auf der Intensivstation an multiplem Organversagen. Im Labor wurde der schwer nachweisbare, seltene Erreger Capnocytophaga canimorsus in der bebrüteten Blutkultur gefunden. Dieses Bakterium ist Teil der natürlichen Mundflora von diversen Tieren, vor allem aber von Hunden und Katzen. Der Bremer Patient war Hundebesitzer.

Für Tiere ist der Erreger unschädlich, beim Menschen kann er zu Infektionen und im seltenen Fall zum Tode führen. Die Infektion erfolgt überwiegend durch Bisse von Hunden aber auch durch Lecken von Hautdefekten. Das Spektrum der Infektion reicht von selbstlimitierender lokaler Hautinfektion bis zur schweren Blutvergiftung (Purpura fulminans). „Nicht jeder Patient, den die Infektion trifft, hat einen schweren Verlauf. Bei schweren Verläufen sterben jedoch etwa ein Viertel der Patienten. Betroffene Patienten, die gebissen und infiziert wurden, haben in der Regel zusätzlich ein geschwächtes Immunsystem, sind alkoholkrank oder haben eine Milzentfernung hinter sich. Unser Patient gehörte zu keiner dieser Risikogruppen. Der schwere Verlauf ohne die genannten Risikofaktoren und ohne Biss durch einen Hund ist ausgesprochen selten. Wir gehen davon aus, dass eine frühere Vorstellung im Krankenhaus und eine frühere Antibiotikatherapie den schweren Verlauf der Erkrankung deutlich abgemildert hätte“, erklärt Chefarzt Dr. Langenbeck.

Bislang ist weltweit nur ein einziger weiterer Fall veröffentlicht worden, bei dem der Krankheitsverlauf eines Patienten mit gutem Immunsystem, der nicht gebissen, sondern nur von einem Hund abgeleckt wurde, einen so schweren Verlauf wie bei dem Bremer Patient aufwies.

In einer weiteren Veröffentlichung, einer Meta-Analyse, setzten sich die Ärzte des Rotes Kreuz Krankenhauses mit weltweit vorhandenen Studien und beschriebenen Fällen ab 2002 auseinander. Sie werteten die 128 Fälle aus, die eine Infektion erlitten obwohl keine der bekannten Risikofaktoren wie die in Bremen vorhanden waren.

Chefarzt Dr. Langenbeck fasst die daraus resultierenden Empfehlungen für die Bevölkerung zusammen:
Bei Tierbissen sollte die Wunde sofort selbst gesäubert werden, um sie anschließend von einem Arzt professionell reinigen zu lassen lassen. Es ist wichtig, möglichst wenig Keime in die Wunde gelangen und die Gefahr schwerer septischer Verläufe reduziert wird. Nach einem Tierbiss sollten bestimmte Patienten eine Antibiotikaprophylaxe erhalten - für wen das notwendig ist, entscheidet der Arzt. Derzeit ist aber noch nicht abschließend geklärt, ob eine generelle Antibiotikaprophylaxe bei Hunde-/Katzenbissen empfohlen werden kann.

Auch Patienten , die keine Störung des Immunsystems haben und regelmäßig mit Speichel von Hunden oder Katzen in Kontakt kommen, sollten bei ungewöhnlich schwer verlaufenden Infekten mit Grippesymptomen und Kopfschmerzen zum Arzt gehen und diesen über den regelmäßigen sehr engen Kontakt mit Ihren Hunden oder Katzen informieren. Der Arzt kann anhand der Blutwerte feststellen, ob ein bakterieller Infekt vorliegt. Falls eine Infektion mit Capnocytophaga canimorsus vorliegt, kann der Arzt frühzeitig Penicillin in Kombination mit einem Beta-Lactamase-Hemmer verschreiben und Schlimmeres verhindern.

Trotzdem bleibt das Risiko, an einer derartigen Infektion zu erkranken, für immunkompetente Menschen, die nicht gebissen wurden, ausgesprochen gering.

Die Fotos mit Copyright Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen entstanden explizit zur wissenschaftlichen Dokumentation in der Case-Studie im European Journal of Case Reports in Internal Medicine. Sie sind nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Press Statement (English): Doctors from the Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen publish scientific articles dealing with infectious disease of dog owner in 2018 (PDF 41KB)

Weitere Informationen:

38. Bremer Rheumasymposium

Größte Rheuma-Ärztefortbildung Nordwestdeutschlands

Das Bremer Rheumazentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) organisiert jährlich das „Bremer Rheumasymposium“ - die größte Rheuma-Ärztefortbildung in Nordwestdeutschland. In diesem Jahr werden zum 38. Mal Ärzte und Wissenschaftler ins Tagungszentrum der Klinik kommen, um sich über den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen auszutauschen. Die Themen des Symposiums sind nach den Wünschen der teilnehmenden Haus- und Fachärzte für ihre tägliche Praxis ausgerichtet. Die Volkskrankheit Rheuma ist mit ihren zahlreichen verschiedenen Krankheitsbildern ein komplexes Feld. Wichtig für die schnelle Diagnose ist neben der engen Kooperation der beteiligten Berufsgruppen auch die Weiterbildung von Hausärzten, Orthopäden und Rheumatologen – gerade in Zeiten des deutschlandweiten Mangels an Rheumatologen. Dieser Aufgabe widmet sich das anerkannte und DGRh-zertifizierte (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. ) Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus.

