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Knochenjob für Spezialisten: Klinisch Osteologisches Schwerpunktzentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus rezertifiziert

Fachärzte für Osteologie, wie der Chefarzt des RKK-Rheumazentrums, Prof. Dr. med. Jens Gert Kuipers, kennen sich aus mit dem Aufbau des Knochens, dem Knochenstoffwechsel, Erkrankungen des Skeletts und dem Zusammenspiel von Knochen, Muskeln und Nerven. Das Know-how ist besonders für den großen Bereich rheumatischer Erkrankungen und deren Behandlung von unschätzbarem Wert. Seit 15 Jahren gibt es bereits ein osteologisches Schwerpunktzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus. Nun hat der Dachverband Osteologie (DVO) das “Klinische Osteologische Schwerpunktzentrum” erneut rezertifiziert.

Der Dachverband Osteologie (DVO) ist ein Zusammenschluss aller wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich mit den Erkrankungen des Knochens befassen. Er zertifiziert Praxen und Kliniken, die in besonderer Weise über Erfahrungen in der Prävention und der Versorgung osteologischer Patienten verfügen.

Wertvolle Informationen für Patienten hält auch der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose bereit. Dort sind mehr als 16.000 Mitglieder in ca. 300 Selbsthilfegruppen organisiert.

www.osteoporose-deutschland.de

Alarmstufe Rot: Steigende Kosten verschärfen finanzielle Notlage von Kliniken dramatisch – auch in Bremen

Einmalzahlungen helfen kaum: Dringend notwendig ist ein sofortiger und dauerhafter Inflationsausgleich – Heute bundesweiter Aktionstag

Die massiven Kostensteigerungen bei Energie, Sachkosten und Personal treiben viele Krankenhäuser immer stärker ins Minus – auch in Bremen. Aufgrund der gesetzlichen Reglementierungen können sie ihre Preise nicht einfach anpassen, wie es in der freien Wirtschaft üblich ist. Die Forderungen nach einer nachhaltigen Finanzierungsbasis blieben bei der Bundesregierung bislang ungehört – man verweist dort auf bereits geleistete Einmalzahlungen und auf die geplante Krankenhausstrukturreform. Bis diese in ein paar Jahren greift, wird es für viele Krankenhäuser jedoch zu spät sein – möglicherweise auch in Bremen. Die Kliniken fordern daher am heutigen Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ einen raschen und dauerhaften Inflationsausgleich statt Einmalzahlungen, die rasch aufgebraucht sind. Auch Bremer und Bremerhavener Krankenhäuser beteiligen sich.

Nach Prognosen der Krankenhausgesellschaft der Freien und Hansestadt Bremen (HBKG) werden die Kosten der Krankenhäuser bis 2024 im Vergleich zu 2019 um 30 Prozent steigen, während die Erlöse im gleichen Zeitraum um lediglich 17 Prozent zunehmen. In Euro und Cent bedeutet das, dass sich bis Ende dieses Jahres ein inflationsbedingtes Finanzierungsdefizit von rund 110 Millionen Euro anhäufen wird.

Energie- und Sachkosten sprunghaft gestiegen

Kostentreiber sind zum einen Strom- und Heizkosten, die im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen sind und den energieintensiven Krankenhäusern erheblichen finanziellen Mehraufwand verursachen. Zum anderen unterliegen die Sachkosten etwa für medizintechnische Geräte, Rohstoffe, Hilfsmittel und Medikamente nach wie vor einer fast zweistelligen Inflationsrate, die, so die Prognosen, vorerst auf hohem Niveau verharren wird.

Krankenhäuser bleiben auf Tariflohnerhöhungen sitzen

Zum dritten aber schlagen die Tariferhöhungen für die Beschäftigten in den Krankenhäusern erheblich zu Buche. „Wir stehen voll und ganz hinter den Tarifabschlüssen“, betont der Vorstandsvorsitzende der HBKG und Geschäftsführer des DIAKO Evangelisches Diakoniekrankenhaus, Thomas Kruse. „Unsere Beschäftigten sollen fair bezahlt werden. Sie leisten hervorragende Arbeit, sind von steigenden Lebenshaltungskosten betroffen und waren in den letzten Jahren enormen Belastungen ausgesetzt. Wir müssen außerdem angesichts des Fachkräftemangels unbedingt attraktiv bleiben als Arbeitgeber. Es kann daher nicht sein, dass wir Krankenhäuser auf einem Großteil der Tarifsteigerungen sitzen bleiben.“ Bisher werden den Krankenhäusern lediglich etwa 50 Prozent der Personalkostensteigerungen refinanziert, und dies auch nur für bestimmte Personalgruppen und Gehaltskomponenten. Notwendig ist aber ein vollständiger Ausgleich aller Tariflohnsteigerungen. Kommt dieser nicht, droht spätestens im Frühjahr 2024, wenn alle Tarifanpassungen voll wirksam werden, vielen Krankenhäusern der finanzielle Kollaps, da die Personalkosten im Schnitt über 50 Prozent der Gesamtkosten eines Krankenhauses ausmachen.

Die geplante Krankenhausreform löst das Problem der Unterfinanzierung nicht

In Berlin verweist man auf die in den vergangenen Jahren ausgezahlten Corona-Hilfen, auf die einmaligen Energiekosten- und Inflationsausgleichszahlungen – die zum Teil aber immer noch nicht vollständig bei den Krankenhäusern angekommen sind – sowie auf die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angekündigte Krankenhausstrukturreform, die alle derzeitigen Probleme lösen soll. Für die Gesetzgebung und Umsetzung der Reform werden aber noch mindestens drei Jahre ins Land gehen. „Bis die Reform greift, werden viele Krankenhäuser schon gestorben sein, und eine Vielzahl hoch qualifizierter spezialisierter Teams wird deshalb zerfallen“, prophezeit Dr. Walter Klingelhöfer, Geschäftsführer beim Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen und Vorstandsmitglied der HBKG. „Energiepreiskrise, Inflation und Tarifsteigerungen, alles ohne adäquate Gegenfinanzierung, hungern die Häuser aus und werden die Substanz nachhaltig beschädigen, wenn nicht kurzfristig gegengesteuert wird.“ Auf einer sich weiter verstärkenden chronischen Unterfinanzierung könne man keine Krankenhausreform aufbauen.

Versorgungseinschränkungen drohen – auch im Land Bremen

Die finanziellen Rücklagen der Krankenhausträger – Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und private Klinikbetreiber – sind inzwischen in vielen Fällen erschöpft. Es gibt bei zahlreichen Trägern keine Reserven mehr und könnte daher schon im nächsten Jahr verbreitet zu Personaleinsparungen oder Schließungen kommen. Versorgungseinschränkungen werden die Folge sein, die für die Bremerinnen und Bremer, für die Bremerhavenerinnen und Bremerhavener und für die niedersächsische Bevölkerung im Umland mit Sicherheit spürbar werden. Es ist nur eine Frage der Zeit. Der Bremer Senat unterstützt das Anliegen eines dauerhaften Inflationsausgleichs, aber das Land ist nicht in der Verantwortung. Die Bundesregierung ist vielmehr in der Pflicht, für eine auskömmliche Finanzierungsbasis zu sorgen, und muss deshalb schnell handeln. Es helfen keine sporadischen Hilfspakete, es braucht einen dauerhaften und nachhaltigen Finanzierungsmechanismus, der alle Kostensteigerungen angemessen ausgleicht.

Höhere Vergütungen und Ausgleich der Tarifsteigerungen

Konkret fordern die Krankenhäuser rückwirkend für das laufende Jahr einen prozentualen Zuschlag auf alle Rechnungen, die sie den Krankenkassen für ihre medizinischen und pflegerischen Leistungen stellen. Für 2024 sind dann mit den Krankenkassen ganz neue, angepasste Vergütungssätze zu vereinbaren. Damit nicht die Krankenkassen, also die Beitragszahlerinnen und -zahler, diese Mehrkosten tragen müssen, ist eine entsprechende Erhöhung des Bundeszuschusses an die Krankenkassen erforderlich; hinsichtlich der Personalkosten ist ein 100-prozentiger Ausgleich der Tariflohnsteigerungen notwendig.

Bund muss sich stärker finanziell engagieren

Uwe Zimmer, Geschäftsführer der HBKG: „Es hilft nichts, der Bund muss sich deutlich stärker finanziell engagieren. Wir fordern dies schon seit Monaten, ja seit Jahren, und stoßen immer auf taube Ohren. Eine Krankenhausstrukturreform in ferner Zukunft wird es nicht richten – schon gar nicht jetzt, wo es schon überall brennt. Karl Lauterbach muss mit uns sprechen und nicht nur in TV-Talkrunden.“ Der Bund habe sich im Krankenhausfinanzierungsgesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser verpflichtet, „um eine qualitativ hochwertige, patienten- und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit leistungsfähigen digital ausgestatteten, qualitativ hochwertig und eigenverantwortlich wirtschaftenden Krankenhäusern zu gewährleisten“. Diese Verpflichtung dürfe er nicht länger mit Hilfe von Einzelaktionen und Trostpflastern umgehen, sondern müsse ihr nachhaltig und dauerhaft nachkommen. Ein eiskalter Strukturwandel durch Insolvenzen der deutschen Krankenhäuser könne nicht das politische Ziel sein.

Aktionstag auch in Bremen

Am bundesweiten Aktionstag „Alarmstufe rot: Krankenhäuser in Not“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft beteiligen sich bundesweit zahlreiche Krankenhäuser. Auch in Bremen und Bremerhaven gibt es mehrere lokale Aktionen in den Krankenhäusern. In Berlin findet eine zentrale Kundgebung statt, auf der, passend zum Motto „Eiskalter Strukturwandel“, Eis am Stiel verteilt wird. Ergänzt werden die Live-Aktionen durch eine Online- und Social Media-Kampagne.

Rückfragen an:

Thomas Kruse, Vorsitzender der HBKG
Uwe Zimmer, Geschäftsführer der HBKG
Tel.: 0421 – 24 10 20 E-Mail: kruse@hbkg.de, zimmer@hbkg.de

Die HBKG ist der Dachverband der Krankenhausträger in Bremen. Sie vertritt die Interessen von 14 öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern im Land Bremen. Jährlich versorgen Bremens Kliniken stationär ca. 180.000 Patienten, auch aus dem niedersächsischen Umland. Mit einem Umsatzvolumen von 1.400 Millionen Euro und 11.600 Beschäftigten sind die Krankenhäuser einer der größten Arbeitgeber im Land Bremen.

Das Café K ist wieder geöffnet!

Ab sofort öffnet das Café K im Rotes Kreuz Krankenhaus wieder seine Türen für alle Besucher und Gäste. Drei lange „Corona-Jahre“ war das Café für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es wurde in dieser Zeit ausschließlich für die Verkostung und als Pausenraum für Mitarbeitende genutzt. Nun bietet das Café in der Neustadt wieder Mittagstisch, Kaffeespezialitäten, Kuchen, Eisbecher, kalte und warme Getränke und mehr an.

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 11:45 Uhr - 17:00 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Wochentags wird von 11:45 Uhr bis 13:30 Uhr Mittagstisch angeboten. Es gibt mindestens drei Menüs zur Auswahl zwischen 6,70 EUR und 7,15 EUR, dazu ein großes Salatbuffet. Ein Geheimtipp ist die große Außenterrasse mit Blick auf den Piepe-See, hier kann man mit ein bisschen Glück sogar Reiher und Schildkröten am Wasser beobachten. Vor allem mittags kommen neben Patienten und Mitarbeitern die Neustädter - viele von ihnen Stammgäste – in das 2022 neu gestaltete Café. Jeden Donnerstag ist Veggie-Day in der ganzen Klinik – natürlich gibt es aber auch täglich vegetarische/vegane Gerichte.

Aktion „internationale Lieblingsgerichte“

Zweimal im Monat kocht das Küchenteam im Rahmen der Aktion „Internationale Lieblingsgerichte“ Lieblingsrezepte der Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus original nach. Jordanien, die Philippinen, Tunesien, Bosnien, Indonesien, Algerien und der Iran waren bereits an der Reihe, geplant sind in den nächsten Wochen Lieblingsgerichte aus Moldawien, der Türkei und Deutschland. Die Aktion kommt super an – mehr als zwei Drittel der Mitarbeitenden, die bislang an den ausgewählten Tagen zum Mittagstisch kamen, bestellten das internationale Gericht ihrer Kolleg:innen.

Gesunde Küche zu moderaten Preisen

Küchenchef Michael Winne setzt im Krankenhaus sukzessive immer mehr auf Bio-Qualität, beispielsweise bei Milch, Nudeln und Reis. Auch Blumenkohl, Karotten, Mais, Blattspinat, Zwiebeln, Brokkoli, Erbse, Bohnen und mehr kommen aus ökologischem Anbau. Salat und saisonales Gemüse bezieht das Küchenteam je nach Jahreszeit vom hiesigen Großmarkt oder auch aus der Bio-Gärtnerei in der Nähe. Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen kommen überwiegend vom Erzeuger aus der Region „Altes Land“.

Warum sich alle mit dem Thema Organspende befassen sollten

Netzwerk der Transplantationsbeauftragten Region Nord e.V. (TXB) startet Informationskampagne zum Tag der Organspende am 3. Juni

Die repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus März 2023 zeigt es klar: In Deutschland herrscht eine allgemein positive Einstellung zum Thema Organspende. Vor Ort in den Kliniken jedoch, wenn das Thema Organspende wirklich konkret wird, stehen Angehörige und Mediziner viel zu oft ratlos da: Der Patient hat keinen Organspendeausweis, die Patientenverfügung ist veraltet, keiner der Angehörigen kennt den potentiellen Willen des Patienten, denn Organspende war einfach zu Hause nie ein Thema.

„Wenn der Tod eines geliebten Menschen bevorsteht, ist das eine sehr belastende Situation. Wer in diesem Moment auch noch damit anfangen muss, sich mit dem Thema Organspende und der Frage des mutmaßlichen Willens des sterbenden Angehörigen auseinanderzusetzen, der steht vor einer riesigen zusätzlichen emotionalen Herausforderung,“ weiß Dr. Martin Langenbeck, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Transplantationsbeauftragten in der Region Nord e.V. (TXB) und Transplantationsbeauftragter im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. Aber auch für die Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken bedeutet Klarheit in diesem Punkt eine große Entlastung.

Das Netzwerk nimmt den bundesweiten Tag der Organspende am 03.06.23 deshalb zum Anlass für eine ganz besondere Informationskampagne im Norden: Der „Staffellauf“ - in Form eines Info-Standes - beginnt am 23.5.23 in Emden und endet am 3.6.23 in Hannover. Transplantationsbeauftragte der Kliniken stehen vor Ort Rede und Antwort und halten Informationsmaterial bereit.

  • 23.05.23: Emden
  • 26.05.23: Oldenburg
  • 30.05.23: Vechta
  • 01.06.23: Bremen
  • 01.02.06.23: Hannover Friederikenstift
  • 03.06.23: Hannover MHH

„Wir möchten mit unserer Aktion auf die Notwendigkeit hinweisen, im Familien- und Freundeskreis über das Thema Organspende zu sprechen. Es geht uns nicht darum, jemanden zu drängen oder zu überreden – es geht uns um die objektive und wertfreie Information der Bürgerinnen und Bürger: Beschäftigen Sie sich mit dem Thema, entscheiden Sie für sich selbst und erzählen Sie Ihrer Familie davon“, bittet Dr. Frank Logemann, Vorsitzender des Netzwerks der Transplantationsbeauftragten in der Region Nord.

In Deutschland gilt seit 2020 die „Entscheidungslösung“

In Deutschland hat der Bundestag nach jahrelangen Diskussionen im Januar 2020 die die „Entscheidungslösung“ beschlossen: Eine Organ- und Gewebespende ist nur dann möglich, wenn der potentielle Organspender zu Lebzeiten eingewilligt hat oder sein nächster Angehöriger zugestimmt hat. Beschlossen wurden auch verschiedene Maßnahmen, um die Entscheidungsbereitschaft der Bevölkerung zu stärken. Außerdem soll ein bundesweites Online-Registers beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information entstehen, in dem die Bürgerinnen und Bürger eigenständig eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende abgeben können. Dieses soll voraussichtlich im ersten Quartal 2024 online gehen.

Das Netzwerk der Transplantationsbeauftragten in der Region Nord e.V.

Das Netzwerk besteht seit 2014 und ist mit über 140 Mitgliedern das größte dieser Art in Deutschland. Zweck ist die Förderung und Unterstützung der Arbeit von Transplantationsbeauftragten – vom Informationsaustausch über Beratung, Interessenvertretung, Fortbildung bis zur Organisation öffentlicher Informationsveranstaltungen und mehr. (www.txb-netzwerk.de)

Ablauf Staffellauf des TXB- Info-Points zum Tag der Organspende 2023

Start 23.5. in EMDEN

Der Info-Point steht von 8:30-12:30 Uhr am zentralen Emder Stadtgarten. Die Transplantationsbeauftragten rund um Dr. Kogelmann aus dem Klinikum Emden und den Netzwerk-TxB aus der Ubbo-Emmius-Klinik Aurich-Norden und dem Klinikum Oldenburg informieren dort über Organspende.

26.5. OLDENBURG

Der Info-Point steht von 12:00 -16:00 Uhr in der Innenstadt am Julius-Mosen-Platz. Die Transplantationsbeauftragten aus Klinikum Oldenburg, Pius-Hospital und Evangelisches Krankenhaus Oldenburg stehen für Fragen zur Verfügung.

30.5. VECHTA

Der Transplantationsbeauftragte Prof. Dr. Hönemann aus dem St. Marienhospital Vechta spricht dort mit Interessierten über Fragen zur Organspende. Andere Transplantationsbeauftragte des Netzwerks unterstützen ihn dabei.

1.6. BREMEN

Infopoint von 12:00 -16:00 Uhr auf dem Marktplatz (Grasmarkt), begleitet durch die Transplantationsbeauftragten Dr. Langenbeck aus dem Rotes Kreuz Krankenhaus, Dr. Gruschka aus dem Klinikum Bremen Mitte und Dr. Wolfgramm aus dem Klinikum Bremen Nord.

2.6. HANNOVER Friederikenstift

In Hannover stehen die Transplantationsbeauftragten Fr. Dr. Hensel (Henriettenstift) und Dr. Schrader (Friederikenstift) von 8:00 -15:00 Uhr den Besuchern zur Verfügung.

Finale: 3.6. HANNOVER MHH zum Tag der Organspende 2023

Die Transplantationsbeauftragten bauen zusammen mit Studierenden der AG Organspende den Info-Point auf, begleitet von 10:30 – 16 Uhr durch die Transplantationsbeauftragten Dr. Frank Logemann, Roswitha Terpe und Sven McVeigh.

NDR TV „Visite“ zu Gast im OP bei Dr. Alexander Friedemann

Beitrag vom 9.5.23: Darmverschluss: Symptome und Ursachen

Krämpfe, ungewöhnliche und starke Schmerzen im Bauchbereich, Übelkeit, Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch, Verstopfung, Blähungen, aber auch das Ausbleiben von Stuhl: Symptome wie diese können auf einen Darmverschluss hindeuten. Bei einem „Ileus“ ist der Darm blockiert und sein Inhalt kann nicht fließen. Die Folge können lebensgefährliche Komplikationen wie Darmperforation und Blutvergiftung (Sepsis) sein.