Die Themen 2019 sind:

  • Rheumatoide Arthritis - Eine heilbare Erkrankung?
  • Rheumatische Manifestationen am peripheren Nervensystem
  • Systemische Sklerose - Aktuelle Aspekte der Diagnostik und Therapie
  • Borreliose – State of the Art
  • Physikalisch – Physiotherapeutische Therapieoptionen inklusive Orthesen

Hintergrundinfo Rheuma

Rheuma ist der Oberbegriff für mehr als 100 verschiedene Erkrankungen, die zum Teil durch Entzündungen hervorgerufen werden – von Beschwerden und Krankheiten des Bewegungsapparates über entzündlich-rheumatische Erkrankungen der inneren Organe bis zu Bindegewebs- und Knochenerkrankungen, wie Osteoporose oder Gelenkverschleiß (Arthrose). Fast jeder vierte Deutsche ist von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Die Situation von Rheumapatienten hat sich in den vergangenen 20 Jahren aufgrund des medizinischen Fortschritts deutlich verbessert. „Gelenkschmerzen und Behinderungen können heutzutage bei einem Großteil der Betroffenen verhindert werden. Viele Patienten profitieren heute von neuen biotechnologisch hergestellten Antikörpern, die deutlich besser wirken, weil sie gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen“, so Prof. Dr. Jens Gert Kuipers, Chefarzt des Bremer Rheumazentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus.

14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e.V. vom 14.-16. November 2019 im Congress Centrum Bremen

Vortrags-Input kommt auch aus dem Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Alle an Bord - das ist das Motto des diesjährigen DGINA-Kongresses vom 14.-16. November in Bremen. Auf der 14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin treffen sich jedes Jahr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten, der Krankenpflege sowie Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen aus ganz Deutschland.

Fachlichen Input zum Kongress gibt Bettina Klatt, Abteilungsleiterin Aufnahme und Diagnostikzentrum im RKK gleich zweimal. Am Freitag, 15.11. um 16 Uhr hilft ihr Vortrag bei der Einordnung: “Wer kriegt den Oberbauchschmerz”? Eine knifflige Frage in den Zentralen Notaufnahmen. Wie umgehen mit einem Patienten, der unklare Schmerzen äußert? Wer ist zuständig - die Chirurgen oder die Internisten?

Am Samstag, 16.11. berichtet sie ab 11 Uhr über SBAR, das im RKK eingeführte Übergabesystem in der ZNA. Wie wird eine schnelle, gute umfassende Übergabe im Schockraum durchgeführt zwischen Rettungsdienst und Klinik?

Weitere Informationen zum Kongress und zum Programm finden Sie auf www.dgina-kongress.de.

Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard besucht Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Der erste „Antrittsbesuch“ der neuen Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard in einem freigemeinnützigen Bremer Klinikum galt am Mittwoch, 30. Oktober dem Rotes Kreuz Krankenhaus in Bremens bevölkerungsreichstem Stadtteil, der Neustadt.

Die Senatorin erkundete die Klinik auf Patientenpfaden: Die Führung begann in der Notaufnahme und ging weiter mit dem Notfallaufzug direkt zum Herzkatheterlabor und weiter in den Hybrid-OP. Es folgten unter anderem Abstecher auf die Stationen.

Danach sprach die Senatorin mit Verantwortlichen des Hauses und Kuratoriums über die medizinischen Schwerpunkte des RKK, die Zukunft der Notfallversorgung, Ausbildungs- und Rekrutierungsmaßnahmen für Pflegepersonal sowie anstehende Investitionsvorhaben.

35 Jahre Grüne Damen und Herren am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Lob und Dank gab es am Freitag, 20. September, von allen Seiten zu hören, als die Grünen Damen und Herren ihr 35-Jähriges Bestehen im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) feierten. Barbara ten Haaf, Gründerin der Gruppe am 20.9.1984, erinnerte an die Zeit, als diese Art ehrenamtlicher Tätigkeit am RKK noch neu war. In der Klinik gab es innerbetriebliche Diskussionen und Ängste, ob Grüne Damen dem Pflegepersonal die Arbeit wegnehmen könnten. Räumlichkeiten mussten erst frei gemacht werden – so trafen sich die ersten drei Grünen Damen zunächst in einer ehemaligen Besenkammer. Frau ten Haaf leitete die Gruppe 30 Jahre lang.

Vom ersten Tag an ist die 81-Jährige Thea Schmitz dabei. Die von der Insel Norderney stammende Grüne Dame, seit 1957 in Bremen, fährt auch heute noch mit dem Fahrrad 25 Minuten ins RKK, um Patienten Zeit und Hilfe zu schenken. „Wir hatten eine eigene Firma und haben drei Söhne, aus denen etwas geworden ist. Es ging und geht uns gut, ich wollte gerne etwas von meinem Glück weitergeben“ sagt die Seniorin aus Huchting zu ihren Beweggründen für das Ehrenamt. Sie tritt zwar zurzeit etwas kürzer, ans Aufhören denkt sie aber noch nicht. Für viele ältere Patienten sei es schön, wenn sie sich mit jemandem austauschen können, der in ihrem Alter ist und weiß, wovon sie sprechen. Der Landesdiakoniepastor der Bremischen Evangelischen Kirche und Vorstand des Diakonischen Werk Bremen, Manfred Meyer, überreichte Frau Schmitz, die Mitglied in der evangelischen Krankenhaushilfe ist, am 20.9.19 das Kronenkreuz in Gold als Zeichen der Wertschätzung.

Vor zehn Jahren, 2009, stieß Christel Menzer als ehrenamtliche Grüne Dame zum Team. Sie übernahm fünf Jahre später die Leitung der Gruppe, die zurzeit aus 22 Damen und einem Herrn besteht. Ein Teil des Teams ist speziell fortgebildet und begleitet die zertifizierte Expertin für Demenz im Krankenhaus, Karen Steixner, bei ihrer täglichen Arbeit mit dementiell erkrankten Patienten. „Wir Grünen Damen und Herren ergänzen die pflegerischen, therapeutischen und seelsorgerischen Bemühungen der Fachkräfte. Wir geben den Patienten die Möglichkeit, ihre persönlichen Wünsche zu äußern und das anzusprechen, was sie bewegt, unabhängig von Ihrer Religionszugehörigkeit. Ich bin sehr stolz auf mein Team, es herrscht ein fröhlicher Geist in unserer Gruppe und wir halten fest zusammen. Wir tauschen uns aus, bekommen Supervision, Fortbildung und jede Unterstützung seitens des RKK, die wir uns für unsere ehrenamtliche Arbeit wünschen können.“

Die Pflegerische Geschäftsführerin des Rotes Kreuz Krankenhauses, Barbara Scriba-Hermann, machte in ihrer Rede den heutigen Stellenwert der Grünen Damen und Herren im RKK deutlich: „Sie machen die Welt in unserem Krankenhaus schöner und glücklicher. Sie sind ein wichtiger, sinnstiftender Baustein in unserem Haus und leisten einen großen humanitären Beitrag zur Gesellschaft. Danke an Sie alle für die gute Zusammenarbeit!“

Wer sich für die ehrenamtliche Tätigkeit als Grüne Dame oder Herr im Rotes Kreuz Krankenhaus interessiert, kann die Teamleiterin Christel Menzer unter Tel. 04207 / 2453 oder per E-Mail an: gruenedamen@roteskreuzkrankenhaus.de erreichen.

Skills-Kurs 2019: Ärztlicher Nachwuchs trainiert für den chirurgischen Alltag

Nahttechniken am echten Dünndarm (vom Schwein) erlernen, minimal-invasive Operationstechniken an künstlichen Gelenken und Bauchhöhlen üben: Was später im ärztlichen Alltag zum Handwerkszeug gehört, lernt sich nicht von allein.

Junge Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung der Fächer Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie trainieren im RKK unter Aufsicht von erfahrenen Chef- und Oberärzten ihre technischen Fertigkeiten.

Der so genannte Skills-Kurs, der regelmäßig organisiert wird, ist ein wichtiger Baustein im Weiterbildungsangebot für chirurgische Assistenten am RKK.

Zugkraft für das Knochenwachstum

Chefarzt Dr. Dirk Hadler und Patientin im Beitrag von Radio Bremen TV zum Thema Segmenttransport

Wenn zum Beispiel nach einem Unfall größere Knochenteile und infiziertes Gewebe radikal entfernt werden müssen, ist guter Rat teuer. Eine Amputation war lange Zeit der einzige Behandlungsweg. In Bremen hat sich Dr. Dirk Hadler, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) auf ein besonderes Verfahren spezialisiert, dass die drohende Amputation einer Extremität verhindern kann: den Segmenttransport, einem biologischen Knochendefektaufbau. Als sich Patientin Maren Leppins Knochen nach einem Motorradunfall 2017 bei der Behandlung infizierte und nicht mehr heilte, kam sie 2019 ins RKK. Hier soll ihr Knochen mithilfe eines externen Ringfixateurs neu wachsen.