Auf dem Rückweg aus dem Urlaub erleidet Carola Pittelkow einen Darmverschluss - Folge einer Blinddarmoperation vor 40 Jahren. Im RKK erfolgte nach der Untersuchung sofort die Not-OP durch Dr. Alexander Friedemann.

Der Beitrag lief am 9. Mai 2023 im NDR Fernsehen in der Sendung „Visite“:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Darmverschluss-Symptome-und-Ursachen,darmverschluss100.html

Zukunftstag im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Zweiundzwanzig Mädchen und Jungen zwischen 13 und 16 Jahren nutzten ihren schulfreien Tag, um sich im RKK über die verschiedenen Berufe im Krankenhaus zu informieren. Von der DRK Rettungswache Osterstr. über die Notaufnahme, das Labor, die EDV und Physiotherapie / Kältekamme bis zur Radiologie ging die vielfältige Klinikreise. Dabei wurden einige Fragen geklärt, zum Beispiel:

  • Was passiert, wenn EDV ausfällt? Warum braucht man so einen großen Serverraum?
  • Wie sieht ein RTW innen aus und wofür sind all die Geräte? Wie schiebt man einen Patienten hinein und - ganz wichtig - wo geht eigentlich das Blaulicht an?
  • Was ist ein Schockraum in der Notaufnahme und was kann dort alles gemacht werden?
  • Was sind die Aufgaben von Pflegefachfrauen und -männern?
  • Wie desinfiziert man sich die Hände richtig und was tut eigentlich eine Hygienefachkraft den ganzen Tag?
  • Was und wie wird in einem Kliniklabor untersucht?
  • Sind Röntgenstrahlen schädlich?

Neben vielen Informationen zu den Aufgabenbereichen und Berufsbildern im Krankenhaus gab es natürlich auch praktischen Input: Puls messen, Hände desinfizieren und unter Schwarzlicht das Ergebnis prüfen, Organe am Modell sortieren etc. Eine Stärkung mit selbstgemachten Burgern und Pommes aus der RKK-Küche durfte zum Abschluss natürlich nicht fehlen.

„Mit Sternchen“

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) und drei Chefärzte erhalten erneut Auszeichnung der Magazine Newsweek und Stern

„Gute Ärzte für mich“ heißt ein Sondermagazin des „Stern“ aus dem Verlag Gruner+Jahr. Mit bzw. im Stern wurden jetzt erneut zwei Chefärzte des Rheumazentrums im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen ausgezeichnet - im Bereich „Knochen und Gelenke / Rheumatologie“: Prof. Jens Gert Kuipers und Dr. Ingo Arnold. (Stern Ärzteliste für Deutschland 2023 / Sonderheft, März 2023).

Der Stern hat seine Ärztelisten ebenfalls um Spezialisten in den Regionen ergänzt und nennt online 1422 Spezialisten für 35 Indikationen. Als einziger Schmerzspezialist in Bremen mit dabei ist Dr. Joachim Ulma, Chefarzt des Schmerzzentrums am RKK. Immer noch „World’s Best Hospital“

Das New Yorker Magazin Newsweek hat mit Hilfe des online-Portals für Statistik, “Statista”, zum fünften Mal die besten Krankenhäuser weltweit ermittelt. Für Deutschland wurde 2023 das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen erneut als World’s Best Hospital gelistet. Um die Qualität und Aussagekraft der Rangliste zu gewährleisten, habe man eine detaillierte Methodik entwickelt, welche auf mehreren Datenpunkten basiert, so Newsweek und Statista. Folgende Datenquellen sollen unter anderem in die Bewertung eingeflossen sein: Empfehlungen von medizinischen Experten (Ärzten, Krankenhausmanagern, Fachleuten des Gesundheitswesens), Ergebnisse von Patientenbefragungen, Krankenhaus-Qualitätsmetriken. Es wurden Kliniken aus 25 Ländern nominiert, in Deutschland 203 Kliniken von insgesamt 1887, davon drei Bremer Krankenhäuser.

Die Liste der ausgezeichneten Kliniken und mehr Informationen zur Methodik der Studie sind online zu finden: https://www.newsweek.com/rankings/worlds-best-hospitals-2023/germany.

Borreliose – eine Gefahr für das Herz

Zeckenstich mit Folgen: NDR TV „Visite“ zu Gast im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK)

„Lyme-Karditis“: Eine seltene Diagnose, die Oberarzt Konstantin Schraepler, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, bei Patientin Johanna Zimmermann im Herbst 2022 stellte. Ein Rettungswagen brachte die erst 34-Jährige mit Reizleitungsstörungen im Herzen in die Klinik – ihr Herz schlug nur noch sehr langsam. Schuld daran war eine Zecke, von der sie Monate zuvor im Wald gestochen wurde. Die Erinnerung der Patientin an diese kleine Begebenheit brachte den Kardiologen schnell auf die richtige Spur. Sowohl der Weser Kurier als auch NDR interessierten sich für den seltenen Fall.

Der Beitrag lief am 11. April 2023 im NDR Fernsehen in der Sendung „Visite“: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/visite/Visite,sendung1334892.html

Live im „Visite“-Studio war am 11.4.23 zudem RKK-Rheuma-Chefarzt Prof. Kuipers mit wichtigen Informationen rund um Borelliose und Zeckenbisse. Sein Tipp nach dem Besuch in der Natur: Sich schnell auf Zecken absuchen, diese sofort entfernen, Stelle mit einem Kuli einkreisen und drei bis vier Wochen beobachten. Bei auftretender Röte oder unklaren Symptomen: Haus:ärztin aufsuchen.

Projekt Internationale Lieblingsgerichte

So bunt und vielfältig die Kulturen, so verschieden und abwechslungsreich ist die Küche in den Heimatländern der RKK-Kolleginnen und Kollegen. Dies nutzt das Küchenteam für die Aktion „Internationale Lieblingsgerichte“.

Seit Februar kocht die Krankenhaus-Küche ein bis zweimal im Monat Lieblingsgerichte aus aller Welt für den öffentlichen Mittagstisch im Café K. Die Mitarbeiter:innen reichen die Originalrezepte ein und sind an „ihrem“ Tag natürlich Gast des Hauses. Dazu gibt es ein kleines Fotoshooting. Geplant ist eine Kunstausstellung im Café K mit den entstandenen Bildern.

Die Aktion kommt super an – mehr als Zweidrittel der Gäste, die bislang an den ausgewählten Tagen zum Mittagstisch kamen, bestellten spontan das internationale Gericht – und waren begeistert.

Leckeren Mittagstisch, offen für alle Besucher:innen und Gäste, gibt es im Café K wochentags von 11:45 Uhr bis 13:30 Uhr.

Erfolgreicher AHA-ACLS Provider Kurs im RKK

Erschöpft, zufrieden und glücklich: Sechs RKK-ler:innen aus Pflege und Ärzteschaft konnten beim zweitägigen ACLS-Provider Kurs (Advanced Cardiac Life Support Provider) Mitte Januar ihre Kompetenzen in der Versorgung von Patienten vor, während und nach einem Kreislaufstillstand vertiefen. Ziel des Kurses war es, die Qualität der Patientenversorgung bei Kreislaufstillstand und anderen kardiopulmonalen Notfällen zu üben, zu verinnerlichen und zu verbessern.

Zahlreiche Studien und Untersuchungen belegen eine signifikante Verbesserung der Versorgung von Notfallpatienten durch ACLS-trainierte Teams. Die American Heart Association (AHA) entwickelte vor diesem Hintergrund eigens ein standardisiertes Kursprogramm, in dem strukturiertes und evidenzbasiertes Handeln im Team nach den aktuellen Richtlinien trainiert wird. Die Schwerpunkte liegen dabei auf sicherer, respektvoller Kommunikation, Teamarbeit und der Entwicklung des persönlichen Führungsstils in Notfallsituationen.

Planetary Health Diet

Rotes Kreuz Krankenhaus unterstützt Forschungsprojekt der Berliner Charité zur Umsetzbarkeit einer nachhaltigen und gesunden Verpflegungsform in deutschen Gesundheitseinrichtungen.

Um alle Menschen dieser Erde bis zum Jahr 2050 nachhaltig und gesund zu ernähren, ist eine grundlegende Veränderung unserer Landwirtschaft und Ernährungsweise nötig. Tatsache ist: Unser Ernährungssystem verursacht ca. ein Drittel aller menschengemachten Treibhausgasemissionen, nimmt die Hälfte der bewohnbaren Landflächen ein, benutzt mehr als Zweidrittel allen Frischwassers und belastet Flüsse und Meere durch Überdüngung, so das Bundeszentrum für Ernährung BZfE. Klimaforscher und Ernährungswissenschaftler aus 16 Ländern (EAT-Lancet-Kommission) haben deshalb 2019 mit der „Planetary Health Diet“ einen „Speiseplan“ entworfen, der die Gesundheit des Menschen und des Planeten gleichermaßen schützen könnte.

Die Gemeinschaftsverpflegung, einschließlich der Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen, spielt eine wichtige Rolle für den ökologischen Fußabdruck. Ob die Planetary Health Diet in Einrichtungen des Gesundheitswesens unter Berücksichtigung von ökologischen, gesundheitlichen und ökonomischen Aspekten umsetzbar ist, will die Berliner Charité mit dem Forschungsprojekt „NURISHD“ herausfinden, an dem auch das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) teilnimmt. Die Studie wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Zunächst wird der Status quo der Ernährung in fünf ausgewählten deutschen Gesundheits­einrichtungen hinsichtlich Nährwert und ökologischem Fußabdruck analysiert. Dr. Lisa Pörtner vom Projektteam der Charité erklärt: „Unter Berücksichtigung der besonderen Nährstoffbedürfnisse der Patient:innen bzw. Bewohner:innen und der wirtschaftlichen Zwänge der Gesundheitseinrichtungen wollen wir überprüfen, inwiefern sich die Standardverpflegung entsprechend den Vorgaben der Planetary Health Diet modifizieren lässt.“ Hierfür werden zunächst Vorwissen und Einstellungen von Mitarbeiter:innen, die in die Speiseversorgung eingebunden sind, erfasst und personelle und strukturelle Barrieren identifiziert. „Wir führen auch Interviews mit den für die Kosten und die Verpflegung vor Ort Verantwortlichen“, so Dr. Pörtner. Abschließend wird die Umsetzbarkeit und Akzeptanz einer gesünderen und nachhaltigeren Kost überprüft. Es findet ein Workshop statt, in dem die Ergebnisse besprochen und Ideen für die Veränderung der Verpflegung vorgestellt und gesammelt werden. Das Projekt soll spätestens 2024 abgeschlossen sein, mit ersten Ergebnissen wird Mitte 2023 gerechnet.

„Wir wissen heute, dass der hohe Konsum von verarbeiteten und tierischen Lebensmitteln zu großen Gesundheitsproblemen, wie Übergewicht und chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruckerkrankung, Herzinfarkt und Schlaganfall, führt”, so Prof. Stefan Herget-Rosenthal, Chefarzt der Medizinischen Klinik am RKK. „Treibhausgasemissionen und andere negative Umweltauswirkungen zu reduzieren und gleichzeitig Gesundheit und Wohlbefinden unserer Patient:innen und Mitarbeiter:innen zu fördern – dafür lohnt es sich zu investieren und zu kooperieren“, begründet der Internist die Teilnahme am Projekt. Es ist nicht die erste Kooperation des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen mit der Berliner Charité. Die Klinik beteiligte sich beispielsweise an Studien zur Operation von Leistenbrüchen und zu Nierenschädigungen bei hochbetagten Patienten.

„Wir kochen hier täglich frisch für Patient:innen und Mitarbeiter:innen und legen viel Wert auf gesunde Lebensmittel und leckeres Essen. Schrittweise führen wir immer mehr Bioprodukte ein. Jeden Tag gibt es ein vegetarisches Gericht und ein großes Salatbuffet. Einmal pro Woche, am Veggy-Day, verzichtet die ganze Klinik auf Fleisch“, betont Küchenleiter Michael Winne. Er erklärt: „Wir teilen unsere Küchengeheimnisse und Zahlen sehr gerne mit der Charité zum Wohle dieses wichtigen Projektes und erhoffen uns davon neue Impulse und Anregungen für noch mehr Nachhaltigkeit.

Gefäßzentrum Bremen im Rotes Kreuz Krankenhaus rezertifiziert

Das Gefäßzentrum Bremen im RKK - größtes Kompetenzzentrum in Bremen und eines der führenden in Norddeutschland - hat sich zum sechsten Mal prüfen lassen. Die ärztlichen Fachgesellschaften „Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)“ hat die Klinik Ende 2022 besucht, unter die Lupe genommen und entschieden, dass das Gefäßzentrum auch weiterhin alle Anforderungen für ein Hochleistungszentrum im Fachgebiet Gefäßmedizin erfüllt. Besonders lobte der Auditor die reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen im Gefäßzentrum und die sehr sorgfältige Abwägung der Therapieempfehlungen, die individuell für jeden Patienten erstellt wurden.

Die wichtigsten Anforderungen an ein zertifiziertes Gefäßzentrum sind:

  • Gewährleistung einer 24-Stunden-Versorgung durch voll weitergebildete Fachärzte
  • Vorhaltung einer Gefäßsprechstunde als Anlaufstelle
  • Expertise durch hohe Fallzahlen
  • funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Teilnahme an qualitätssichernden Maßnahmen
  • strukturierte Ausbildung für junge Ärzte bzw. anerkannte Weiterbildungsbefugnis durch die zuständige Ärztekammer

Gefäßzentrum Bremen

2003 wurde im Rotes Kreuz Krankenhaus das erste Bremer Gefäßzentrum gegründet. Die Zertifizierung besteht seit mittlerweile 14 Jahren. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten in einer Abteilung kann die gesamte Gefäßmedizin - vom diabetischen Fuß bis zum komplizierten Aneurysma (Aufweitung) der Brust- und Bauchschlagader - „aus einer Hand“ behandelt werden. Die Klinik bietet das komplette Spektrum an konservativen, minimal- invasiven und operativen Leistungen an. Behandlungsschwerpunkte sind Eingriffe am Arteriensystem, am Venensystem, Dialyseshunts und Problemwunden. Im April 2019 startete am RKK auch das erste Bremer Aortenzentrum . Es zählt zu den wenigen sogenannten high- volume centern, die mehr als 50 geplante Eingriffe bei erweiterten Schlagadern im Bauchraum pro Jahr durchführen.

Die drei Säulen der Gefäßmedizin

Die optimale Behandlung von Gefäßerkrankungen verlangt das Spezialwissen mehrerer medizinischer Fachrichtungen. Moderne Gefäßmedizin besteht aus drei Schwerpunkten: Die tragende Säule ist die Gefäßchirurgie. Gefäßchirurgen beherrschen die Indikationsstellung für eine konservative oder invasive Behandlung. Nur Gefäßchirurgen sind ausgebildet, um offene Operationen (vaskuläre Chirurgie) wie z. B. einen Bypass durchzuführen oder Ballonauf- dehnungen oder Stentimplantationen vorzunehmen (endovaskuläre Chirurgie). Die Radiologie liefert mit moderner 3-dimensionaler Technik im Computertomogramm (CT-Angio) oder Kernspintomogramm (MRT-Angio) reale Bilder der menschlichen Anatomie, die wir in unserem täglichen interdisziplinären Gefäßkolloquium auswerten. Die Angiologie ist ein Spezialgebiet der internistisch ausgerichteten konservativen Behandlung von Gefäßerkrankungen. Im Bremer Gefäßzentrum am RKK sind alle drei Säulen optimal vereint. Seit August 2018 verfügt das Rotes Kreuz Krankenhaus über einen Hightech Hybrid-Operationssaal. Dieser Hybrid-OP vereint einen komplett ausgestatteten Operationssaal mit höchsten Hygienestandards inklusive einem Hochleistungs-Angiographielabor.

Gemeinsame Kampagne zur Entlastung der Notaufnahmen im Land Bremen

Die Notaufnahmen in ganz Deutschland sind derzeit stark überlastet und auch im Land Bremen ist die Situation angespannt. Notfälle, Coronapandemie, Grippewelle und Personalmangel in den Kliniken aber auch Menschen, die mit ihren gesundheitlichen Anliegen nicht in die Notaufnahme gehen müssten, sorgen derzeit für lange Wartezeiten. Die Bremer Gesundheitssenatorin startet daher mit den öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Kliniken sowie mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen eine Kampagne zur Entlastung der Notaufnahmen mit dem Ziel, die Situation noch vor den Feiertagen zu entspannen. „Immer wieder kommen Menschen in die Notaufnahme, die gar nicht dorthin gehören. Das liegt teilweise auch daran, dass viele Bremerinnen und Bremer gar nicht wissen, welche Anlaufstellen ihnen bei gesundheitlichen Problemen zur Verfügung stehen. Daher starten wir eine gemeinsame Aufklärungskampagne, um die Notaufnahmen zu entlasten“, sagt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard.

Unter www.gesundheit.bremen.de/notaufnahmen finden Bremerinnen und Bremer alle wichtigen Infos zu Hausärztinnen- und Hausärzten, Apothekennotdiensten, dem Patientenservice 116 117 sowie Anlaufstellen der ärztlichen Bereitschaftsdienste im Land Bremen, die auch außerhalb regulärer Sprechstundenzeiten zur Verfügung stehen. Die Kampagne wird über mehrsprachige Flyer und Plakate und über Social Media verbreitet.

Der Flyer zum Herunterladen (PDF)

Die Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, Dr. Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans: „Gemeinsam sind wir stark! Mit den ärztlichen Bereitschaftsdiensten der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen wird das Netzwerk der medizinischen Anlaufstellen im Land Bremen gefestigt und damit werden an entscheidender Stelle die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlastet.“

„Die Lage in den Bremer Notaufnahmen ist so angespannt wie noch nie. Schwer kranke oder schwer verletzte Patientinnen und Patienten verdienen unsere volle Aufmerksamkeit. Doch immer wieder müssen wir auch Patientinnen und Patienten versorgen, die eigentlich beim Hausarzt, beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst, dem Patientenservice der kassenärztlichen Vereinigung oder einfach nur bei einer Apotheke besser aufgehoben wären. In den Kliniken der Gesundheit Nord ist die Zahl dieser Patienten immer noch zu hoch. Wir hoffen, dass die Kampagne dazu beiträgt, dass nur noch wirkliche Notfälle in die Notaufnahme kommen. Das hilft allen.“ Dr. Judith Gal, Chefärztin Zentrale Notaufnahme am Klinikum Bremen-Mitte.

„Die Freien Klinken Bremen tragen Sorge für einen wichtigen Teil der Notfallversorgung in Bremen. Wir haben ein großes Interesse daran, dass Patientinnen und Patienten in Not schnell und gut versorgt werden. Daher freuen wir uns sehr, dass gemeinsam mit dem Gesundheitsressort, den anderen Bremer Krankenhäusern und der Kassenärztlichen Vereinigung diese Informationskampagne entwickelt wurde. Die in mehreren Sprachen übersetzen Infomaterialien bieten den Patientinnen und Patienten eine erste Orientierung und gute Unterstützung, um im Notfall schnelle Hilfe zu erhalten“, sagt Torsten Jarchow Geschäftsführer Krankenhaus St. Joseph-Stift.