Der Segmenttransport nimmt im Operationssaal seinen Anfang: Der Chirurg durchtrennt den Knochen an einer geeigneten Stelle und verbindet den Fixateur mithilfe von Schrauben und Drähten an den beiden Knochenenden. Schon wenige Tage nach der OP beginnt im Knochen der Wachstumsprozess. Mehrmals täglich muss nun, 10 Tage nach der dreistündigen OP, auch Frau Leppin eigenständig und nach einem festgelegten Schema an einer kleinen Schraube am oberen Ende des Fixateurs drehen – bei einem Defekt von 5,5 cm etwa 55 Tage lang. Dadurch wird das gesunde Gewebe auseinandergezogen, um insgesamt einen Millimeter täglich. Im entstehenden Zwischenraum bildet sich neue Knochenmasse.

Dieser neu gebildete Knochen ist stabiler, als wenn Knochenmaterial aus dem Beckenkamm genommen und der Defekt damit aufgefüllt würde. Regelmäßige Röntgenuntersuchungen sichern in dieser Zeit den korrekten Fortschritt der Therapie. Bis der Knochen wieder normal belastet werden kann, braucht es noch einmal doppelt so lange. Während der Knochen nach dem Entfernen des Ringfixateurs vollständig aushärtet, wird Frau Leppin noch etwa sechs bis acht Wochen lang eine stabilisierende Orthese tragen und durch regelmäßige Physiotherapie den Knochen und die Muskeln stärken müssen.

Den Beitrag im Radio Bremen TV vom 4.9.19 ansehen…

Kater Ernie auf Stippvisite

Mehrmals die Woche geht der große Maine Coon Kater Ernie an der Seite seiner Besitzer in Bremen spazieren und ist dadurch längst über die Grenzen Bremens hinaus bekannt geworden.

Nachdem Dagmar und Torsten Nürnberger den mittlerweile 8-Jährigen Ernie 2012 in sehr schlechtem Allgemeinzustand über die Bremer Katzenhilfe bekamen und ihn liebevoll aufpäppelten, folgt er seinen beiden Lebensrettern nämlich auf Schritt und Tritt – überall hin. Ende August führte ihn ein Spaziergang zum RKK. Und obwohl er natürlich nicht ins Krankenhaus hinein darf, zauberte der ungewöhnliche Anblick vielen Mitarbeitern und Besuchern auf dem Klinikgelände ein Lächeln ins Gesicht.

Danke für deine Stippvisite, Ernie!

Musikalische Matinee mit Sonntagsbrunch im Café K

Mit dem Duo DeLoop Delight und Führung durch die aktuelle Fotoausstellung

Das Rotes Kreuz Krankenhaus lädt am Sonntag, 22. September 2019, 11:30 Uhr, zum musikalischen Brunch im Café K ein. Unter dem Titel „Blick zurück nach vorn“ präsentiert sich dort Bremer Architekturfotografie von gestern und heute. Das Duo DeLoop Delight, Sängerin Mia Guttormsson und Pianist Piet Gorecki, verzaubert dabei das Publikum mit souliger Stimme und virtuosem Klavier. Für das leibliche Wohl sorgt ein kalt-warmes Brunchbüfett mit herzhaften und süßen Speisen für 13,50 Euro pro Person. Anschließend führt Kurator und Fotograf Nikolai Wolff durch die Ausstellung.

Die Tischplätze sind begrenzt, eine verbindliche Anmeldung per E-Mail an harjes.d@roteskreuzkrankenhaus.de ist bis zum 17. September ist notwendig.

Die Musik: DeLoop Delight

Das Duo mit Sängerin Mia Guttormsson und Pianist Piet Gorecki interpretiert bekannte Songs und Standards in einem ganz eigenen künstlerischen Stil. Dabei nimmt es sich größte künstlerische Freiheit bei der musikalischen Stilrichtung und stimmt Balladen als Blues an oder macht aus dem Rockklassiker eine Ballade. Guttormsson, die auch als Sängerin der größeren Formation Voodoo Child deutschlandweit auftritt, überzeugt dabei mit ihrer ausdrucksstarken, warmen Soulstimme und ihrer glasklaren Artikulation. Die aus Schweden stammende Musikerin sammelte bereits als Teenager Bühnenerfahrung in Stockholmer Pianobars und Hotels.