„Für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region wollen wir als Bremerhavener Kliniken auch in herausfordernden Zeiten unverändert einen verlässlichen Beitrag für die Notfallversorgung leisten. Dazu brauchen wir ein gemeinsames Verständnis davon, welche Fälle in eine Notaufnahme gehören und welche Adressen es für alle anderen Beschwerden gibt. Die gemeinsam mit der senatorischen Behörde, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie allen Bremer Kliniken auf den Weg gebrachte Kampagne kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten“, so die AMEOS Klinika Bremen, Bremerhaven und Geestland und das Klinikum Reinkenheide.

Ansprechpartner für die Medien: Lukas Fuhrmann, Tel.: (0421) 361-2082

„Hier zu sterben ist ganz schön schwierig!“

Krankenhaus-Kooperationsprojekt Bremen/Eikwe (Ghana) erfolgreich gestartet

Medizinischem Personal aus dem St. Martin de Porres Krankenhaus in Ghana eine Hospitation im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) in Bremen anzubieten und auf der anderen Seite Mitarbeitern des RKK die Erfahrung der Arbeit in Ghana zu ermöglichen, ist das Ziel des Kooperationsprojektes, welches Dr. Bernward Steinhorst ins Leben gerufen hat. Dr. Steinhorst, Chirurg, Oberarzt und Ausbilder im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, war bereits häufig ehrenamtlich in dem afrikanischen Krankenhaus tätig, das in dem kleinen Dorf Eikwe direkt am Meer liegt und ca. 200 000 Menschen versorgt. Der Austausch ist ein Angebot an RKK-Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, technische Mitarbeiter und Studenten. „Mir ist es wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen in Afrika auf persönlichen Freundschaften aufgebaut ist. Den Begriff „Entwicklungshilfe“ benutze ich eigentlich nicht mehr – außer wenn gemeint ist, dass beide Seiten sich weiterentwickeln wollen, denn so sollte es ja auch sein. Die Partner im Globalen Süden wollen ja nicht „entwickelt“ werden, sondern möchten lediglich den gleichen Zugang zu Ressourcen haben wie wir, um ihre eigenen Strukturen aufzubauen“, betont Dr. Steinhorst. Vielfach sind es nicht die materiellen Ressourcen, sondern die Organisationsstrukturen und die Kommunikation in der Klinik, die den Unterschied machen. „Die kann man nicht einfach kaufen, sondern muss sie leben und verstehen, was einen Austausch so wichtig macht. Dieser hilft uns auch, zu reflektieren, was unseren Erfolg hier in Bremen wirklich ausmacht“, sagt der Chirurg.

Resümee des ersten Besuchs

Ende Oktober 2022 verabschiedete das „RKK“ nach vier Wochen die ersten afrikanischen Hospitanten: den Allgemeinmediziner und stellv. Ärztlichen Direktor Dr. Jerry K. Eshun, die OP-Koordinatorin Ramatu Shaibu und den leitenden Pfleger der Notfallambulanz, David Ben Arthur, vom St. Martin de Porres Hospital. Mit im Gepäck: jede Menge neues Fachwissen, unbezahlbare Erfahrungen, die Motivation und das Wissen um machbare Veränderungen und Verbesserungen im eigenen Hospital – und viele neue Freunde. „Es ist ganz schön schwierig, hier zu sterben“, resümiert David Ben Arthur die Arbeit im RKK mit einem Augenzwinkern. „Die Ausstattung, das Personal und das Know-how in der Notaufnahme sind natürlich nicht vergleichbar mit unserem Krankenhaus. Wir sehen dem Tod dort jeden Tag ins Auge, wir können auch nicht einfach Patienten in andere Krankenhäuser weiterleiten. Aber hier im RKK gibt es sehr viele nützliche Regeln und Maßnahmen, die wir in Eikwe super umsetzen können - zum Beispiel Hygieneprotokolle, Infektionsschutz-Maßnahmen oder auch das Team-Time-out, wo alle Beteiligten vor der Operation kurz innehalten und einer fasst zusammen, was nötig ist. Im RKK kennt jeder seine Rolle, jeder weiß, was er zu tun hat, das verhindert unnötige Fehler und Diskussionen“, meint der Pfleger.

Der Operationssaal und die Sterilgutabteilung waren die Haupteinsatzfelder der OP- Koordinatorin Ramatu Shaibu. „Hunderte Geräte sind im RKK steril für ihren Einsatz im OP ausgebreitet - wir waschen in Ghana die paar Instrumente, die wir haben, selber mit den Händen statt mit der Spülmaschine. In Punkto Hygiene nehme ich auf jeden Fall umsetzbare Verbesserungen mit zurück. Ich habe auch gelernt, wie die Laparoskopie- Instrumente gereinigt werden, das ist sehr hilfreich, wenn wir diese Technik später mal bei uns in Ghana einführen“, sagt die junge Frau, die vom St. Martin de Porres Krankenhaus nun an die Eliteuniversität in der Hauptstadt für ein Bachelor Studium in Perioperativer Medizin entsandt wurde.

Dr. Jerry K. Eshun, stellv. Ärztlicher Direktor im Hospital, hat Einblicke in alle Bereiche des RKK gehabt – von der Notaufnahme über den OP, die Dialyse, Intensivstation bis ins Labor. Er wurde sowohl von den internistischen Kollegen als auch den Chirurgen des RKK „untergehakt“. „Die Organisation von Abläufen, verbindliche Verfahrensanweisun- gen, die Art der Kommunikation, das nicht-hierarchische Teamwork hier - aber auch ganz praktische Dinge wie „wie fixiere ich eine Arterie bei einer Gefäß-Operation“ – ich nehme eine Menge Informationen und Aufträge mit nach Ghana“, erklärt der 36-jährige Familienvater. Er fasst die Stimmung seines kleinen Teams zusammen: „Wir sind sehr dankbar für die Zeit im RKK und dass wir hier so freundlich empfangen, begleitet und weiter unterstützt werden“.

Die für alle erste Reise außerhalb Afrikas unterstützten neben Dr. Steinhorst und seiner Familie, wo die Gäste wohnten, auch die Kolleg:innen des Krankenhauses mit Kräften. Dicke Jacken wurden organisiert, Fahrräder und Helme sorgten nach anfänglicher Skepsis für viel Mobilität. Ob Singen im Chor, selbstgekochte afrikanische Schlemmermenüs, Miniaturwunderland und Hafenrundfahrt in Hamburg, Wattwanderung an der Nordsee, Kunsthalle, Freimarkt, Werder-Bremen-Spiele: Das Sightseeing und die Gemeinschaft kamen auch privat nicht zu kurz.

Dr. Jerry Eshun begleitete Dr. Steinhorst auch nach Berlin zur Verleihung des humanitären Förderpreises der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Den Preis bekam dieses Jahr eine Ordensschwester für den Aufbau einer chirurgischen Abteilung in einem Krankenhaus in Äthiopien verliehen. Nebenbei erlebte Dr. Eshun die deutsche Hauptstadt und nahm danach sechs Museen in zwei Tagen mit.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Die beteiligten Kolleg:innen im Rotes Kreuz Krankenhaus sind voll des Lobes für die Gäste. „Sie sind alle so herzlich, so wissbegierig und interessiert, es hat total Spaß gemacht“, sagt Dr. Dirk Hadler, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Er organisierte mit seinem Team den Tag in Hamburg für die Gäste. „Ich werde einen „Arbeitsurlaub“ im kommenden Frühling in Eikwe machen und bekomme auch jetzt schon Röntgenbilder übermittelt, die ich mit den Kollegen dort bespreche“, sagt der Chirurg. „Sehr bereichernd“, empfand auch Hajo Findeisen, Assistenzarzt der Medizinischen Klinik seine Zeit mit Dr. Jerry Eshun. „Wir haben „zusammen“ viele Lungenultraschalle gemacht. Ich überlege, nächstes Jahr ehrenamtlich in Eikwe zu arbeiten“, sagt der angehende Internist. Das „Steri-Team“ nahm Ramatu Shaibu, die nach anfänglicher Schüchternheit schnell aufblühte, unter seine Fittiche. „Ramas, wie wir Ramatu nennen durften, war länger bei uns im Steri, als geplant, es hat ihr gut gefallen. Sie war auch mit uns auf dem Freimarkt“, erzählt Christine Heilrath, Leiterin der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte im RKK. Zurzeit arbeitet die unfallchirurgische Assistenzärztin Annelen Rüge aus dem RKK zusammen mit Bernward Steinhorst und seiner Frau Verena – sie ist Kinderärztin - in Eikwe.

Informationen zum „Ghana-Spendenprojekt“

Dr. Bernward Steinhorst, Chirurg, Oberarzt und Ausbilder in der Zentralen Notaufnahme im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) arbeitet bis zu drei Monate jedes Jahr ehrenamtlich im Globalen Süden. Er ist auch Teammitglied bei „Ärzte ohne Grenzen“, mit denen er 2021 in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince operiert hat. Sein Herzensprojekt ist das St. Martin de Porres Hospital in der Stadt Eikwe in Ghana. Seit 2011 pflegt Dr. Steinhorst eine enge Beziehung zu diesem Krankenhaus. Er arbeitet dort als ehrenamtlicher Chirurg, als Ausbilder, als Partner. Mit Hilfe seiner Familie und einem großen Freundeskreis gelangen vom Röntgengerät über OP-Tische bis zu chirurgischen Instrumenten und Implantaten notwendige Dinge nach Eikwe – aus Spenden finanziert.

Das Kooperationsprojekt sowie die Arbeit im Krankenhaus vor Ort in Ghana können mit Geldspenden unterstützt werden:

Bankverbindung

Bank für Sozialwirtschaft AG,
GS Hannover
IBAN: DE37 3702 0500 0005 4724 00
BIC: BFSWDE33HAN
Verwendungszweck: Dr. Steinhorst
Online-Spenden: roteskreuzkrankenhaus.de/spenden

40. Bremer Rheumasymposium am Samstag, 19. November 2022

Ärzte-Fortbildungsveranstaltung im Rotes Kreuz Krankenhaus

Auf dem Bremer Rheumasymposium, organisiert durch das Bremer Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus, tauschen sich Ärzte und Wissenschaftler über den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen aus. Die Themen des Symposiums sind nach den Wünschen der teilnehmenden Haus- und Fachärzte für ihre tägliche Praxis ausgerichtet. Die Volkskrankheit Rheuma ist mit ihren zahlreichen verschiedenen Krankheitsbildern ein komplexes Feld. Wichtig für die schnelle Diagnose ist neben der engen Kooperation der beteiligten Berufsgruppen auch die Weiterbildung von Hausärzten, Orthopäden und Rheumatologen – gerade in Zeiten des deutschlandweiten Mangels an Rheumatologen. Dieser Aufgabe widmet sich das anerkannte und DGRh- zertifizierte (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.) Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus.

Die Themen 2022

  • Fortschritte in der Diagnostik und die erheblich erweiterten Therapiemöglichkeiten (neue Biologika, Januskinase-Hemmer) bei Spondyloarthritiden. Die Spondyloarthritiden umfassen eine Gruppe klinisch oft sehr heterogen verlaufender Erkrankungen mit Entzündungen an Wirbelsäule, Gelenken und extraartikulären Strukturen.
  • Das Krankheitsbild Systemischer Lupus Erythematodes. Der Systemische Lupus Erythematodes ist eine komplexe, den ganzen Körper befallende Autoimmunerkrankung. Das klinische Spektrum reicht von milden Verläufen mit Haut-und Gelenkbeteiligung bis hin zu schwersten Verläufen mit Beteiligung u.a. der Nieren, des Herzens, der Lungen oder des Gehirns.
  • Rheumatische Manifestationen an der Haut. Jedes Organsystem des menschlichen Körpers kann von rheumatischen Erkrankungen betroffen sein.
  • Neue Therapieansätze in der modernen Schmerztherapie.
  • Neue Erkenntnisse und Behandlungsempfehlungen bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Sehnen und Enthesien. Diese gehören zu den häufigsten und zum Teil auch hartnäckigsten Beschwerden am Bewegungsapparat.

Rotes Kreuz Krankenhaus reicht Bauunterlagen für Weiterentwicklung und Stärkung der Pandemiefähigkeit der Klinik ein

Die Gesundheitsbehörde hatte im Frühsommer 2021 alle Kliniken im Land Bremen dazu aufgerufen, Konzepte für das Förderprogramm „Stärkung der Pandemiefähigkeit“ einzureichen. Das Konzept des Rotes Kreuz Krankenhauses, welches die Behörde überzeugte und deshalb voraussichtlich mit etwa 20 Millionen EUR gefördert werden soll, umfasst u.a. die bauliche Erweiterung und Modernisierung der Intensivstation und der Isolierkapazitäten, die konsequente Bereichs- und Wegetrennung zwischen infektiösen und nicht infektiösen Patienten und eine Reorganisation der Logistik sowie die Einrichtung einer pandemiefähigen Kurzzeitpflege. Die Gesundheitsdeputation und der Haushalts- und Finanzausschuss haben der Senatsvorlage im Januar 2022 zugestimmt, die Planungen wurden seitens der Klinik im Frühjahr und Sommer, unter Einbezug von Mitarbeiter:innen der zu planenden Bereiche, konkretisiert. Die fertigen Unterlagen hat die Klinik Ende September zur finalen baufachlichen Prüfung eingereicht.

Das Rotes Kreuz Krankenhaus war und ist in der Corona-Pandemie – wie zuvor schon 2011 bei EHEC – von Beginn an besonders gut vorbereitet und sehr stark in die Versorgung der Patienten eingebunden. „Wir haben schnell gelernt, dass eine Pandemie uns ein Höchstmaß an Flexibilität abverlangt, auch – und besonders – in den Krankenhäusern. Notwendig ist sowohl die Flexibilität in den Arbeitsstrukturen und –abläufen, als auch die flexible Nutzbarkeit baulicher Strukturen. Wir planen, pandemiebewährte, bislang nur „provisorische“ Strukturen und Konzepte dauerhaft stabil nutzbar zu machen und damit auch weitere Bereiche zu dynamisieren“, erläutert Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer des RKK. Das Konzept vereint notwendige medizinische Anpassungen mit Modernisierungen, um das Haus pandemiefähiger und dabei zugleich fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen. „Wir werden also perspektivisch auf kommende Pandemiesituationen vorbereitet sein und können weiterhin leistungsfähige Krankenhausversorgung gewährleisten“, so Klingelhöfer. Die Bettenkapazität erhöht sich dadurch nicht. Geplant ist ein Erweiterungsbau zwischen Haupthaus und Gebäude der Bremischen Schwesternschaft. Die wichtigsten Vorhaben sind die:

  • Optimierung der Materiallogistik durch einen neuen Logistikbereich
  • Erweiterung, Modernisierung und Umbau der Intensivstation (im laufenden Betrieb)
  • Einrichtung einer separaten Infektionsstation (erweiterbar: Infektionsebene)
  • Trennung zwischen „infektiösen“ und „nichtinfektiösen“ Bereichen
  • Einrichtung einer Pandemie-fähigen Kurzzeitpflege (24 Plätze)
  • Insgesamt flexibel nutzbare Erweiterung der Flächen in einem Anbau

Die zeitliche Umsetzung des Vorhabens wird stark von der Entwicklung der Corona-Pandemie, von der Energie-Krise und von Lieferengpässen bestimmt werden. Durch die allgemeinen Kostensteigerungen erhöht sich die als Eigenleistung berechnete Verdoppelung der Fördersumme dynamisch. Ganz entscheidend wird aber auch sein, dass Krankenhäuser durch staatliche Hilfen über die aktuelle schwere wirtschaftliche Bedrohung hinweg stabilisiert und dadurch überhaupt erst wieder in die Lage versetzt werden, zukünftig wieder eigenverantwortlich erfolgreich wirtschaften zu können.

Standhafte Schlittenprothesen

Seit 2014 liefert das zertifizierte Endoprothetikzentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) alle Operationszahlen und Ergebnisse standardisiert an das deutsche Endoprothetikregister (EPRD). Jetzt liegt die Klinikauswertung 2022 vor, sie erfasst alle von 2014 bis 2021 durchgeführten primären- und Wechseloperationen an Knie- und Hüftgelenken im RKK und stellt diese in den deutschlandweiten Vergleich mit allen anderen EPRD-registrierten Krankenhäusern. Die Auswertung 01/2022 bestätigt nicht nur die gute Qualität hinsichtlich Standzeiten und Benchmark für die elektive Gelenkchirurgie. Im RKK halten die implantierten Schlittenprothesen mehr als doppelt so lange wie im Bundesdurchschnitt.

Alle drei Jahre wird ein Endoprothetikzentrum von externen Fachleuten auf Herz und Nieren geprüft. Die Zertifizierung ist unter anderem an Mindestzahlen von Einsatz- und Wechseloperationen und eine bestimmte Anzahl von Operationen der einzelnen Ärzte gebunden. Die Daten und Fakten fließen nach erfolgter Einführung des Systems an das Deutsche Endoprothesenregister. Jährlich erfolgt außerdem die Überprüfung von Standards durch ein Überwachungsaudit – zuletzt im September 2022 im RKK.

FAZ-Institut listet „Deutschlands beste Krankenhäuser“ 2022

Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen ist kürzlich vom F.A.Z.-Institut das dritte Jahr in Folge mit dem Zertifikat „Deutschlands beste Krankenhäuser“ ausgezeichnet worden, einem „Gütezeichen für Qualitäts- und Patientenorientierung“, so die FAZ. Dies gelingt, laut FAZ, nur wenigen Unternehmen.

Des Weiteren wurden in diesem Jahr wieder einzelne Krankenhausabteilungen analysiert. Auch hier hat das RKK hervorragend abgeschnitten und wird „für die Abteilungen Rheumatologie: Orthopädie mit Schwerpunkt Rheumatologie, Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie| Orthopädie und Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie | Schmerzmedizin ausgezeichnet“.

Die Studie sowie Informationen zur Methode, Auswertung und wissenschaftlichen Begleitung wurde auf faz.net veröffentlicht. Das F.A.Z.-Verlagsspezial zu Deutschlands besten Krankenhäusern 2022 erschien Mitte Juli in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Erstes Bremer Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie ausgezeichnet

Die Deutsche Fachgesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat dem Hernienzentrum der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) das Gütesiegel „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ verliehen. Damit ist das RKK Bremens erstes und bislang einziges Krankenhaus mit einem durch die zuständige Fachgesellschaft offiziell zertifizierten Hernienzentrum. Hernien – also Eingeweidebrüche, wie Leisten-, Bauchwand-, Narben oder Zwerchfellbrüche – gehören zu den häufigsten chirurgischen Erkrankungen. In Deutschland erleiden rund 275.000 Menschen jährlich einen Leistenbruch, knapp 100.000 Menschen einen Bauchwandbruch.

„So eine Zertifizierung durch die zuständige medizinische Fachgesellschaft ist nicht nur mit nachweisbar hervorragender Arbeit, sondern auch mit viel zusätzlichem Engagement, Organisations- und Dokumentationsaufwand verbunden“, sagt Dr. Alexander Friedemann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK. Zentrumskoordinator Oberarzt Thomas Lahaye erklärt: „Die Prüfer schauen sich die Strukturen vor Ort an und nehmen alle Abläufe und die Dokumentation genau unter die Lupe. Hat die Klinik genügend Erfahrung (Mindestanzahl an Hernien-OPs pro Jahr / Komplikationsrate niedrig)? Erfüllen die Mitarbeiter die Qualifikationen und sind zeitlich verfügbar? Sind Medizintechnik und Behandlungsmethoden auf dem aktuellen Stand? Gibt es eine Sprechstunde, ist auch die Nachsorge gesichert? Fließen alle Daten zur Qualitätskontrolle ins bundesweite Hernienregister? Und das ist längst nicht alles, was geprüft, vor Ort angeschaut und regelmäßig weiter nachgewiesen werden muss.“ „Wir sind sehr stolz, dass wir trotz der hohen Belastung in der Corona-Krise kontinuierlich weiter an der Qualität der Behandlung unserer Patienten im Rotes Kreuz Krankenhaus arbeiten“, betont Chefarzt Dr. Friedemann.

Was sind Eingeweidebrüche (Hernien) und wie werden sie behandelt?

Bei Eingeweidebrüchen entstehen Lücken in der Bauchwand oder im Zwerchfell, durch die sich infolge des Bauchinnendrucks ein so genannter Bruchsack vorwölben kann. Es besteht die Gefahr, dass mit dem Bauchfell auch die im Bauch gelegenen Organe oder Eingeweide nach außen dringen und sich einklemmen. Das kann lebensgefährlich sein. Deshalb ist bei Eingeweidebrüchen ein frühzeitiger operativer Eingriff häufig notwendig. Wird die Hernie rechtzeitig versorgt, geht dies in der Regel unproblematisch.

Bei Leisten- und Bauchwandbrüchen gibt es verschiedene, langjährig erprobte Verfahren, mit denen Operateure den Bruchinhalt sicher in den Bauchraum zurückverlagern, die Bruchpforten verschließen und das Gewebe stärken können. Welches Operationsverfahren und welches Art der Narkose empfohlen wird, hängt von Art und Ausprägung der Hernie sowie den individuellen körperlichen Voraussetzungen des Patienten ab. Die allermeisten Hernien behandeln wir im Rotes Kreuz Krankenhaus minimal-invasiv und – je nach Befund – ambulant oder stationär. Mit Hilfe kleinster Bauchschnitte werden die Brüche in Vollnarkose beseitigt und das Gewebe mit Hilfe von Kunststoffnetzen (Mesh) stabilisiert. Bei großen komplexen Brüchen kann auch eine offene Operation notwendig sein, bei der die Bruchlücke entweder mit einem Netzimplantat oder durch eine bestimmte Nahttechnik verschlossen und die Bauchdecke rekonstruiert wird. Nur bei Zwerchfellbrüchen kann die individuelle Therapieempfehlung sowohl operativ als auch medikamentös getroffen werden.

Was tun, wenn's brennt? Evakuieren!

Und wieder wurde ein Notfall geübt: Nach dem Schockraumtraining im Mai – hier wurde die Erstversorgung Schwerverletzter geprobt - gab es im Rotes Kreuz Krankenhaus eine Evakuierungsübung im Brandfall.

Wie sind die Erstmaßnahmen - noch bevor die Feuerwehr eintrifft? Wie läuft die strukturierte Evakuierung von Patienten auf einer Station, wenn es dort brennt? Wie ist die effektive Kommunikation untereinander vorgesehen? Ca. 40 Mitarbeitende aus allen Bereichen, eingeteilt in „Patienten“, Einsatzteam und Helferteam spielten den Notfall durch und kamen dabei ordentlich ins Schwitzen - ganz ohne Feuer.

Nach Beendigung der Übung und Manöverkritik gab es Eis für alle.

Operieren mit Freunden in Ghana

Dr. Bernward Steinhorst ist Chirurg, Oberarzt und geschätzter Ausbilder in der Zentralen Notaufnahme im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK). Mindestens drei Monate jedes Jahr verbringt er dort, wo Hilfe mehr als dringlich ist und in seinen Augen Pflicht für die westlichen Konsumgesellschaften- so arbeitete er beispielsweise ehrenamtlich mit „Ärzte ohne Grenzen“ in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince.

Sein Herzensprojekt aber ist das St. Martin de Porres Hospital in der Stadt Eikwe in Ghana. Seit 2011 pflegt Dr. Steinhorst eine enge Beziehung zu diesem Krankenhaus. Er arbeitete dort mehrfach wochenlang – als ehrenamtlicher Chirurg, als Ausbilder, als Partner. Mit seiner Hilfe gelangen vom Röntgengerät über OP-Tische bis zu medizinischer Ausrüstung auch die aktuell dringlichsten Dinge nach Eikwe – aus Spenden finanziert.

Auf seiner Reise im März 2022 begleitete ihn drei Wochen lang Assistenzärztin Neele- Annika Marencke aus dem RKK. Medizinischem Personal aus dem St. Martin de Porres Krankenhaus eine Hospitation im Rotes Kreuz Krankenhaus in Bremen anzubieten und auf der anderen Seite Ärzt:innen des RKK die Erfahrung der Arbeit in Ghana zu ermöglichen, ist ein sein Ziel.

Dr. Steinhorsts Arbeit in Ghana kann mit Geldspenden unterstützt werden: Bankverbindung

Bank für Sozialwirtschaft AG,
GS Hannover
IBAN: DE37 3702 0500 0005 4724 00
BIC: BFSWDE33HAN

Online-Spenden: roteskreuzkrankenhaus.de/spenden
Verwendungszweck: Dr. Steinhorst

Übung zur Erstversorgung Schwerverletzter

Fortbildung im Rotes Kreuz Krankenhaus für Mediziner und Pflegende in der unfallchirurgischen Akutversorgung

Eine 20 Jahre alte, alkoholisierte Frau wird vom Rettungsdienst ins RKK gebracht – nach einer Schlägerei zwischen zwei verfeindeten Gruppen an der Schlachte. Man sieht Prellungen und Hämatome am ganzen Körper, aus einer Messerstichverletzung im linken Unterbauch sickert Blut heraus. Die unruhige Patientin ist bleich und kaltschweißig, hat Schmerzen überall. Diese Szenerie war Teil einer großen Simulationsübung im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen am heutigen Samstag. Beim “Schockraumtraining” probten am 7. Mai vierzig Anästhesisten, Chirurgen sowie Pflegepersonal der Funktionsbereiche der Neustädter Klinik den Ernstfall. „Diese intensive Art der Fortbildung im Team ist in der Organisation sehr aufwendig - aber unheimlich effektiv“, weiß Dr. Bernward Steinhorst, Facharzt für Chirurgie, Viszeral- und Unfallchirurgie und Oberarzt der Zentralen Notaufnahme am RKK. „Die jungen Kolleg:innen können ihr Know-how in der Erstversorgung Schwerverletzter später nicht nur im RKK-Traumazentrum, sondern überall auf der Welt einsetzen. Das ist in diesen Zeiten für viele sehr wichtig“.

Teil eins des fünfstündigen Workshops unter der Leitung von Chefarzt Dirk Hadler und Oberarzt Dr. Steinhorst waren drei Schockraumszenarien mit lebensecht geschminkten, schauspielerisch versierten und vorab gebrieften „Patienten“. In vier Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den jeweils “realen” Unfallopfern. Danach ging es ins Tagungszentrum zum zweiten Teil des Workshops mit dem Thema „Atemweg“. Die Anästhesisten Florian Altschäffl und Johannes Knötzele, Mit-Initiatoren der Fortbildung, übten dort in den Gruppen das Atemwegsmanagement inkl. Intubation mit Hilfe von Puppen. Im dritten Teil ging es um „Atmung und um Anwendung von Schienen“. Die Unfallchirurgen Axel Loof, Henning Wilken und Mathis Vogel spielten mit den Teilnehmern Diagnose und Therapie bei imaginären Patienten exemplarisch durch – vom Sturz, über den Motorradunfall bis zur häuslichen Gewalt. Geübt wurde auch das Legen von Thoraxdrainagen – an der Schweinehälfte. Auch der Umgang mit Extremitätenschienen war Teil des Programms. In Workshop vier widmeten sich die Übungsleiter Lukas Kölbel und Tommy Lahaye dem Thema „Kreislauf und Schock“ inklusive Übungen zur Anlage von Gefäßzugängen.

RKK-Chefärzte auch 2022 auf der Focus-Liste der Top-Mediziner in Deutschland

Die beiden Chefärzte des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen sind erneut auf der Focus-Liste der Top-Mediziner Deutschlands vertreten. (Ausgabe Focus Gesundheit April 2022). Dr. Arnold, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, erhielt gleich zwei Auszeichnungen für die Fachgebiete Operative (orthopädische) Rheumatologie und Fußchirurgie. Prof. Kuipers ist als Internistischer Rheumatologe erneut in der Liste „Deutschlands TOP-Mediziner“ vertreten.

Das Münchener Nachrichtenmagazin „Focus“ veröffentlicht seit 1993 regelmäßig Listen deutscher Spitzenärzte. In die Empfehlung flossen Informationen zu Behandlungsleistungen, Reputation, Qualifikation, wissenschaftlichem Engagement und Serviceangeboten ein, die sich aus einer großen Ärztebefragung und öffentlich verfügbaren Daten ergeben.

Rheumazentrum-Chefärzte auf der „Stern-Liste“ Deutschlands ausgezeichneter Ärzte/Spezialisten

Prof. Jens Gert Kuipers, internistischer Rheumatologe, speziell in den Bereichen Seltene Rheumatische Erkrankungen, Spondyloarthriden, Rheumatoide Arthritis und Dr. Ingo Arnold, orthopädischer Rheumatologe, in den Gebieten Osteoarthropathien und Spezielle Fußchirurgie.

Laut “Stern“ wurde für die Auszeichnung von Ärzt:innen bewusst ein mehrdimensionaler Ansatz gewählt. Die Basis bilden persönliche Interviews mit Mediziner:innen und deren Empfehlungen. Hinzugezogen wurden auch Daten etwa über die Publikation von Fachveröffentlichungen, besondere Qualifikationen und Bewertungen von Patienten (keine manipulationsanfälligen Online- Empfehlungen).

Selten, aber nicht allein

Mit der Aktionswoche „Selten, aber nicht allein“ möchte Deutschlands größter Selbsthilfeverband Betroffenen Mut zusprechen, ihnen zeigen, dass sich gemeinsam trotz Erkrankung viel bewegen lässt und ihnen sein breites Angebot an Beratung, Information und Unterstützung vorstellen. Die Aktionswoche startet am Tag der Seltenen Erkrankungen, 28. Februar 2022, und endet am 7. März.

Informationen der Rheuma-Liga zur Aktionswoche

Details zur Aktionswoche und die Podcastreihe „Seltene“ finden Sie unter www.rheuma-liga.de, das Online-Expertenforum zum Thema unter www.forum.rheuma-liga.de und mehr zu seltenen rheumatischen Erkrankungen und den speziellen Angeboten der Rheuma-Liga unter www.seltene.rheuma-liga.de

Das vollständige Programm und weitere Informationen… (PDF, 100KB)

Technischer Defekt löst Brand aus

Um 8.30 Uhr brannte der Akku einer elektrischen Liege in einem Raum der Zentralen Notaufnahme des Rotes Kreuz Krankenhauses. Mitarbeiter löschten den Brand umgehend, es befanden sich keine Patienten im Zimmer.

Die herbeigerufene Feuerwehr war sofort zur Stelle und kontrollierte noch einmal den Raum und angrenzende Bereiche. Die Zentrale Notaufnahme und umliegende Bereiche wurden dabei vorsorglich gesperrt, die Patienten in anderen Räumlichkeiten weiterbehandelt.

Versorgung Schwerverletzter spitze: Traumazentrum des Rotes Kreuz Krankenhauses erneut rezertifiziert

Hervorragende Strukturen, bewiesene Qualität und ein effektives, kollegiales Zusammenspiel der Ärzte und Pflegefachkräfte bei der Versorgung Schwerverletzter: Das bescheinigte ein von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie beauftragter Auditor dem Team des RKK. Er kam in die Klinik, um das Lokale Traumazentrum auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Der Auditor kontrollierte die Wege und Stationen, die ein schwerverletzter Patient durchläuft - von der Zentralen Notaufnahme über die Radiologie, den OP bis zur Intensivstation. Mit dabei: Chirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner, Radiologen und Pflegefachkräfte. Außerdem nahm der Fachprüfer die standardisierten Verfahren und Anweisungen, Protokolle und Fortbildungsnachweise unter die Lupe und schaute sich notwendige Geräte und Instrumente,beispielsweise im Schockraum der Zentralen Notaufnahme, genau an.

39. Bremer Rheumasymposium am Samstag, 20. November 2021

Auf dem Bremer Rheumasymposium, organisiert durch das Bremer Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus, tauschen sich Ärzte und Wissenschaftler über den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen aus. Die Themen des Symposiums sind nach den Wünschen der teilnehmenden Haus- und Fachärzte für ihre tägliche Praxis ausgerichtet.

Die Volkskrankheit Rheuma ist mit ihren zahlreichen verschiedenen Krankheitsbildern ein komplexes Feld. Wichtig für die schnelle Diagnose ist neben der engen Kooperation der beteiligten Berufsgruppen auch die Weiterbildung von Hausärzten, Orthopäden und Rheumatologen – gerade in Zeiten des deutschlandweiten Mangels an Rheumatologen. Dieser Aufgabe widmet sich das anerkannte und DGRh- zertifizierte (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.) Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus.

Die Themen 2021 Jahr sind:

  • Polymyalgia und Riesenzellarteriitis
  • Rheumatische Manifestationen am Auge
  • ANCA assoziierte Vasculitis
  • Arthrose – Wie diagnostizieren? Wie therapieren? Wie vorbeugen?
  • Die Juvenilen idiopathischen Arthritiden

Endoprothetikzentrum (EPZ) im RKK erneut erfolgreich rezertifiziert

Patient:innen profitieren vom Knie- und Hüftgelenkersatz im RKK - das bestätigte die erneute externe Prüfung. Unter anderem wurden Qualität und Quantität der chirurgischen Eingriffe, die Qualifikation und Zusammenarbeit der Mitarbeiter:innen sowie die fachübergreifenden Behandlungspfade gelobt. Die Prüfer hoben die Professionalität und die “berufsgruppenübergreifende konstruktive, engagierte, freundliche und sehr gute Zusammenarbeit” im Endoprothetikzentrum sowie dessen stetige qualitative Weiterentwicklung hervor. Besondere Anerkennung fanden das durchdachte Schmerzkonzept, welches einen hohen Autonomiegrad der pflegerischen Mitarbeitenden ermöglicht, und das Weiterbildungskonzept für die Ärztinnen und Ärzte im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen.

Das von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Endoprothetik und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie entwickelte Zertifizierungssystem EndoCert kontrolliert seine Teilnehmer jährlich. Alle drei Jahre erfolgt eine erneute Zertifizierung, bei der alle Behandlungsschritte auf Herz und Nieren überprüft werden. Für die Zertifizierung muss ein EPZ strenge Kriterien erfüllen, beispielsweise ist die Zertifizierung an Mindestzahlen von Einsatz- und Wechseloperationen und eine bestimmte Anzahl von Operationen der einzelnen Ärzt:innen gebunden. Die Daten und Fakten fließen nach erfolgter Einführung des Systems an das Deutsche Endoprothesenregister. Das EPZ wird regelmäßig von einer Zertifizierungsgesellschaft auf die Einhaltung dieser Standards überprüft.

Das RKK versorgt seit Jahrzehnten auf hohem Niveau Patient:innen mit künstlichem Gelenkersatz. Durch den Schwerpunkt in der operativen Rheumatologie, Unfallchirurgie und physikalischen Medizin haben die Ärzt:innen die Kompetenz und Erfahrung auch bei schwierigen Fällen. In Kooperation mit der Medizinischen Klinik können auch Patient:innen operiert werden, die aufgrund etwaiger Vorerkrankungen nach einer OP einer intensivmedizinischen Versorgung bedürfen.

Überwachungsaudit Pflege erfolgreich: Pflegemanagement im RKK geprüft

Seit 2014 ist die Bremische Schwesternschaft vom Deutschen Roten Kreuz e.V. – und damit das gesamte Pflegemanagement des Rotes Kreuz Krankenhauses – nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Im Rahmen eines Überwachungsaudits überzeugten sich die Prüfer vom 15.-17.9.21 erneut u.a. vom funktionierenden Pflegeprozess.

Sie prüften den Ablauf und die pflegerische Behandlung eines imaginären Patienten mit Gelenkersatz im Endoprothetikzentrum und lobten die engagierten und kompetenten Mitarbeitenden der Klink. Besondere Anerkennung fand das innovative Konzept der „Fachmentoren“, die fachliche Spezialthemen direkt am Fall unterrichten und der „Zentralen Mentoren“, welche neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Einarbeitung auf den Stationen und bei besonderen Tätigkeiten zuverlässig und regelmäßig zur Seite stehen.

Schon 2014 nach der Zertifizierung hieß es seitens der Prüfer, sie würden sich im RKK bedenkenlos jederzeit selbst einweisen lassen.

Zum 12. September: Europäischer Kopfschmerz- und Migränetag

„Über 90 Prozent aller Kopfschmerzen lassen sich auf Migräne, Spannungs- kopfschmerz und Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) zurückführen, weiß Dr. Joachim Ulma, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK). Unmittelbar lebensbedrohlich sind diese Kopfschmerzen nicht, jedoch schränken sie die Lebensqualität der Patienten ganz erheblich ein. Chronisch ist der Schmerz, wenn er über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an mehr als zehn Tagen im Monat auftritt. In solchen Fällen bringt oft eine spezielle schmerztherapeutische Behandlung, wie sie im Rotes Kreuz Krankenhaus angeboten wird, Linderung. 1981 – vor genau 40 Jahren – entstand dort die erste Schmerzambulanz Bremens. Sie entwickelte sich in den 80er Jahren zum größten Schmerzzentrum in ganz Norddeutschland mit stationären Betten für die Aufnahme chronisch Schmerzkranker. Auch eine Schmerzambulanz ist hier angesiedelt. Für die Diagnostik und Therapie der oftmals komplizierten Schmerzerkrankungen steht dort ein Team aus Schmerztherapeuten, Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Psychologen, Mund-Kiefer- Gesichtschirurgen sowie Physiotherapeuten zur Verfügung.

Spezialisierte Behandlung von Kopfschmerzen

Die Diagnose chronischer Kopfschmerzen kommt meist ohne aufwendige und kostspielige bildgebende Verfahren aus. In spezialisierten Zentren wie im RKK kann die gesamte Bandbreite der Kopf- und Gesichtsschmerzen behandelt werden. Das therapeutische Spektrum reicht von der medikamentösen Therapie, Nervenblockaden, Botoxbehandlungen über Psychotherapie und Biofeedback bis zu Patientenschulungen sowie besonderen Physiotherapieverfahren bei Kopf- und Gesichtsschmerzen. Zusätzlich zur körperlichen und neurologischen Untersuchung liefert ein intensives Patientengespräch die wichtigsten Anhaltspunkte. Hilfreich ist auch ein Kopfschmerz- Kalender, der in Apotheken und auf der Website der DMKG kostenlos erhältlich ist. Darin protokolliert die Patienten Dauer und Häufigkeit der Anfälle, Begleiterscheinungen und Medikation. Mithilfe der Notizen können oft individuelle Trigger erkannt werden. Die Diagnostik der Gesichts- oder Kopfschmerzen erfolgt in der Kopfschmerzsprechstunde der Schmerzambulanz. Zuvor muss das Gehirn mindestens einmal radiologisch untersucht worden sein. Erst wenn die Diagnose steht, wird die Therapie besprochen.