Die Ausstellung: Blick zurück nach vorn

Einen Wechsel aus zeitgenössischen, ganz aktuellen und historischen Architekturaufnahmen versammelt die derzeitige Ausstellung von Kurator Nikolai Wolff. Der Fotograf und Dozent stellt das Bildmaterial spannungsreich in Beziehung: Er macht ein Stück Bremer Stadtentwicklung sichtbar, erzählt eine urbane Verwandlungsgeschichte und nimmt die Besucher mit auf einen Spaziergang durch das Bremen von gestern und heute. Nach dem Brunch gegen 13:30 Uhr führt Nikolai Wolff Interessierte durch die Ausstellung.

Musikalisch-kulinarische Matinee
mit dem Duo DeLoop Delight
am 22. September 2019 um 11:30 Uhr
Café K im Rotes Kreuz Krankenhaus, St.-Pauli-Deich 24, 28199 Bremen

Üben für den Notfall: Schockraumtraining in der Notaufnahme

Beim “Schockraumtraining” in der RKK-Notaufnahme probten am 15. Juni Anästhesisten, Chirurgen und Pflegepersonal drei Stunden lang den Ernstfall. Die realistisch inszenierten Simulationsübungen fanden in der Zentralen Notaufnahme mit Einbindung des Rettungsdienstes und geschminkten Laiendarstellern statt

Die Szenarien:

  1. Das Fahrzeug einer nicht angeschnallten 49-Jährigen Autofahrerin kollidiert bei hoher Geschwindigkeit mit einem Baum. Der Notarzt bringt sie mit diversen Gesichts- und Rippenbrüchen, einem Bauchtrauma mit Milzriss und Lungenquetschungen in die RKK- Notaufnahme. Schweißperlen stehen auf dem blassen Gesicht des Unfallopfers, blaue Flecken zeichnen sich über der Oberlippe, um die Augen herum und an den Rippen ab. Am Bauch und über der Lendenwirbelsäule sind Prellmarken zu sehen, Blut läuft aus einem Ohr.
  2. Eine junge Frau wird von ihrem Mann mit einem Küchenmesser attackiert. Sie erleidet Stichverletzungen in Herznähe und steht bei Ankunft des Rettungswagens im RKK unter Schock.
  3. Ein älterer Herr mit diversen Vorerkrankungen kollidiert als Fahrradfahrer mit einer Straßenbahn. Er erleidet Unterkiefer-, Rippen- und einen Beckenbruch, Verletzungen innerer Organe sowie eine offene Luxation (Verrenkung) des Sprunggelenks.

Die Szenarien waren Teil eines dreistündigen Workshops. In drei Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den jeweils “realen” Unfallopfern. Danach ging es ins Tagungszentrum zum zweiten Teil des Workshops mit dem Thema „Atemweg und Atmung“. Die Anästhesisten übten hier nicht nur Intubation und Luftröhrenschnitt - diesmal natürlich an Puppen - sondern auch das Punktieren des Spaltes zwischen Rippen und Lunge, um die Lunge zu entlasten. Herhalten mussten hierfür Schweinerippen.

Im dritten Teil ging es um „Kreislauf und Schock“. Hier wurden Diagnose und Therapie bei zwei imaginären Patienten exemplarisch durchgespielt: Was kann Kreislaufprobleme und Schock auslösen, welche Reaktionen zeigt der Körper, wie kann man diese sichtbar machen, wie kann behandelt werden?

Das aufwendige Schockraumtraining fand 2019 zum zweiten Mal statt. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz aller Beteiligten („spannend, lehrreich, konkret, lustig, praktisch, aufregend, hilfreich“) beschloss die Klinikleitung 2018, die Übungen als feste Fortbildung einmal im Jahr fortzuführen – dies dient auch zur Vorbereitung anstehender Rezertifizierungen des Traumazentrums der Klinik.

Neuer Bremer Krankenhausspiegel ist online

Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) unter den Akutkrankenhäusern mit Notaufnahme und Intensivstation auf Platz 1 der Patientenzufriedenheit im Land Bremen

Seit Montag, 27. Mai 2019, ist der Bremer Krankenhausspiegel online. Unter www.bremer-krankenhausspiegel.de können die Ergebnisse der unabhängigen Patientenumfrage des gemeinnützigen Picker-Instituts öffentlich eingesehen werden. Für die Befragung zur Patientenzufriedenheit wurden rund 16.400 Patienten, die zwischen dem 7. Juni und dem 10. Oktober 2018 aus einem Bremer oder Bremerhavener Krankenhaus entlassen wurden, kurze Zeit nach ihrem Klinikaufenthalt mit einem Fragebogen angeschrieben. Die Rücklaufquote betrug rund 40 Prozent. Die Befragung, die alle zwei Jahre im Auftrag der Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen (HBKG) durchgeführt wird, umfasst sowohl die Gesamtzufriedenheit der Patienten als auch die Zufriedenheit mit der ärztlichen und pflegerischen Behandlung und Betreuung, mit dem Essen, der Ausstattung sowie die Zufriedenheit mit den einzelnen Fachabteilungen.