Spezialisierte Behandlung von Migräne

Migräne kennt keine geographischen Grenzen oder soziale Unterschiede. In Deutschland sind etwa 3,7 Millionen Frauen und rund 2 Millionen Männer betroffen, am häufigsten in der Gruppe der 35 – 45- Jährigen. 4 bis 5 Prozent der Kinder erleiden regelmäßig Migräneattacken. Bis zur Pubertät sind Jungen und Mädchen gleich häufig betroffen. Später tritt die Migräne öfter bei Frauen auf. Im fortgeschrittenen Alter gleichen sich Geschlechtsunterschiede wieder aus, die Migräne wird seltener. Migränepatienten berichten von einseitigen, klopfenden Schmerzen, die sich bei körperlicher Aktivität verschlimmern, ihnen ist übel und sie sind licht- und geräuschempfindlich. In manchen Fällen geht der Migräneattacke eine „Aura“ voraus: Der Patient hat vorübergehende Sehstörungen, Kribbeln oder Taubheit in den Gliedmaßen.

Wie Migräne entsteht

Über die Ursachen von Migräne existieren verschiedene Theorien. Im Hirnstamm gibt es gut durchblutete Areale, die als „Migränegenerator“ bezeichnet werden. Durch diesen kommt es zu einer Weitstellung der Gehirngefäße und zahlreiche Entzündungsstoffe werden freigesetzt u.a. Calcitonin Gen Related Peptide (CGRP). Diese verursachen Schmerzen, die über den Nervus Trigemiuns zum Schmerzzentrum geleitet werden. Auch die Gene spielen eine Rolle, da die Migräne familiär gehäuft vorkommt. So genannte Triggerfaktoren können Migräneanfälle begünstigen, z.B. Alkohol, Stress, Koffein- oder Schlafentzug, Hormone, bestimmte Nahrungsmittel oder Wetterumschwünge.

Aktuelle Therapieoptionen

Die besten Ergebnisse erzielen multimodale Therapieansätze, die medikamentöse Prophylaxe mit psychologischen Schulungen kombinieren. Betablocker oder Anti-Depressiva wirken vorbeugend und reduzieren die Intensität und Häufigkeit von Migräneattacken. Unterstützend werden im psychologischen Training Entspannungsübungen (z.B. progressive Muskelentspannung nach Jacobsen) erlernt und Trigger identifiziert.

Bei manchen Patienten wirken schon kleine Änderungen im Lebenswandel vorbeugend, beispielsweise ein regelmäßiger Schlaf-Rhythmus. Gegen die akuten Schmerzen während eines Anfalls helfen verschreibungspflichtige Triptane effektiv. Sie wirken auf die Serotonin-Rezeptoren im Gehirn und hemmen so die Schmerzen. Bei Patienten mit Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder Schlaganfall dürfen Triptane aufgrund ihrer gefäßverengenden Wirkung nicht eingesetzt werden. Eine neue Therapieoption bei chronischer Migräne stellen die Monoklonalen Antikörper gegen den Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP)-Rezeptor (Erenumab) oder gegen CGRP (Eptinezumab, Fremanezumab, Galcanezumab) dar. Sie sind nicht für die Akutbehandlung geeignet, sondern zur prophylaktischen Behandlung zugelassen. Patienten mit vier und mehr Migräneanfällen im Monat können davon profitieren, sofern die anderen Medikamente zur Migräneprophxlaxe (z.B. Metoprolol oder Propranolol), Flunarizin, Topiramat, Valproinsäure oder Amitriptylin nicht wirksam waren, nicht vertragen wurden oder nicht eingenommen werden dürfen. Sie stellen eine Erweiterung der therapeutischen Optionen in der Migräneprophylaxe dar. Aber auch hier muss besonders auf Vorerkrankungen geachtet werden, besonders auf Herz- und Gehirnerkrankungen. Auch Schwangere und stillende Mütter sind von dieser Therapie bislang ausgeschlossen. Häufig nimmt während einer Schwangerschaft die Migränehäufigkeit jedoch deutlich ab.

Vorsicht bei der Selbstmedikation!

In der Regel ist auch gegen Selbstmedikation mit frei verkäuflichen Kopfschmerzmitteln nichts einzuwenden. Vorsicht ist allerdings geboten: Grundsätzlich kann jedes Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen verursachen, wenn es zu häufig eingenommen wird. Medikamenten- Übergebrauchs- Kopfschmerz ist die Folge. „In der Kopfschmerzsprechstunde der Schmerzambulanz am Rotes Kreuz Krankenhaus stellen sich viele Patienten mit einem Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz vor, wobei den meisten dieser Zusammenhang nicht bekannt ist . Viele stehen unter Leistungsdruck, wollen nicht ausfallen und bekämpfen lästiges Kopfbrummen mit Tabletten“, berichtet Dr. Ulma. Die lindernde Wirkung kehrt sich aber nach einiger Zeit ins Gegenteil um, ein dumpf-drückender Dauerkopfschmerz tritt an die Stelle der ursprünglichen Beschwerden. Schmerzexperte Ulma rät: „Um diesen zu vermeiden, sollten Schmerz- und/oder Migränemittel höchstens an zehn Tagen pro Monat und maximal drei Tage in Folge eingenommen werden.“ Therapeutisch wird bei medikamentenbedingtem Kopfschmerz, neben einem notwendigen Entzug, an der Psyche angesetzt. Der psychologisch konditionierte Zusammenhang „Tablette = Schmerzfreiheit“ muss durchbrochen werden.

Sommerliches Grillen in der Mittagspause

Am Freitag, 16. Juli, standen die drei Herren der Geschäftsführung, Dr. Brummerloh, Dr. Langenbeck und Dr. Klingelhöfer, pünktlich um 12 Uhr am Grill auf der Terrasse des Café K, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rotes Kreuz Krankenhauses höchstpersönlich und kostenfrei mit Bratwurst und Roastbeef zu versorgen.
Das Küchenteam und die Kolleg:innen des Dienstleisters r&s hatten da bereits verschiedene Salate und Saucen gezaubert, die Eistruhen, Getränke, Biertischgarnituren bereit gestellt und alles hergerichtet. Dem Andrang zufolge war das spontane Angebot, die Mittagspause bei strahlendem Sonnenschein in geselliger Runde zu verbringen, ein voller Erfolg. Verputzt wurden sage und schreibe 10kg Roastbeef, 200 Geflügel- und 80 vegetarische Würstchen, 40 kg Nudel/Kartoffelsalat, 15 kg grüner Salat und 10 kg Melonenwürfel.
Eine schöne Aktion!

RKK-Chefärzte auch 2021 auf der Focus-Liste der Top-Mediziner in Deutschland

Mit Dr. Ingo Arnold und Prof. Jens Gert Kuipers sind erneut zwei Chefärzte des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen auf der aktuellen Focus-Liste der Top- Mediziner Deutschlands vertreten. (Ausgabe Focus Gesundheit Juni 2021). Dr. Arnold, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, erhielt gleich zwei Auszeichnungen für die Fachgebiete Operative (orthopädische) Rheumatologie und Fußchirurgie. Prof. Kuipers ist als Internistischer Rheumatologe erneut in der Liste „Deutschlands TOP-Mediziner“ vertreten.

Das Münchener Nachrichtenmagazin „Focus“ veröffentlicht seit 1993 regelmäßig Listen deutscher Spitzenärzte. Hauptkriterien für die Bewertung sind nach Angaben des Focus-Magazins Qualität, Häufigkeit von Operation, niedrige Komplikationsrate und hygienische Standards. Zudem gehen Bewertungen durch andere Ärzte gleichen Fachgebietes und Bewertungen von Patienten in die Beurteilung mit ein.

Bundesweiter „Aktionstag gegen den Schmerz“ / Patienten-Seminar

Die Klinik für Schmerzmedizin / Bremer Schmerzzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) beteiligt sich am zehnten bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“. An diesem Tag machen die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. und ihre Partnerorganisationen auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen aufmerksam, die an chronischen Schmerzen leiden. Bundesweit finden in etwa 150 Praxen und Kliniken, in Apotheken sowie Pflegeeinrichtungen Aktionen, Infotage und Vorträge statt. Etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen. Bei sechs Millionen Betroffenen sind die chronischen Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Die Zahl derer, die unter chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen und unter damit assoziierten psychischen Beeinträchtigungen leiden, liegt in Deutschland bei 2,2 Millionen. Die Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland ist jedoch lückenhaft. Information, Beratung und Aufklärung der Patienten sind daher die Ziele des zehnten bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“.

Online Zoom-Patienten-Seminar im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Der Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin, Dr. med. Joachim W. Ulma, stellt am 1. Juni von 17 bis 18 Uhr in einem Online-Zoom-Meeting die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Schmerzforschung vor, die in die Behandlung von chronischen Schmerzen neu aufgenommen wurden. Er informiert über die Entstehung, Behandlung und Vorbeugung von chronischen Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Anschließend steht er für Fragen im Online-Chat zu Verfügung. Infos und Anmeldung: www.roteskreuzkrankenhaus.de/veranstaltungen. Die Zugangsdaten für das Zoom-Meeting werden am Vortag per E-Mail an die Teilnehmer verschickt.

Chronische Schmerzen professionell behandeln – im spezialisierten Schmerzzentrum!

„Die meisten Schmerzen gehen zum Glück vorüber, wenn ihre auslösende Ursache erkannt und erfolgreich behandelt werden konnte. Wenn die Schmerzen allerdings nicht rechtzeitig und ausreichend gelindert werden können, entstehen durch komplexe neurobiologische Umbauvorgänge in unserem Gehirn Gedächtnisstrukturen für Schmerzen. „Das Gehirn lernt - und behält nun die Schmerzen in einer Art Schmerzgedächtnis“ weiß der Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin, Dr. Joachim W. Ulma, der selbst an einer Studie zu zentralen neuroplastischen Veränderungen bei Schmerzen mitgearbeitet hat. Leistungsverlust und seelisches Leid sind oft die Folge – das tägliche Leben steckt in der Krise.

Bei etwa acht Prozent der deutschen Bevölkerung ist dies der Fall. „Dann hilft es nicht, nur eine Tablette einzunehmen oder an einer Gruppentherapie teilzunehmen. Es muss ein individuelles, auf den Patienten abgestimmtes Therapiekonzept durch ein geschultes Therapeutenteam mit dem Patienten erarbeitet und auf den Weg gebracht werden. Ebenso ist es wichtig, noch bestehende Schmerzursachen abzuklären und zu behandeln“, sagt der erfahrene Schmerzmediziner. „Besonders die fachübergreifende Zusammenarbeit mit den Rheumatologen, den Rheumaorthopäden, den Unfallchirurgen und Physiotherapeuten sowie den Haus- und Fachärzten hat dazu beigetragen, dass seit über 40 Jahren eine sehr erfolgreiche Schmerzmedizin im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen angeboten werden kann“ betont Ulma. „Unsere Exzellenz ist nicht das Können eines Einzelnen. Es beruht auf der Fähigkeit, die medizinisch fachlichen und pflegerischen Kompetenzen für die Schmerzpatienten zu bündeln“, beschreibt Ulma den Erfolg des Behandlungsteams. Er mahnt, dass die Schmerzmedizin nicht zu einer „Low Budget Medizin in der Gruppe“ verkommen darf.

Dem engagierten Schmerzmediziner ist es gelungen, eins von insgesamt 15 QST-Laboren in ganz Europa in der RKK-Schmerzklink zu etablieren. Ein QST-Labor (QST = Quantitative Sensorische Testung) wird benötigt, um eine schmerzhafte Erkrankung der kleinsten Nervenfasern festzustellen. Nervenschmerzen stellen einen weiteren Behandlungsschwerpunkt der Klinik dar. Daneben ist Herr Dr. Ulma einer der wenigen von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zertifizierten Kopfschmerz-Spezialisten in Bremen. Sowohl in der Schmerzambulanz als auch in der Klinik für Schmerzmedizin selbst werden alle chronischen Schmerzerkrankungen behandelt und das gesamte schmerztherapeutische Spektrum angeboten – inklusive stationärer Betten für schwerst Schmerzkranke.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist mit mehr als 3500 Mitgliedern die größte wissenschaftliche Schmerzgesellschaft Europas. Menschen mit chronischen Schmerzen brauchen mehr Unterstützung, denn sie werden nicht optimal versorgt. Das zeigt sich auch im Anstieg chronischer Schmerzerkrankungen. „Jetzt ist die Gesundheitspolitik gefragt. Die Schmerzgesellschaft hat ihre Anliegen formuliert und fordert die Parteien auf, diese in ihre Wahlprogramme für die nächste Legislaturperiode zu integrieren“, betont Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V.Zudem appelliert die Deutsche Schmerzgesellschaft an die Gesundheitsminister der Länder und des Bundes (GMK), die Umsetzung deren Vereinbarung von vor sechs Jahren zu evaluieren und weitere nächste Schritte zu beschließen. „Der Handlungsbedarf ist weiterhin groß, wie auch eine Bestandsaufnahme der Deutschen Schmerzgesellschaft bei den Bundesländern verdeutlicht“, ergänzt Isenberg.

Rheuma-Lehrauftrag in Oldenburg

Chefarzt Prof. Dr. Jens Gert Kuipers, Leiter des Rheumazentrums Bremen am Rotes Kreuz Krankenhaus ist neuer Lehrbeauftragter für Rheumatologie im Modellstudiengang Humanmedizin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seit 2012 werden dort Medizinerinnen und Mediziner in Oldenburg und Groningen ausgebildet.

Die länderübergreifende Struktur des Medizinstudiengangs (European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS)) ist einzigartig in Europa. Die EMS zeichnet sich durch ihr stark praxis- und forschungsorientiertes Lehrkonzept aus. Neben medizinischem Wissen wird den Studierenden vor allem die Fähigkeit vermittelt, sich professionell und empathisch den Patienten zu widmen.

Mindestens ein Jahr verbringen die Studierenden während ihres sechsjährigen Studiums an der Rijksuniversiteit Groningen.

Außergewöhnliche Auszeichnung

Das New Yorker Magazin Newsweek hat mit Hilfe des bekannten online-Portals für Statistik, “Statista”, die besten Krankenhäuser weltweit 2021 ermittelt. Für Deutschland als World´s Best Hospitals 2021 mit dabei: Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen.

Um die Qualität und Validität der Studie zu garantieren, habe man eine umfassende Methodik entwickelt, die z.B. Empfehlungsraten medizinischer und pflegerischer Experten, medizinische Kennzahlen, wie Behandlungsqualität, Patientensicherheit, Hygiene und Patientenbewertungen einbezieht - so Newsweek.

Kliniken aus 25 Ländern wurden nominiert, davon 171 von 1.925 deutschen Kliniken. Die Liste der ausgezeichneten Kliniken und mehr Informationen zur Methodik der Studie gibt es unter https://www.newsweek.com/best-hospitals-2021/germany

Gefäß-Experten beraten am Telefon

Arterien und Venen sind die lebenswichtigen Verbindungsglieder zwischen den Organen unseres Körpers. Über dieses Rohrleitungssystem erfolgt die Versorgung aller Körperzellen mit Sauerstoff und Energie sowie der Transport von Abfallstoffen. Jede Störung im Blutkreislauf kann schwerwiegende Folgen haben. Bluthochdruck, Rauchen, zu wenig Bewegung und falsche Ernährung sind Risikofaktoren für die Gefäße - Durchblutungsstörungen sind die Folge. Fast jeder dritte Bundesbürger hat verkalkte Gefäße. Die häufigste arterielle Gefäßkrankheit ist die Minderdurchblutung der Beine, auch Schaufensterkrankheit oder Raucherbein genannt. Besonders gefährlich ist die Verengung einer Halsschlagader, die Ursache für einen Schlaganfall sein kann. Es gibt aber auch bedrohliche Erweiterungen von Blutgefäßen, zum Beispiel die Aussackung der Bauchschlagader (Aneurysma). So ein ausgeweitetes Blutgefäß kann platzen und schnell zum Tod führen. Auch Krampfadern und Thrombosen sind typische Gefäßerkrankungen. Behandelt wird je nach Diagnose medikamentös, operativ und heutzutage zu einem Großteil “interventionell”: Mit einem Katheter gelangen die Ärzte unter Röntgendurchleuchtung an die erkrankte Stelle. Dort kann die Arterie mit speziellen Kathetern behandelt werden (Stents). Vorbeugung ist möglich und auch die Behandlung kann Erfolg haben, wenn die Ursache für Gefäßerkrankungen früh erkannt und Spezialisten aufgesucht werden.

In der telefonischen Sprechstunde im Rotes Kreuz Krankenhaus am Mittwoch. 17. März von 16 bis 17.30 Uhr beraten der Chefarzt des Bremer Gefäßzentrums, Dr. Frank Marquardt, und der Leitende Oberarzt, Dr. Frank Trösch, rund um Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Durchblutungsstörungen. Sie sind telefonisch erreichbar unter: 0421-55 99 188 und 0421-55 99189.

Für Patienten mit krankhaften Erweiterungen und Einrissen der Hauptschlagader (Aorta) gibt es im Aortenzentrum der spezialisierten Klinik am St.-Pauli-Deich 24, 28199 Bremen, eine individuelle Beratung. Anmeldung für die Aorten-Sprechstunde unter Tel. 0421 - 55 99-880.

Ohrenretter und Kaffee für alle

Sie helfen nicht nur speziell Trägern von Hörgeräten und Brillen sondern auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus: die Ohrenretter von Hörakustik Schmitz. Eine Klammer aus biologisch abbaubarem Kunststoff, mit 3D-Druckern selbst entwickelt und produziert, hält die Gummibänder von FFP2-Masken am Hinterkopf, so dass die Ohren beim Maske tragen frei bleiben.

1.000 Stück brachte Geschäftsführer Uli Schmitz als Spende im RKK vorbei.

Das RKK freut sich ebenso über eine großzügige Filterkaffee-Spende der Firma Jacobs Douwe Egberts für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik.

Impfstart im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Am Donnerstag, 14. Januar 21, fiel der Startschuss für die Impfung des Krankenhauspersonals im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK). Um 10:00 Uhr wurde der erste Mitarbeiter gegen das Corona-Virus geimpft. Mit gutem Beispiel voran ging Krankenhaushygieniker Michael Bojarra. Als Arzt, Hygieniker, Corona-Krisenstabsmitglied und Impfzentrumsbeauftragter ist er seit Monaten an vorderster Front tätig. „Ehrensache“, sagt Michael Bojarra zur eigenen Impfbereitschaft, „je mehr Mitarbeiter geimpft sind, desto sicherer ist es für alle anderen – Kolleginnen und Kollegen ebenso wie Patientinnen und Patienten“.

Geimpft wurden zunächst Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der “Kategorie 1“. „Dies sind Mitarbeitende, die auf der Intensivstation arbeiten, in den Ambulanzen (Zentrale Notaufnahmen ZNA1 und ZNA2) auf den Covid- Stationen sowie Kolleginnen und Kollegen aus Dialyse, Anästhesie und der Endoskopie. „Es handelt sich um alle Mitarbeitenden, die in engem Kontakt zu Corona-Patienten stehen - also nicht nur pflegerisches und ärztliches Personal, sondern auch Physiotherapeuten, Reinigungspersonal, Hostessen, FSJler/Bufdis, Auszubildende, PJ-Studenten etc.“, erklärt der Internist Bojarra. Der Andrang impfbereiter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die ersten 70 „Moderna“-Impfdosen war groß. Die Gesundheitsbehörde hat für die Zukunft kürzere Lieferintervalle und eine steigende Anzahl zur Verfügung stehender Impfdosen angekündigt.

Die Station 3a wurde zum internen Impfzentrum für das Klinikpersonal umfunktioniert. „Wir haben Räume für die ärztliche Aufklärung, die Dokumentation der Impfungen, die Impfungen selbst, Wartebereiche und Nachsorgebereiche eingerichtet und Personal für diese Aufgaben vorbereitet“, erklärt Dr. Martin Langenbeck von der Ärztlichen Geschäftsführung am RKK. Parallel war neben dem RKK-Impfpersonal ein Team des behördlichen Impfzentrums vor Ort im Krankenhaus, welches die Impfungen extra für das Robert Koch-Institut dokumentierte.

„Wir gehen von einer weiterhin insgesamt hohen Impfbereitschaft unserer Mitarbeitenden aus“, sagt Chefarzt Langenbeck. „Wir haben im Dezember angefangen, unsere Mitarbeitenden zunächst in den Teamgesprächen rund um den neuen Impfstoff zu informieren. Aus diesen Gesprächen haben sich Fragen herauskristallisiert, die besonders häufig gestellt wurden. Diese “FAQ” wurden von Fachleuten beantwortet und intern veröffentlicht. Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeitenden mögliche Ängste und Sorgen bezüglich des Impfens in einer vertrauensvollen Atmosphäre ansprechen und diskutieren können, denn so werden viele Sorgen häufig bereits im Vorfeld ausgeräumt“.

Warnung vor Fehlinformationen über Kontraindikation zur „Corona-Impfung“ bei Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Das Bremer Rheumazentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus erreichen zur Zeit vermehrt Anfragen von verunsicherten Patienten, die gehört oder gelesen haben, dass die Impfung gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nicht zu empfehlen und möglicherweise gefährlich sei.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie weist daraufhin, dass diese Information nicht stimmt und hat eine Stellungnahme der Fachgesellschaft DGRH veröffentlicht. Weitere Informationen:

Ein Licht in der Adventszeit

Im Krankenhaus zu liegen und dann noch zu Corona-Zeiten – das ist sicher nichts, was unsere Patienten sich gewünscht haben. Und ausgerechnet zur Advents- und Weihnachtszeit ist das für Viele eine zusätzliche emotionale Herausforderung.

Da wir für unsere Patienten keine Weihnachtsfeier anbieten können, keine Flötenmusik auf den Stationsfluren und auch die allerwenigsten Besuch bekommen dürfen, haben sich unsere Seelsorgerinnen etwas Schönes überlegt. Jeder Patient, der ab dem ersten Advent bis nach Weihnachten stationär aufgenommen wird, bekommt ein kleines LED-Teelicht und eine Weihnachtskarte vom Haus, täglich verteilt durch unsere beiden Seelsorgerinnen und unsere „Bufdis“.

RKK-Rheuma-Chefarzt Prof. Jens Gert Kuipers zu Gast in der NDR TV-Gesundheitssendung „Visite“

Thema am Dienstag, 24. November ab 20.15 Uhr: Rheuma - Organbeteiligung wird häufig übersehen

Rheumatische Erkrankungen können nicht nur den Bewegungsapparat betreffen. Das eigene, fehlgeleitete Immunsystem kann auch Organe wie Haut, Muskeln, innere Organe oder Gehirn angreifen und dort zu Entzündungen führen. Doch Schäden an diesen Organen werden häufig zu spät diagnostiziert oder sogar übersehen. Bei Menschen, die an Rheuma erkrankt sind, sollte deshalb der ganze Körper im Blick stehen, damit bei Arterienverkalkungen früh gegengesteuert werden kann und es erst gar nicht zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommt.

Im Beitrag am 24. November ab 20.15 Uhr sind Prof. Kuipers und Bereichsoberärztin Dr. A. Cole aus dem Bremer Rheumazentrum am RKK mit Patientin Frau H zu sehen. Prof. Kuipers ist zudem Studiogast der Sendung.

Weitere Informationen: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/visite/index.html

Ausbildung von Fachkräften der Labormedizin gesichert

Rahmenkooperationsvereinbarung unterschrieben

Am Montag, 7. September 2020, wurde mit der Unterzeichnung einer Rahmenkooperationsvereinbarung im Rotes Kreuz Krankenhaus die Ausbildung von Fachkräften der Labormedizin (MTLA) in Bremen gesichert. Senatorin Claudia Bernhard: “Ich freue mich sehr, dass die Ausbildung fortgeführt werden kann. Gerade die Corona- Pandemie hat aufgezeigt, wie wichtig es ist, dass ausreichend qualifizierte Fachkräfte im Gesundheitswesen tätig sind. Die Labore und die dort tätigen Menschen haben in den vergangenen Monaten Höchstleistungen vollbracht und an der Eindämmung des Virus einen unschätzbaren Anteil gehabt. Ich danke allen Beteiligten sehr, dass sie es möglich gemacht haben, die Ausbildung zu sichern. Dies ist im Übrigen auch ein konkreter Beitrag für gute Arbeitsplätze für Frauen, die vorrangig den Beruf der medizinisch-technischen Laborassistentinnen oder -assistenten ergreifen.”

Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatte sich die Gesundheit Nord (GeNo) für eine Schließung der MTLA-Schule zum 30. September 2020 entschieden und den Versorgungsauftrag für die 20 Ausbildungsplätze (pro Jahr) an das Land Bremen zurückgegeben. In der neuen Rahmenvereinbarung ist nun festgeschrieben, dass die GeNo von den Kliniken und Laboren insbesondere durch noch stärkere Einbindung der MTLA der Labore in die praktische Ausbildung sowie auch bzgl. der räumlichen und technischen Ressourcen unterstützt wird. Der mit der Ausbildung verbundene Aufwand wird auf diese Weise auf mehrere Schultern verteilt. Beteiligt daran sind niedergelassene Laboranbieter in Bremen und Bremerhaven sowie die in Krankenhäusern ansässigen Labore. Sie werden noch mehr als bisher dafür Sorge tragen, dass eine praktische Ausbildung in den medizinischen Laboren in hoher Qualität stattfindet. Bremen geht damit einen zukunftsorientieren Weg: der praktische Anteil der MTLA-Ausbildung wird durch Reformen des Bundes künftig deutlich mehr Gewicht bekommen.

Beteiligte/Unterzeichnende sind:

  • Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gemeinnützige GmbH
  • DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus gemeinnützige GmbH
  • Krankenhaus St. Joseph-Stift gemeinnützige GmbH
  • Gesundheit Nord g GmbH
  • Klinikum Bremerhaven Reinkenheide gemeinnützige GmbH
  • Labor Dr. Schumacher MVZ GmbH
  • LADR Medizinisches Versorgungszentrum Bremen GmbH
  • MVZ Medizinisches Labor Bremen GmbH

„Deutschlands beste Krankenhäuser“: F.A.Z.-Institut veröffentlicht Publikation

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen erhält Auszeichnung für das gesamte Krankenhaus und für das Gefäßzentrum

Bei der Wahl des Krankenhauses, in dem sie behandelt werden möchten, vertrauen Patienten Studien zufolge zu fast gleichen Teilen der Empfehlung ihres Arztes und der eigenen Informationssuche zur Qualität der Klinik. Die eigene Suche erweist sich jedoch oft als schwierig, denn es gibt eine Vielzahl von Quellen, aus denen die richtigen Informationen gefiltert und bewertet werden müssen.

Das Frankfurter F.A.Z.-Institut und das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) haben zum dritten Mal Daten von über 2200 Krankenhäusern in Deutschland unter die Lupe genommen und führten die Informationen aus verschiedenen Internet-Bewertungsportalen und aus den offiziellen Qualitätsberichten deutscher Krankenhäuser zusammen.

In der Sonderpublikation „Deutschlands beste Krankenhäuser“ veröffentlichte das renommierte F.A.Z.-Institut Mitte Juni den Überblick, welche Kliniken mit ihrem Gesamtangebot glänzen können. Bei den Kliniken zwischen 300 und 500 Betten freut sich das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen über eine Auszeichnung für das komplette Krankenhaus. Die gesamte Rangliste führt 403 Kliniken auf, die zu den Top 25 Prozent ihrer jeweiligen Größenklasse im Spektrum zwischen unter 50 bis über 800 Betten / Unikliniken in sechs Größenkategorien gehören. Außerdem wurde die Klinik für Gefäßmedizin, das Bremer Gefäßzentrum am RKK, ausgezeichnet.

Corona-Infektionen im RKK: Endes des Lockdowns und Teststrategie

Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) hat in dieser Woche erneut alle Mitarbeitenden und Patienten auf das Corona Virus getestet. Stand heute, 31.7.20, sind zehn Mitarbeitende positiv auf COVID-19 getestet. Die beiden weiteren positiven Fälle konnten während der Inkubations/Quarantänezeit dem Ausbruchsgeschehen zugeordnet werden. Es gab keine weiteren positiven Testergebnisse bei Patienten.

Die Absprache mit dem Gesundheitsamt sieht vor, ab Dienstag die Klinik auch für stationäre Patienten wieder zu öffnen. Am Montag werden wieder Patienten vorab für ihre stationäre Aufnahme abgestrichen. Das RKK informiert die Patienten, die dies betrifft, persönlich.

Informationen zur Teststrategie

Ein Corona-Test zeigt immer nur eine Momentaufnahme. Aufgrund der 14tägigen Inkubationszeit des Virus ist es nicht möglich zu sagen, ob das Virus über einen Patienten, Mitarbeiter oder Angehörigen in eine Einrichtung kommt. „Bei Aufnahme in ein Krankenhaus kann ein Patient beispielsweise negativ getestet sein und erst Tage später im Test positiv werden- manchmal sogar erst nach seiner Entlassung. Obwohl er das Virus bereits bei der Aufnahme in sich trug, war dieses zum Zeitpunkt per Test noch nicht nachweisbar. Ebenso kann sich beispielsweise ein Mitarbeiter im privaten Umfeld mit dem Virus anstecken, ohne es zu merken und bei einem präventiven Test in der Klinik, wie ihn das RKK durchführt, plötzlich als Covid-19-positiv auffallen. Solche Situationen und Infektionswege sind nicht vorhersehbar.

Das Rotes Kreuz Krankenhaus ist die erste und einzige Klinik in Bremen, die derart umfassend, häufig und kontinuierlich alle Mitarbeitenden und Patienten testet. Natürlich erhöht dies die Wahrscheinlichkeit von positiven Testergebnissen. „Uns ist es wichtig, den bestmöglichen Einblick und Überblick in der Klinik zu haben, denn nur so kann auch in der Corona-Pandemie in Kooperation mit dem Gesundheitsamt schnell reagiert werden, d.h. Bereiche isoliert und Kontakte aufgedeckt. Um professionell agieren zu können, sobald eine Infektion entdeckt wird, braucht es ein ausgefeiltes Hygienemanagement in der Klinik. Für dieses hat uns das Gesundheitsamt vor und während der Corona-Pandemie mehrfach gelobt“, betont Barbara Scriba-Hermann, Pflegerische Geschäftsführerin des RKK. „Wir testen proaktiv großflächig bereits seit Juni. Wenn wir nicht aus der Erfahrung der ersten entdeckten Infektionen im Juni so regelmäßig, häufig und umfassend im Haus getestet hätten, wäre die zweite Häufung an Infektionen in dieser Form vermutlich nicht entdeckt worden. Wir werden auch weiterhin präventive Testreihen und Kontrolltestungen durchführen“, so Scriba-Hermann.

Eine Lockerung der Regeln, Reisen und der zu beobachtende sorgloser werdende Umgang mit Schutzmaßnahmen vor dem Virus in der Gesellschaft - auch bei Angehörigen von Patienten – werden vermutlich auch Konsequenzen auf das Infektionsgeschehen in den Gesundheitseinrichtungen haben. Es ist zu befürchten, dass sich die positiven Fallzahlen auch in den Krankenhäusern durch möglicherweise bald gelockerte Besuchsregeln erhöhen könnten“, gibt Prof. Dr. Herget-Rosenthal, Ärztlicher Geschäftsführer des RKK, zu bedenken.

Corona-Infektionen im Rotes Kreuz Krankenhaus

Im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen sind über das Wochenende alle Patienten und alle Mitarbeitenden erneut getestet worden. Stand heute, 27.7.20, sind weiterhin neun Patienten und acht (vorher sieben) Mitarbeitende positiv auf COVID-19 getestet. Die Kontakte sind identifiziert und die Infektionsketten nachvollzogen.

Das Haus befindet sich noch bis Freitag, 31. Juli, im vorsorglichen Lockdown mit Aufnahmestopp für stationäre Patienten. In dieser Woche werden alle Patienten und die gesamte Mitarbeiterschaft der Klinik ein drittes Mal (während dieses Ausbruchs) getestet. Da sich ein negativer Test innerhalb von 14 Tagen in einen positiven Test wandeln kann, führt das RKK Testreihen eigenständig umfangreich und mehrfach durch. So sind im Verlauf des Geschehens weiter auftretende, positive Fälle zu erklären.

Das Gesundheitsamt war heute vor Ort und überzeugte sich im Rahmen einer Begehung und in Gesprächen mit Geschäftsführung und Hygienemanagement von den Strukturen und Maßnahmen des RKK im Umgang mit dem Corona-Ausbruch.

Ambulante Operationen und Sprechstunden finden weiterhin statt. Das Café K ist für die Verköstigung der Mitarbeiterschaft ab morgen wieder geöffnet.

RKK befindet sich seit Donnerstagabend vorsorglich im freiwilligen Lockdown

Im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen sind derzeit sieben Mitarbeitende und neun Patienten in den Abteilungen Innere Medizin und Unfallchirurgie positiv auf COVID-19 getestet. Seit Donnerstagnachmittag befindet sich das gesamte Haus unter Sicherheitsaspekten freiwillig und proaktiv in einem vorsorglichen Lockdown. Es besteht zunächst bis Montag ein Aufnahme- und Entlassungsstopp. Das Gesundheitsamt ist der Einschätzung des Krankenhauses heute gefolgt und begrüßt das proaktive Verhalten der Krankenhausleitung sowie alle bereits angeordneten und umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen. Aktuell werden alle Patienten und Mitarbeitenden des RKK getestet. Mit dem Ergebnis ist Montagvormittag zu rechnen.

Sofort bei Auftreten des ersten COVID-19 positiv getesteten Patienten wurden alle Maßnahmen eingeleitet, die das Robert Koch-Institut (RKI) fordert. Die erste Testung erfolgte am 17. und 18. Juli, die nächste Testrunde aller am ersten Tag negativ getesteten Personen erfolgte sieben Tage nach der ersten Testung. Die positiven Patienten wurden in den COVID-Bereich des Krankenhauses verlegt und somit von den jetzt noch unter Verdacht stehenden, übrigen Patienten der beiden betroffenen Stationen separiert. Die beiden betroffenen Stationen waren sofort unter Quarantäne gestellt und ein Aufnahme- und Verlegungsstopp verhängt worden. Die betroffenen sieben Mitarbeitenden befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Patienten mit einem COVID-19-Nachweis gehen für 14 Tage auf die Corona-Isolierstation. Ist der Patient am 14. Tag der Quarantäne symptomfrei, kann er verlegt bzw. nach Hause entlassen werden. Angehörige von COVID-19-infizierten Patienten können sich bei Fragen an das Qualitätsmanagement des RKK, Frau Plötz, wenden unter Telefon 0421 / 55 99-448.

Für das gesamte Haus besteht die Pflicht, FFP2-Masken zu tragen. Es ist im Arbeitsablauf sichergestellt, dass das Personal, welches mit isolierten SARS-CoV2 Patienten im Kontakt ist, genügend Zeit hat, sich die entsprechende Schutzkleidung (PSA bestehend aus Schutzkittel, Handschuhen, Maske und Schutzbrille) anzuziehen. Die Sondermaßnahmen gelten zunächst bis Montag, 27.7.20. In einer gemeinsamen Lagebesprechung mit dem Gesundheitsamt wird dann je nach Stand das weitere Vorgehen besprochen. Bis dahin verweisen wir auf den täglichen Lagebericht des Gesundheitsamtes.

Aktueller Stand Corona Rotes Kreuz Krankenhaus

Alle Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite der Senatspressestelle…

Corona-Infektionen im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Das Rotes Kreuz Krankenhaus verzeichnet fünf Covid-19-infizierte Patienten auf einer Stationsebene (Station a/b). Bei der Verlegung in eine Pflegeeinrichtung wurde eine Patientin routinemäßig getestet. Nach Bekanntwerden ihres positiven Testergebisses wurde umgehend das Gesundheitsamt informiert. Den RKI-Empfehlungen und Vorgaben entsprechend hat die Klinik das Ausbruchsmanagement-Team einberufen, welches für diese Situation alle weiteren Schritte koordiniert und in die Wege leitet.

Die Patienten des Zimmers, in dem die zu verlegende Patientin lag, wurden isoliert und die gesamte Station beidseitig unter Quarantäne gestellt. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wurden die gefährdeten Kontakte in der Mitarbeiterschaft nachverfolgt. Die Testung der Patienten und der Mitarbeitenden der betroffenen Ebene ist abgeschlossen. Alle Mitarbeitenden des gesamten Rotes Kreuz Krankenhauses, die im direkten Patientenkontakt arbeiten, werden an diesem Wochenende abgestrichen. Mit allen Ergebnissen ist spätestens Anfang kommender Woche zu rechnen. In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt läuft die Weiterverfolgung von Kontakten aller Patienten der betroffenen Ebene und in der Mitarbeiterschaft. Für die beiden Stationen der Ebene herrscht ein Aufnahme- und Verlegungsstop.

Das Rotes Kreuz Krankenhaus hat entschieden, zunächst bis Samstag, 18. Juli, keine Patienten stationär aufzunehmen. Am Montag wird das gemeinsame Vorgehen nach erneuter Lagebesprechung mit dem Gesundheitsamt angepasst.

Rotes Kreuz Krankenhaus öffnet wieder für alle stationären Patienten

Das Gesundheitsamt Bremen hat das begrenzte Corona-Ausbruchsgeschehen auf einer Station des Rotes Kreuz Krankenhauses wie erwartet am Freitag, 3. Juli, für offiziell beendet erklärt. Das ganze Krankenhaus ist nun für stationäre Patienten wieder geöffnet.