92,4 Prozent beträgt die Gesamtzufriedenheit der Patientinnen und Patienten im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. „Damit liegen wir in Bremen und Bremerhaven bei den Akutkrankenhäusern mit Notaufnahme und Intensivstation in der Gesamtzufriedenheit auf Platz eins“, freut sich Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer der Klinik. Die durchschnittliche Patientenzufriedenheit in allen Bremer und Bremerhavener Kliniken liegt bei 87,4 Prozent. Im Vergleich mit den anderen Akutkrankenhäusern im Land Bremen liegt das RKK auch in der Beurteilung der Pflegerischen Betreuung und der Speisenversorgung auf Platz eins, in der Ärztlichen Betreuung auf Platz zwei, bei der Ausstattung auf Platz vier.

„Wir sind unseren Patientinnen und Patienten für ihr Lob sehr dankbar. 97 Prozent der bei uns im RKK versorgten Patienten haben auf die Frage, ob sie uns ihrer Familie oder ihren Freunden weiterempfehlen würden, mit „ja“ geantwortet - das macht uns alle sehr stolz. Wir haben intern viel daran gearbeitet, uns zu verbessern. Die Geschäftsführung bedankt sich aber vor allem bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RKK, ohne deren beständig gute Arbeit ein solches Ergebnis nicht möglich wäre“, so Klingelhöfer.

Erfreuliche Ergebnisse gab es erneut auch für die Kooperationsgemeinschaft Freie Kliniken Bremen: In der Gesamtzufriedenheit der Patienten in der aktuellen Befragung landeten DIAKO, Roland-Klinik, Rotes Kreuz Krankenhaus und St. Joseph-Stift unter den Top fünf im Landesvergleich.

RKK-Rheuma-Chefärzte auch 2019 auf der Focus-Liste der Top-Mediziner

Mit Professor Dr. Jens Gert Kuipers und Dr. Ingo Arnold sind beide Chefärzte des Bremer Rheumazentrums auf der aktuellen Focus-Liste der Top-Mediziner Deutschlands vertreten. (Ausgabe Focus Gesundheit März/April 2019)

Über das Behandlungsspektrum Kollagenosen, Sarkoidosen, Vaskulitiden, Morbus Bechterew, rheumatoide Arthritis und Osteoporose hinaus hat sich Prof. Kuipers auf Früharthritis und schwer verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankungen spezialisiert. Dr. Arnold wird häufig sowohl von Patienten als auch von anderen Ärzten im Bereich der orthopädischen, operativen Rheumatologie weiterempfohlen.

Das Münchener Nachrichtenmagazin „Focus“ veröffentlicht seit 1993 regelmäßig Listen deutscher Spitzenärzte. Hauptkriterien für die Bewertung sind nach Angaben des Focus- Magazins Qualität, Häufigkeit von Operation, niedrige Komplikationsrate und hygienische Standards. Zudem gingen Bewertungen durch andere Ärzte gleichen Fachgebietes und Bewertungen von Patienten in die Beurteilung mit ein.

In Memoriam Prof. Dr. Gholam Sehhati-Chafai

International anerkannter Mitbegründer der Schmerztherapie in Deutschland und ehemaliger RKK-Chefarzt verstorben

Am 17. April 2019 verstarb Herr Prof. Dr. Gholam Sehhati-Chafai. Der Schmerzexperte war von 1980 bis 2002 Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am RKK. Hier gründete er 1981 die erste Schmerzambulanz Norddeutschlands. In der Bremer Schmerzambulanz sollten ausschließlich chronisch kranke Schmerzpatienten Hilfe finden. In ganz Deutschland gab es damals nur ein einziges Zentrum dieser Art, in Mainz. Der dortige langjährige Oberarzt, Prof. Dr. Gholem Sehhati-Chafai, wechselte 1980 als Chefarzt an die Weser. Er knüpfte an seine Einstellung die Bedingung, Norddeutschlands erste Schmerzklinik aufbauen zu dürfen. Das RKK nutzte die Chance: Im April 1981 eröffnete die Schmerzambulanz, Ende des Jahres wurden die ersten Patienten auch stationär behandelt.

Die Schmerzambulanz entwickelte sich in den 80er Jahren zum größten Schmerzzentrum in ganz Norddeutschland mit stationären Betten für die Aufnahme chronisch Schmerzkranker. Dazu gehören vor allem Patienten mit Rückenschmerzen, chronischen Kopfschmerzen, Tumorschmerzen, chronisch degenerativen Leiden oder Arthrose, Nervenentzündungen oder Phantomschmerzen, wie sie nach einer Amputation entstehen können.