Das Rotes Kreuz Krankenhaus verzeichnete ab 18.6.20 einen (begrenzten) Corona-Ausbruch in der Klinik. Drei Patient/innen - aus einem Zimmer - sowie acht Mitarbeiter/innen derselben Station waren betroffen. Nachdem alle Patienten und alle Mitarbeitenden der Klinik mehrfach getestet wurden und keine neuen positiven Testergebnisse zu verzeichnen waren, hat das Gesundheitsamt das Ausbruchsgeschehen am 3. Juli 2020 offiziell für beendet erklärt.

Alle Patienten, die wieder operiert werden können, informiert die Klinik bzgl. Terminabsprachen persönlich. Alle Patienten, die das Krankenhaus in den kommenden Tagen regulär verlassen, werden unmittelbar vor ihrer Entlassung getestet.

Begrenztes Corona-Ausbruchsgeschehen im Rotes Kreuz Krankenhaus

Stand Mittwoch, 24.6.20, 14 Uhr, sind weiterhin 11 Personen - acht Mitarbeiter/innen einer Station und drei Patient/innen, aus einem Zimmer auf dieser Station - betroffen. Ein Patient wurde auf die Intensivstation verlegt, die anderen beiden auf die Covid-Station. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Hinweis darauf, dass die Infektionen sich außerhalb dieser Station ausgebreitet haben.

Das Gesundheitsamt war heute auf Einladung des Krankenhauses zur Lagebesprechung im RKK und hat sich von der Umsetzung der durch das Ausbruchsteam initiierten Maßnahmen informiert. Ab Montag, 29.6., wird das Rotes Kreuz Krankenhaus, wenn die Lage im Haus stabil bleibt, wieder für stationäre Patienten öffnen. Dies gilt zunächst für einige in Bremen nur bzw. vorwiegend am RKK vorgehaltene Bereiche, ohne die die Versorgung der Bevölkerung gefährdet wäre. In den medizinischen Schwerpunktbereichen Gefäßmedizin, Rheumatologie, Kardiologie und Tumorchirurgie können dann wieder Patienten stationär aufgenommen und versorgt werden. Alle Patienten, die dies betrifft, informiert die Klinik bzgl. Terminabsprachen persönlich.

Die erste Testung aller Mitarbeitenden der Klinik ist abgeschlossen. Alle Mitarbeitenden werden zwischen Mittwoch, 24.6. und Freitag, 26.6., ein zweites Mal abgestrichen. Dienstag, 23.6. wurden alle stationären Patienten des RKK getestet. Alle Patienten, die das Krankenhaus in den kommenden Tagen regulär verlassen, werden unmittelbar vor ihrer Entlassung getestet.

Am Donnerstag,18.6., teilte ein Klinikmitarbeiter sein positives Testergebnis telefonisch mit. Im RKK wurde daraufhin die Station, auf der der Mitarbeiter tätig ist, für min 14 Tage unter Quarantäne gestellt und das Gesundheitsamt informiert. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wurden zunächst alle Mitarbeitenden und deren enge Kontakte sowie alle Patienten der Station getestet, die gefährdeten Kontakte des Mitarbeiters nachverfolgt und 14 Kolleginnen und Kollegen als enge Kontakte des infizierten Mitarbeiters sofort in Quarantäne geschickt. Den RKI-Empfehlungen und Vorgaben entsprechend wurde das Ausbruchsmanagement-Team einberufen, welches für diese Situation alle weiteren Schritte koordiniert und in die Wege geleitet hat.

Corona-Infektionen im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Stand Dienstag, 23.06.20, 14 Uhr, sind 11 Personen - acht Mitarbeiter/innen einer Station und drei Patient/innen aus einem Zimmer auf dieser Station - betroffen. Ein Patient wurde auf die Intensivstation verlegt, die anderen beiden auf die Covid-Station. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Hinweis darauf, dass die Infektionen sich außerhalb dieser Station ausgebreitet haben.

Am Donnerstag,18.6., teilte ein Klinikmitarbeiter sein positives Testergebnis telefonisch mit. Im RKK wurde daraufhin die Station, auf der der Mitarbeiter tätig ist, für min 14 Tage unter Quarantäne gestellt und das Gesundheitsamt informiert. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wurden zunächst alle Mitarbeitenden und deren enge Kontakte sowie alle Patienten der Station getestet, die gefährdeten Kontakte des Mitarbeiters nachverfolgt und 14 Kolleginnen und Kollegen als enge Kontakte des infizierten Mitarbeiters sofort in Quarantäne geschickt. Den RKI- Empfehlungen und Vorgaben entsprechend wurde das Ausbruchsmanagement- Team einberufen, welches für diese Situation alle weiteren Schritte koordiniert und in die Wege geleitet hat.

Die erste Testung aller Mitarbeitenden der Klinik ist abgeschlossen, zurzeit laufen die Abstriche aller stationären Patienten im RKK. Alle Patienten, die das Krankenhaus in den kommenden Tagen regulär verlassen, werden unmittelbar vor ihrer Entlassung getestet. Alle Mitarbeiter des Krankenhauses werden ab Mittwoch, 24.6. ein zweites Mal abgestrichen.

In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt läuft die Weiterverfolgung von Kontakten auch außerhalb der Mitarbeiterschaft im Kreis der seit 13. Juni versorgten Patienten der Station.

Die Klinik nimmt zurzeit keine stationären Patienten auf, es finden keine geplanten Eingriffe statt. Alle Patienten, welche dies betrifft, wurden und werden persönlich informiert. Am Mittwoch, 24.6. wird das weitere Vorgehen nach erneuter Lagebesprechung mit dem Gesundheitsamt angepasst.

Rheuma-Chefärzte sind Top

Prof. Jens Gert Kuipers und Dr. Ingo Arnold, Chefärzte des Bremer Rheumazentrums im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, gehören laut Nachrichtenmagazin Focus Gesundheit zu den Top-Medizinern in ganz Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das unabhängige Recherche-Institut MINQ im Auftrag des Focus Magazins durchgeführt hat.

Beide zeichnen sich durch hervorragende Leistungen im Bereich der internistischen bzw. orthopädischen Rheumatologie aus. Neben der Reputation im Kollegenkreis erfassten die Rechercheure laut Focus weitere Kriterien, welche die medizinische Qualität von Ärzten widerspiegeln. Dazu gehören etwa die Zahl der Publikationen, die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien oder Bewertungen von Patientenverbänden und regionalen Selbsthilfegruppen. Die Aufnahme in die Liste ist kostenlos und nicht käuflich.

Weitere Informationen: https://focus-arztsuche.de/ueber-uns/siegel/top-mediziner

Schutzschirm für Schmerzpatienten: 9. Bundesweiter Aktionstag gegen den Schmerz am 2. Juni 2020 - mit Telefon-Hotline

Die Deutsche Schmerzgesellschaft organisiert am 2. Juni, dem bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz, eine kostenfreie Telefon-Hotline von 9.00 bis 18.00 Uhr unter Tel.: 0800 18 18 120. Dort beantworten mehrere Dutzend Experten Patientenfragen rund um das Thema Schmerz. Dr. Joachim W. Ulma, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin und Leiter des Bremer Schmerzzentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, steht dort als Experte an diesem Tag von 12:00 bis 14:00 Uhr für Fragen zur Verfügung.

Auch in der Pandemie-Zeit ist es wichtig, das Thema Schmerz, das so viele Menschen in Deutschland betrifft, auf die Agenda zu setzen und Patientinnen und Patienten zu informieren und zu beraten. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und ihre Partnerorganisationen weisen auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen hin, die an chronischen Schmerzen leiden. Die besonderen Umstände der Corona-Krise haben die Versorgung zusätzlich verschlechtert.

Etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen. Bei fast allen sind diese nicht durch Tumorerkrankungen hervorgerufen. Bei sechs Millionen von ihnen sind die chronischen Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Die Zahl derer, die unter chronischen Schmerzen und unter damit assoziierten psychischen Beeinträchtigungen leiden, liegt in Deutschland bei 2,2 Millionen. Die Versorgung von Schmerzpatienten ist jedoch lückenhaft und hat sich in den zurückliegenden „Pandemie-Woche“ sogar verschlechtert. Ziel des 9. bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ ist es, über Information, Beratung und Aufklärung einen „Schutzschirm für Schmerzpatienten“ zu bieten.

„Die Zeiten, in denen Schmerzen ausschließlich mit Pillen behandelt wurden, sind lange vorbei. Wirksam ist ein Therapiekonzept, das zusammen mit dem Patienten alle Möglichkeiten der Behandlung auslotet“, sagt der Chefarzt des Bremer Schmerzzentrums, Dr. Joachim W. Ulma. „Wir möchten Patienten darüber informieren, was heutzutage therapeutisch möglich ist. Mit unserer Beteiligung am Aktionstag möchten wir mit Patienten und ihren Angehörigen ins Gespräch kommen und sie beraten“, so der Schmerzexperte.

In seinem Anliegen wird er unterstützt von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V., der mit über 3500 Mitgliedern größten wissenschaftlichen Schmerzgesellschaft Europas. „Wir brauchen eine Schutzschirm für Schmerzpatienten, erst recht während der Corona-Pandemie! Schmerzbehandlung ist ein Patientenrecht – und viele wissen gar nicht, welche Therapie-Optionen für sie infrage kommen und wo es Hilfe gibt“, so Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V „Wir verfügen mittlerweile über viele verschiedene und gut ‚evaluierte‘ Methoden der Schmerzbehandlung, die bekannter gemacht werden müssen - beispielsweise die multimodale Schmerztherapie“, sagt Isenberg. Dabei werden Therapien aus verschiedenen Fachbereichen miteinander verbunden: Eine medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, Psychotherapie, Entspannungsübungen oder Ergotherapie können zum Einsatz kommen. „Der Aktionstag gegen den Schmerz dient auch dazu, Einblicke in die verschiedenen Therapieansätze zu geben. Dabei stehen das Arzt-Patient-Gespräch und die individuelle Abstimmung natürlich im Zentrum“, ergänzt Isenberg. „Jetzt muss die Politik die Rahmenbedingungen für eine gute Schmerzbehandlung stärken. Viele Patienten irren jahrelang im Dschungel des Gesundheitswesens umher, bevor Sie adäquate Hilfe finden“, so Thomas Isenberg.

Informationen zum Corona-Management im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

„In wenigen Wochen den Betrieb eines ganzen Krankenhauses umzukrempeln, dafür bedarf es eines ungeheuren gemeinschaftlichen Kraftaktes. Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auf ihren Zusammenhalt und die ungeheure Motivation - und da ist keine Berufsgruppe ausgenommen,“ sagt Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen.

„Gefühlt“ bleibt im RKK gerade kein Stein auf dem anderen. Während draußen das Leben zu erstarren scheint, dreht sich im Krankenhaus alles immer schneller. Alle Abläufe wurden neu gedacht, Bereiche geschaffen, andere geschlossen, der Krisenstab tagt beinahe täglich. Und noch immer gibt es jeden Tag neue Erkenntnisse darüber, wie Prozesse und Bereiche noch besser organisiert werden können, um der erwarteten anrollenden Welle schwerkranker infizierter Menschen zu begegnen.

Wichtige Meilensteine der letzten Wochen im RKK

  • Alle geplanten Operationen, die verschoben werden konnten, lange schon abgesagt.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch Schulungen auf den bestmöglichen Stand im Umgang mit Schutzkleidung, Versorgung von Covid-19 Patienten, Beatmung etc. gebracht.
  • Alle müssen ran - die Dienstpläne vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den pflegerischen und medizinischen Bereichen wurden dafür komplett neu organisiert. Besonders das Arbeiten in Schutzbereichen - mit der für Corona-Bereiche vorgeschriebenen Schutzkleidung und den speziellen Atemschutzmasken – muss gut geplant und auf genügend Mitarbeiter aufgeteilt werden, denn das Atmen durch die Masken ist sehr anstrengend.
  • Für besonders gefährdete Mitarbeiter (z.B. bei chronischen Erkrankungen) versucht die Geschäftsführung, individuelle Lösungen für einen anderen Einsatzort in der Klinik zu finden. Falls sich Personal infiziert, hält sich das RKK an die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.
  • Zur Unterstützung des RKK-Personals sind einige erfahrene Mitarbeiter aus der Roland-Klinik gekommen. Patienten, die im RKK notfallmäßig operiert wurden, werden, sobald sie verlegungsfähig sind, in die Roland-Klinik verlegt und dort gemeinsam mit den RKK- und den Roland Klinik- Ärzten weiter visitiert und versorgt.
  • Das RKK hat eine zweite Notaufnahme für Corona-Verdachtsfälle und -Infizierte eingerichtet, mit eigener Zuwegung für den Rettungsdienst inkl. pflegerischem und ärztlichem Personal und mit allen notwendigen Gerätschaften, Anschlüssen, Ausrüstung etc. Wenn infizierte Menschen einer stationären Behandlung bedürfen, bringt der Rettungsdienst diese Patienten nach einem bestimmten Schlüssel zu allen an der Covid-19-Versorgung beteiligten Bremer Krankenhäusern.
  • Die Kapazitäten der Intensivstation wurden räumlich und personell erweitert, inkl. Trennung von Corona- und nicht-Corona Patienten. Die Anzahl der so genannten Beatmungsbetten wurde im RKK zunächst verdoppelt. Eine weitere Kapazitätserhöhung ist denkbar, wenn hierfür notwendige Gerätschaften und Ausrüstung seitens der Behörden zur Verfügung gestellt werden können.
  • Krankenhausstationen wurden zu Corona-Stationen umorganisiert, inkl. aller notwendigen Umzüge, Vorbereitungen und Schulungen der Mitarbeiter. Stand heute stehen 65 Betten zur Verfügung - je nachdem, wie viele noch nicht bestätigte Verdachtsfälle isoliert in Einzelzimmern auf das Testergebnis warten. Die Kapazitäten können sofort erweitert werden.
  • Einzelne Stationen wurden als Ruhe- und Cateringbereiche für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen. „Die Pausenzeiten und adäquate Ruhebereiche mit Catering, ggf. auch physiotherapeutischer und psychologischer Unterstützung sind uns sehr wichtig,“ betont Barbara Scriba-Hermann, Pflegerische Geschäftsführung.

Notfälle werden im Akutkrankenhaus RKK täglich weiter behandelt und operiert – ob Herzinfarkt, Unfall, schwere Durchblutungsstörungen, Krebserkrankung. „Hier sollte wie gewohnt der Rettungsdienst angerufen werden, der die Notfälle zu uns in die Zentrale Notaufnahme bringt“, sagt Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme des RKK. Er betont: „Bei Verdacht auf Ansteckung bitte nicht selbständig in Krankenhäuser oder Arztpraxen gehen sondern von zu Hause telefonisch Kontakt aufnehmen zum Arzt, Gesundheitsamt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst.“

Ins Rotes Kreuz Krankenhaus kommen viele chronisch kranke Menschen für ihre Behandlung: schwer Schmerzkranke, Rheuma-Patienten, Menschen, die auf die Dialyse angewiesen sind. Sie gehören der Risikogruppe an, für die eine Ansteckung mit dem Virus schwerwiegende Folgen haben kann. „Der Focus in Deutschland liegt im Moment auf der Versorgung der Covid-Kranken und auf der Eindämmung der Pandemie. Aber wir dürfen darüber keinesfalls die anderen Notfälle und auch nicht die chronisch Kranken im Stich lassen“, so Klingelhöfer.

Bereits geplante Sprechstundentermine finden statt. Das RKK informiert die Patientinnen und Patienten telefonisch, wenn ein Termin abgesagt werden muss. Die Physiotherapeuten im Physio K, dem großen Therapiezentrum für Physikalische Medizin, führen weiterhin ärztlich verschriebene ambulante Einzeltherapien durch. Auch die Praxen im Ärztehaus Forum K an der Osterstraße 1a sind weiter in Betrieb.

Die Klinik hat aufgrund des Besuchsverbotes eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Unter Tel. 0421-5599-0 haben geschulte Mitarbeiterinnen ein offenes Ohr und finden individuelle Lösungen im Kontakt zwischen den Patienten und ihren Liebsten. Nicht nur die Angehörigen haben so ein Auffangnetz. Ein Pool von Mitarbeitern bedient eine zweite Hotline nur für RKK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren vielfältigen Fragen. Mit im Team ist das Hygiene-Team, die Klinik-Psychologinnen und die Seelsorgerinnen, die auch für Einzelgespräche zur Verfügung stehen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankenhaus unterliegen im Moment einem extrem großen Flexibilitäts- und Anpassungsdruck. Die Situation ist für viele Menschen beängstigend, davon ist das Krankenhauspersonal nicht ausgenommen. Es bleibt trotzdem bei der Stange. Die Geschäftsführung des Krankenhauses wandte sich heute an die Mitarbeiterschaft, um sich zu bedanken. „Ihr Einsatz zum Wohle der Patienten ist nicht selbstverständlich. Er war es vor der Corona-Krise nicht und das gilt jetzt umso mehr. Die Geschäftsführung dankt Ihnen von ganzem Herzen dafür, dass Sie sich einbringen, zueinander stehen, miteinander das Unmögliche möglich machen, um dieser beispiellosen Herausforderung zu begegnen,“ so Klingelhöfer.

Am 29. Februar 2020 ist Rare Disease Day: Selten sind viele!

Eine Veranstaltung der Rheuma-Liga Bremen e.V. in Kooperation mit dem Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen und der Aktion Schrittmacher zum internationalen Tag der Seltenen Erkrankungen.

Stellvertretend für die rund 4 Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung in Deutschland startet die Veranstaltung mit einem Spaziergang am Werdersee entlang zum Rotes Kreuz Krankenhaus.
Während des Gangs können sich die Teilnehmenden mit Marion Riedel - selbst Betroffene und ehrenamtliche Ansprechpartnerin der Rheuma-Liga Bremen für seltene Erkrankungen sowie Initiatorin der Aktion Schrittmacher – mit Rheuma weitwandern – und weiteren AnsprechpartnerInnen austauschen.

Im Anschluss an den Spaziergang findet die Veranstaltung im Tagungszentrum Forum K des Roten Kreuz Krankenhaus statt. Professor Dr. med. Jens Gert Kuipers, Chefarzt der Klinik für internistische Rheumatologie und Leiter des Regionalen Kooperativen Rheumazentrums Bremen ist der Hauptredner der Veranstaltung. Professor Kuipers verdeutlicht: seltene Erkrankungen sind häufig!
Darüber hinaus werden seltene rheumatische Erkrankungen im Kindesalter angesprochen und es stehen weitere MedizinerInnen aus dem Regionalen Kooperativen Rheumazentrum Bremen und als Betroffene Marion Riedel für einen Austausch mit den Teilnehmenden zur Verfügung.

Interdisziplinäre Intensivstation im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ ausgezeichnet

Die Interdisziplinäre Intensivstation des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) ist von Pflege e.V. als „angehörigenfreundliche Intensivstation“ ausgezeichnet worden. Am Dienstag, 11. Februar 2020, überreichte die RKK-Geschäftsführung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Zertifikat und bedankte sich für Ihr Engagement und ihre beispielhafte Unterstützung für Patienten und Angehörige in schwierigen Lebenssituationen. Blumen gab es zusätzlich für die „Angehörigengruppe“ der Intensivstation, die bereits seit 2015 kontinuierlich an der Unterstützung des Intensivteams für Patienten und Angehörige arbeitet.