Es verlässt uns ein großartiger Mensch, Arzt und Lehrer. Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen wird sein Andenken in Ehren halten.

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gründet Aortenzentrum

Für die optimale Behandlung von krankhaften Erweiterungen und Einrissen der Hauptschlagader hat das Rotes Kreuz Krankenhaus seine fächerübergreifenden Kompetenzen gebündelt.

Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta) nehmen weltweit zu. Ein Alter über 65 Jahren, männliches Geschlecht, Bluthochdruck und Rauchen sind die Hauptrisikofaktoren. In dieser Altersgruppe findet sich bei vier bis acht Prozent der Männer eine Erweiterung (Aneurysma) im unteren Bereich der Hauptschlagader, der Bauchschlagader. Reißt eine erweiterte Aorta (Ruptur), ist das ein lebensbedrohliches Ereignis – nur 25 bis 30 Prozent der Patienten überleben dieses Krankheitsbild.

„Erkrankungen der Hauptschlagader sind ein medizinisches Spezialgebiet. Die enge Zusammenarbeit aller an der Aortenbehandlung beteiligten Disziplinen ist im Interesse der Patientinnen und Patienten absolut notwendig. Um optimale Therapieergebnisse zu erzielen, sind eine umfassende Kenntnis aller individuellen Besonderheiten des Patienten sowie das Vorhalten aller Therapiemöglichkeiten notwendig“, erklärt Dr. Frank Marquardt, Leiter des neuen Aortenzentrums und Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin/Gefäßzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. Die Diagnostik und Behandlung der Aorta erfolgt im RKK vernetzt durch medizinische Disziplinen, die in Bremen nirgendwo sonst so konzentriert zusammen wirken: Partner des Aortenzentrums im RKK sind neben dem Gefäßzentrum die Radiologie, Innere Medizin, Kardiologie, Anästhesie- und Intensivmedizin, Rheumatologie und die Zentrale Notaufnahme.

Das RKK-Aortenzentrum zählt zu den wenigen sogenannten high-volume centern, in Deutschland die mehr als 50 geplante Eingriffe bei erweiterten Schlagadern im Bauchraum pro Jahr durchführen. Nach dem Registerbericht der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin und dem Deutschen Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung von 2018, haben nur 12 % von 141 teilnehmenden zertifizierten Gefäßchirurgischen Zentren mehr als 50 geplante Stentgraftbehandlungen bei einem Bauchaortenaneurysma (EVAR) pro Jahr durchgeführt.

„Durch die international erheblich zunehmende Anzahl an endovaskulären (minimal-invasiven) Operationen mit Einsatz von Gefäßprothesen sehen wir im Verlauf auch häufiger Komplikationen, wie Undichtigkeiten zwischen der Gefäßwand und der Gefäßprothese. Diese werden als “Endoleaks” bezeichnet“, erklärt Dr. Marquardt. Eine Behandlung muss nicht immer sofort erfolgen, kann aber sehr anspruchsvoll sein. Auch hier ist unser Aortenzentrum in der Lage, mit hochkomplexen Mikrokatheter-Eingriffen eine individuelle Behandlung durchzuführen. Da diese Eingriffe nur in wenigen Kliniken durchgeführt werden, vergrößert sich der Einzugsbereich für diese Patienten im RKK-Aortenzentrum stetig.

Die Voraussetzungen zum Aortenzentrum sind im RKK optimal: Ein auch endovaskulär erfahrener Operateur steht mit eingespieltem Team rund um die Uhr zur Verfügung. Im hochmodernen Hybrid-Operationssaal der neuesten Generation können im hochsterilen Umfeld Patienten mit minimal-invasiven Katheterinterventionen und offenen Operationen in gleicher Narkose behandelt werden. Es werden nahezu alle Therapieverfahren an der Aorta durchgeführt, mit Ausnahme von herzchirurgischen Operationen, bei denen eine Herz-Lungen-Maschine erforderlich ist. Auch für diese Patienten wird jedoch hier die Diagnose gestellt.

Für Patienten mit Erkrankungen der Brust- oder Bauchschlagader bietet das RKK-Aortenzentrum eine individuelle Beratung an. Anmeldung für die Sprechstunde unter Tel. 0421/ 5599 -880.

Erkrankungen der Hauptschlagader sind ein medizinisches Spezialgebiet. Die teilweise sehr komplexe Behandlung setzt Fachwissen voraus – auch fächerübergreifend

Die Aorta befördert sauerstoffreiches Blut über abzweigende Arterien in verschiedene Körperbereiche. Je nach Lage der erkrankten Stelle der Hauptschlagader im Brustkorb oder Bauchraum muss unterschiedlich behandelt werden. Mehr als die Hälfte aller Aortenaneurysmen entstehen im Bereich des Bauchraums. Über 80 Prozent davon befinden sich unterhalb der abzweigenden Nierenarterien. Bei genügendem Abstand der Erweiterung zu den Nierenschlagadern erfolgen diese Eingriffe mit niedrigem Risiko für den Patienten.

Die meisten Patienten können offen-operativ oder endovaskulär, das heißt innerhalb der Gefäße mit kleinsten Zugängen, mit Standard-Gefäßprothesen versorgt werden. Diese Eingriffe sind in der Regel schonender für die Patienten. In spezialisierten Einrichtungen, wie dem Aortenzentrum am RKK, sind diese Prothesen verschiedener Hersteller in unterschiedlichen Größen vorrätig und damit sofort verfügbar.

Bei komplexen Krankheitsbildern sind auch von der Aorta abgehende Gefäße, wie die Halsschlagader, Armschlagader, Nieren- oder Darmschlagadern in das Aneurysma einbezogen. Die Versorgung ist häufig sehr schwierig und kann im RKK Aortenzentrum offen-operativ oder endovaskulär erfolgen. Teilweise erfolgen hochkomplexe endovaskuläre Therapieverfahren mit für den Patienten individuell angefertigten Stentprothesen, welche entsprechende Abzweigungen für die abgehenden Arterien haben (gefensterte Gefäßprothesen).

Häufig haben die Patienten schwere Begleiterkrankungen, wie z.B. eine Herz- und/ oder Nierenerkrankung. Gelegentlich besteht auch eine rheumatologische Erkrankung, wie eine Vaskulitis (Gefäßentzündung). Durch die enge Vernetzung mit den spezialisierten Fachbereichen wie der Nephrologie, Kardiologie und Rheumatologie können auch diese Patienten individuell behandelt werden.

Das sagen die Kooperationspartner des neuen Aortenzentrums im RKK:

Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme:

„Eine schnelle Diagnostik und die sofortige Einleitung von lebensrettenden Maßnahmen ist bei Patienten mit akutem Aortensyndrom essentiell. Bereits bei Anmeldung des Rettungsdienstes mit dem Verdacht auf ein akutes Aortensyndrom wird eine Alarmschleife im RKK ausgelöst. Ein interdisziplinäres spezialisiertes Team erwartet den Patienten bereits beim Eintreffen im Schockraum.“

Dr. Andreas Sternberg, Leitender Arzt Radiologie MVZ am RKK:

“Wir sind gerne Partner im Aortenzentrum am RKK. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ist sichergestellt, dass die radiologischen Untersuchungen exakt auf die jeweilige Fragestellung abgestimmt sind und somit möglichst effektiv und schonend für unsere Patienten durchgeführt werden können.“

Dr. Carsten Brummerloh, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin:

„Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin bringt in der langjährigen engen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gefäßmedizin am RKK ein inzwischen erhebliches Maß an Erfahrung in der Versorgung dieser schwer erkrankten Patienten ein. Diese Versorgung kann in lebensbedrohlichen Notfällen nach der Übernahme vom Rettungsdienst in unserer Notaufnahme beginnen, wird nach Stabilisierung im Operationssaal, ähnlich wie bei den geplanten Eingriffen, fortgeführt und mündet in der Behandlung auf der Intensivstation.“

Prof. Dr. Karl-Christian Koch, Leitender Arzt Kardiologie:

„Das Herz von Patienten mit Aortenerkrankungen ist nicht selten auch erkrankt. In unserer leistungsfähigen Kardiologie erfolgt die entsprechende präoperative Diagnostik und Therapie. Eine perioperative Notfallversorgung durch eine 24-Stunden-Herzkatheterbereitschaft und kardiologische Intensivmedizin ist sichergestellt. So wird eine optimale und sichere Versorgung der Patienten mit Aortenerkrankungen gewährleistet.“

Prof. Jens Gert Kuipers, Chefarzt des Bremer Rheumazentrums:

„Die Betreuung von Patienten mit Vaskulitiden ist uns ein wesentliches Anliegen und Auftrag. Wir behandeln zahlreiche Patienten mit Großgefäß- und Kleingefäßvasculitis mit Aortenbeteiligung. Viele dieser Patienten werden interdisziplinär versorgt, entweder weil im Zuge der Diagnostik und Therapie eine rheumatische Ursache diagnostiziert wurde oder weil wir im Rheumazentrum bei unseren Patienten mit Aortitis im Verlauf der Nachsorge ein sich entwickelndes Aneurysma oder penetrierendes Aorten-Ulcus diagnostiziert haben, welche im Aortenzentrum mit höchster Kompetenz operativ versorgt wurde.“

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