„Natürlich haben wir uns über die Auszeichnung und die Anerkennung des Vereins Pflege e:V. sehr gefreut. Im RKK haben wir die Angehörigen als Teil des therapeutischen Konzeptes für Intensivpatienten fest integriert“, erklärt Intensivpfleger Alwin Rusche, der gemeinsam mit drei Kolleginnen bereits 2015 ein Konzept für die Angehörigenarbeit ausgearbeitet hatte. Weitere Fortschritte in der angehörigenfreundlichen Arbeit im RKK sind neben der uneingeschränkten Öffnungszeit beispielsweise der separate Rückzugsraum für Gespräche mit Angehörigen, externe Kommunikationsschulungen für die Mitarbeiter und eine Lob- und Kritikbox für Rückmeldungen der Angehörigen, die ins Qualitätsmanagement der Klinik einfließen. Angehörige dürfen im RKK auch bei leichten Pflegetätigkeiten helfen und beispielsweise das Gesicht des Patienten waschen, Essen reichen oder den Mund befeuchten.

„Viele Angehörige stehen zuerst ratlos neben dem Bett und sind verunsichert, was sie überhaupt dürfen“, beschreibt Rusche die Situation, wenn Angehörige das erste Mal zu Besuch kommen. „Wir möchten trotz der ungewohnten Situation auf der Intensivstation Berührungsängste gegenüber dem medizinischen Personal, den Geräten und auch manchmal gegenüber den Patienten abbauen und so den Genesungsprozess der Patienten unterstützen“, erklärt der erfahrene Pfleger und betont: „Das ist verbunden mit Respekt, Mitgefühl und der Bereitschaft, den Angehörigen in verständlicher Sprache ehrlich und zugewandt Orientierung und Informationen zu geben“ – trotz Stress und Arbeitsbelastung“.

„Der Angehörige spielt als vertrauter Mensch für den Intensivpatienten nachweislich eine besondere Rolle und trägt wesentlich zur Genesung von Patienten bei. Intensivpatienten haben das Recht, für sie wichtige Menschen in der Nähe zu haben und ihre Unterstützung so oft wie nötig in Anspruch zu nehmen“, so die Stiftung Pflege e.V.. Die Berliner Stiftung hat es sich zur Aufgabe macht, die Qualität der Pflege in Deutschland nachhaltig zu fördern. Ein wesentlicher Teil der Auszeichnung als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ ist deshalb die zeitlich uneingeschränkte Öffnung der Intensivstation für Angehörige.

Das Foto ist zum Abdruck frei

Georg-Haas-Promotionspreis für außergewöhnlich gute Doktorarbeit geht an Dr. Stefanie Haag aus dem RKK

Dr. Stefanie Haag, Assistenzärztin der Medizinischen Klinik am Rotes Kreuz Krankenhaus, hat mit ihrer Doktorarbeit den renommierten Georg-Haas-Preis gewonnen. In einer Langzeitbeobachtung über knapp 3 Jahre untersuchte sie bei 215 Dialysepatienten aus verschiedenen deutschen Dialysezentren den Shuntfluss und das Herzzeitvolumen. Mit diesen Ergebnissen konnte die engagierte Medizinerin zwei Parameter (TEDVI und TEF) berechnen, die in dieser Art erstmals in einer großen Studie bei Menschen zum Einsatz kamen.

Die neuen Parameter sind „alltagstauglich“ und während der Dialyse leicht zu messen. Sie geben wichtige Hinweise darauf, welcher Patient überwässert ist und wer eine Herzschwächte aufweist und damit in Gefahr ist, früher zu versterben. Mit Hilfe der Messungen und Erkenntnisse können Ärzte zukünftig Medikamentengaben und die Dialyseeinstellungen ihrer Patienten besser koordinieren und individueller anpassen.

Eine Jury aus renommierten Nephrologen verlieh der jungen Ärztin, die zurzeit eine Weiterbildung zur Internistin macht, Urkunde und Preis für die außergewöhnlich gute Doktorarbeit Ende 2019 in Frankfurt. Der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V., Bundesverband der vertragsärztlich niedergelassenen Nephrologen in Deutschland, schreibt den Georg Haas-Preis jedes Jahr als Doktoranden-Preis für Arbeiten zum Gesamtspektrum der Urämie und deren Behandlung aus. Der Preis ist benannt nach dem deutschen Arzt Georg Haas (1886-1971), der 1924 die weltweit erste „Blutwäsche“ außerhalb des Körpers mit Erfolg am Patienten durchführte und die Hämodialyse begründete.

Weitere Informationen

Neuer Chefarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Nach seinem Studium und Promotion in Heidelberg und Mannheim arbeitete der 53-Jährige in Berlin, Verden und verschiedenen Bremer Krankenhäusern, bevor er sich 2016 für eine Karriere im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen entschied. Zu den Behandlungsschwerpunkten des gebürtigen Mannheimers zählen Operationen am Mast- und Dickdarm bei gutartigen oder bösartigen Erkrankungen (kolorektale Chirurgie), chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Refluxerkrankungen sowie die Therapie von Hernien und Adipositas.

„Die minimal invasive Chirurgie und schonende Operationsmethoden sind ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik. Wir freuen uns, mit Dr. Friedemann einen sehr erfahrenen Operateur und Teamplayer zum Chefarzt ernennen zu können. Er hat sich - zuletzt bereits als kommissarischer Leiter der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie - einen sehr guten Ruf in Bremen und Umgebung erarbeitet“, so Dr. Walter Klingelhöfer, kaufmännischer Geschäftsführer des RKK.

Dr. Friedemann ist verheiratet, begeisterter Rennradfahrer und wohnt in Bremen. Er freut sich auf die intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.

50 Jahre Dialyse am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen 2019

– und: Patientin geehrt für ihr 40-Jähriges Jubiläum an der Dialysemaschine

1969 wurde unter Chefarzt Prof. Dr. Jürgen Gayer in Bremen am RKK eine der ersten Dialyse-Einrichtungen Norddeutschlands eröffnet. Aufgabe der Dialyse ist es, das Blut von Abfallprodukten zu befreien und zu entgiften – was eigentlich Arbeit der menschlichen Niere ist. „Wenn die Nieren ihre Aufgaben jedoch nicht mehr erledigen können – sei es aufgrund eines Unfalls mit akutem Nierenversagen oder wegen chronischem Nierenversagen – ist die Blutwäsche unumgänglich“, erklärt Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal. Er ist seit 2008 Chefarzt der Medizinischen Klinik und Ärztlicher Geschäftsführer am RKK. Vor ihm, ab 1988, war Prof. Hartmut Zschiedrich Chefarzt der Abteilung für Nieren-und Hochdruckkrankheiten.

Beim meistverwendeten Dialyseverfahren, der Hämodialyse, wird das Blut dreimal in der Woche für vier bis fünf Stunden gefiltert. „Heute gibt es verschiedene hochmoderne Nierenersatztherapien, mit denen Patienten umfassend behandelt werden können – das war nicht immer so“, betont der Nierenspezialist Herget-Rosenthal. „Vor wenigen Jahrzehnten bestimmten in Deutschland noch besondere Ethik-Komitees darüber, wer einen Platz an einer der lebensrettenden, seltenen Dialysemaschinen im Land bekam. Jüngere Patienten oder Eltern mit kleinen Kindern hatten meist bessere Chancen als Senioren“, so der Chefarzt. Noch vor 60 Jahren dachte niemand daran, Patienten mit chronischer Nierenschwäche jahrelang mittels Blutwäsche zu behandeln. Es wurden lediglich Patienten mit vorübergehendem Ausfall der Nierenleistung einige wenige Male dialysiert. Damals war die Blutwäsche nicht so verträglich wie heute und dauerte teilweise mehr als doppelt so lange. „Patienten kämpften mit Übelkeit und Muskelkrämpfen, während sie zehn bis zwölf Stunden an das Gerät angeschlossen waren“, ergänzt Anja Segerdiek, Pflegerische Leitung des Dialysezentrums.

Nach Berechnungen des IGES-Instituts wir die Zahl der Dialysepflichtigen in Deutschland im Jahr 2020 über 100.000 liegen. Im RKK-Dialyse-Zentrum werden mehr als 7000 Dialysen jährlich durchgeführt. Die Weiterentwicklung und Modernisierung der Dialyse am RKK schreitet fort. 2016 öffnete das neue Dialyse-Zentrum mit 12 Betten für teilstationäre und vier Betten im gesonderten, angeschlossenen Bereich für stationäre Dialysepatienten - in direkter Anbindung an die Intensivstation. Helle Räume mit großen Fenstern und moderne Flachbildfernseher an jedem Bett waren einige Highlights des neuen Bereichs. Das RKK engagiert sich auch in der Forschung: Um das weltweite Wissensloch der häufigen, plötzlichen Verschlechterung der Nierenleistung hochbetagter Patienten zu stopfen, startete die Medizinische Klinik 2018 eine ATEMPO-Studie – gefördert durch die renommierte Dr. Werner Jackstädt-Stiftung.

40 Jahre an der Dialysemaschine – ein besonderes Jubiläum

Eine, die sich mit der Weiterentwicklung der Dialyse in den vergangenen 40 Jahren auskennt, ist Brigitte H. Krämpfe, Erbrechen, Blutdruckabfälle – einige Begleiterscheinungen prägten auch ihre ersten Jahre der Blutwäsche. „Der Umstieg von Acetat- auf Bicarbonat-Dialysen brachte mir damals große Erleichterung“, fachsimpelt die 69-Jährige heute. Sie kennt sich aus – und hat schon bei der Ausbildung vieler Ärzte und Pflegefachkräfte „geholfen“. Am 19. Dezember 2019 wird ein großes Aufgebot an Gratulanten der Klinik an ihrem Bett stehen: Dann jährt sich der Tag ihrer allerersten Blutwäsche im RKK zum 40. Mal.

Brigitte H. ist 13 Jahre alt, als sie an einer Nierenentzündung (Nephritis) erkrankt. Die Krankheit wird zwar erkannt und behandelt – heilt aber dennoch nicht. „Bei zwei bis drei Prozent der Patienten wird die Krankheit chronisch – da kann man nichts manchen“, weiß sie. Bis 1979 führt Brigitte H. ein relativ normales Leben. „Ich hatte meist keine Schmerzen. Einmal habe ich aber ein ganzes Jahr in der Schule gefehlt und dann durfte ich einfach eine Klasse überspringen, das habe ich gut hingekriegt“, erinnert sie sich lächelnd. Die junge Frau schließt die Handelsschule ab, arbeitet in der Buchhaltung einer Sulinger Firma, heiratet. „Aber natürlich wurden meine Nierenwerte in der ganzen Zeit immer schlechter. Ich war oft erschöpft, hatte Kopfschmerzen und einen zu hohen Blutdruck“, erinnert sie sich. Am 19. Dezember 1979 geht plötzlich nichts mehr. Die 29-Jährige wird vom Hausarzt direkt auf die Intensivstation des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen überwiesen. Sie bekommt kaum noch Luft, kann nicht liegen, nicht schlafen. Dort wird sie zum ersten Mal an die Dialysemaschine angeschlossen. Seitdem kommt Frau H. dreimal in der Woche für fünf Stunden (seit 2019 sind es vier Stunden) ins Dialysezentrum des RKK.

Dialysepfleger Christian Kecht hat es ausgerechnet: Addiert man die gesamten Stunden, die die Seniorin aus Sulingen in ihrem Leben bislang an einer Dialysemaschine angeschlossen war, kommt man auf drei ganze Jahre und vier Monate – am Stück. „In den vergangenen 40 Jahren hat Frau H. alleine mit den Kilometern zu den Dialyseterminen von Sulingen nach Bremen und zurück 12 Mal die Erde umrundet“, staunt Kecht, der die Patientin nun bereits seit 17 Jahren kennt und schätzt.

Krankheit und Dialyse schwächen den Körper. Brigitte H. weiß, dass ihr „Jubiläum“ ein seltenes ist. Einmal, mit 39 Jahren, hat sie das große Abenteuer einer Nierentransplantation gewagt. “Leider hat die Niere in meinem Körper nicht angefangen zu arbeiten. Ich lag sechseinhalb Wochen auf der Intensivstation – gefühlt mehr im Himmel als auf der Erde. Das war ein so schreckliches Erlebnis für mich, dass ich mich gegen einen weiteren Versuch entschieden habe und nicht mehr auf die Warteliste für eine neue Spenderniere wollte. Ich bin den Mitarbeitern - aber auch meinem Mann und meinem Bruder sehr sehr dankbar für die liebevolle Hilfe und Betreuung all die Jahre. Ich bleibe hier im RKK – das ist gut so, wie es ist“, sagt sie.

Pressefoto 50 Jahre Dialyse am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen 2019:
  
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Ärzte des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen veröffentlichen wissenschaftliche Arbeiten zu seltener Infektionserkrankung eines Hundebesitzers 2018

Ärzte der Medizinischen Klinik und der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) haben Anfang November 2019 im „European Journal of Case Reports in Internal Medicine“ einen Case Report veröffentlicht. Sie dokumentierten die Behandlung eines Patienten mit einer äußerst seltenen Infektionserkrankung, dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus, die 2018 bei einem Bremer Patienten auftrat. „Weltweit gibt es kaum Veröffentlichungen dazu. Tritt ein so seltener Fall auf, sind wir Ärzte verpflichtet, die Behandlung zu dokumentieren und für Kolleginnen und Kollegen in der medizinischen Fachpresse zu veröffentlichen“, erklärt Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme und ärztlicher Leiter der Internistischen Intensivstation am RKK. „Auch wir haben während der Behandlung des Patienten von den Veröffentlichungen unserer Kollegen profitiert.“

Ein Patient kam im August 2018 nach drei Tagen anhaltender schwerer Grippesymptome, Fieber, Luftnot und Einblutungen in Haut und Schleimhäuten – Zeichen einer schweren Blutvergiftung – in die Notaufnahme des Rotes Kreuz Krankenhaus. Trotz sofortiger Einleitung einer kalkulierten Breitband-Antibiotika-Therapie verschlechterte sich sein Zustand zunehmend, er starb am 16. Tag auf der Intensivstation an multiplem Organversagen. Im Labor wurde der schwer nachweisbare, seltene Erreger Capnocytophaga canimorsus in der bebrüteten Blutkultur gefunden. Dieses Bakterium ist Teil der natürlichen Mundflora von diversen Tieren, vor allem aber von Hunden und Katzen. Der Bremer Patient war Hundebesitzer.

Für Tiere ist der Erreger unschädlich, beim Menschen kann er zu Infektionen und im seltenen Fall zum Tode führen. Die Infektion erfolgt überwiegend durch Bisse von Hunden aber auch durch Lecken von Hautdefekten. Das Spektrum der Infektion reicht von selbstlimitierender lokaler Hautinfektion bis zur schweren Blutvergiftung (Purpura fulminans). „Nicht jeder Patient, den die Infektion trifft, hat einen schweren Verlauf. Bei schweren Verläufen sterben jedoch etwa ein Viertel der Patienten. Betroffene Patienten, die gebissen und infiziert wurden, haben in der Regel zusätzlich ein geschwächtes Immunsystem, sind alkoholkrank oder haben eine Milzentfernung hinter sich. Unser Patient gehörte zu keiner dieser Risikogruppen. Der schwere Verlauf ohne die genannten Risikofaktoren und ohne Biss durch einen Hund ist ausgesprochen selten. Wir gehen davon aus, dass eine frühere Vorstellung im Krankenhaus und eine frühere Antibiotikatherapie den schweren Verlauf der Erkrankung deutlich abgemildert hätte“, erklärt Chefarzt Dr. Langenbeck.

Bislang ist weltweit nur ein einziger weiterer Fall veröffentlicht worden, bei dem der Krankheitsverlauf eines Patienten mit gutem Immunsystem, der nicht gebissen, sondern nur von einem Hund abgeleckt wurde, einen so schweren Verlauf wie bei dem Bremer Patient aufwies.

In einer weiteren Veröffentlichung, einer Meta-Analyse, setzten sich die Ärzte des Rotes Kreuz Krankenhauses mit weltweit vorhandenen Studien und beschriebenen Fällen ab 2002 auseinander. Sie werteten die 128 Fälle aus, die eine Infektion erlitten obwohl keine der bekannten Risikofaktoren wie die in Bremen vorhanden waren.

Chefarzt Dr. Langenbeck fasst die daraus resultierenden Empfehlungen für die Bevölkerung zusammen:
Bei Tierbissen sollte die Wunde sofort selbst gesäubert werden, um sie anschließend von einem Arzt professionell reinigen zu lassen lassen. Es ist wichtig, möglichst wenig Keime in die Wunde gelangen und die Gefahr schwerer septischer Verläufe reduziert wird. Nach einem Tierbiss sollten bestimmte Patienten eine Antibiotikaprophylaxe erhalten - für wen das notwendig ist, entscheidet der Arzt. Derzeit ist aber noch nicht abschließend geklärt, ob eine generelle Antibiotikaprophylaxe bei Hunde-/Katzenbissen empfohlen werden kann.

Auch Patienten , die keine Störung des Immunsystems haben und regelmäßig mit Speichel von Hunden oder Katzen in Kontakt kommen, sollten bei ungewöhnlich schwer verlaufenden Infekten mit Grippesymptomen und Kopfschmerzen zum Arzt gehen und diesen über den regelmäßigen sehr engen Kontakt mit Ihren Hunden oder Katzen informieren. Der Arzt kann anhand der Blutwerte feststellen, ob ein bakterieller Infekt vorliegt. Falls eine Infektion mit Capnocytophaga canimorsus vorliegt, kann der Arzt frühzeitig Penicillin in Kombination mit einem Beta-Lactamase-Hemmer verschreiben und Schlimmeres verhindern.

Trotzdem bleibt das Risiko, an einer derartigen Infektion zu erkranken, für immunkompetente Menschen, die nicht gebissen wurden, ausgesprochen gering.

Die Fotos mit Copyright Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen entstanden explizit zur wissenschaftlichen Dokumentation in der Case-Studie im European Journal of Case Reports in Internal Medicine. Sie sind nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Press Statement (English): Doctors from the Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen publish scientific articles dealing with infectious disease of dog owner in 2018 (PDF 41KB)

Weitere Informationen:

38. Bremer Rheumasymposium

Größte Rheuma-Ärztefortbildung Nordwestdeutschlands

Das Bremer Rheumazentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) organisiert jährlich das „Bremer Rheumasymposium“ - die größte Rheuma-Ärztefortbildung in Nordwestdeutschland. In diesem Jahr werden zum 38. Mal Ärzte und Wissenschaftler ins Tagungszentrum der Klinik kommen, um sich über den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen auszutauschen. Die Themen des Symposiums sind nach den Wünschen der teilnehmenden Haus- und Fachärzte für ihre tägliche Praxis ausgerichtet. Die Volkskrankheit Rheuma ist mit ihren zahlreichen verschiedenen Krankheitsbildern ein komplexes Feld. Wichtig für die schnelle Diagnose ist neben der engen Kooperation der beteiligten Berufsgruppen auch die Weiterbildung von Hausärzten, Orthopäden und Rheumatologen – gerade in Zeiten des deutschlandweiten Mangels an Rheumatologen. Dieser Aufgabe widmet sich das anerkannte und DGRh-zertifizierte (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. ) Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus.

Die Themen 2019 sind:

  • Rheumatoide Arthritis - Eine heilbare Erkrankung?
  • Rheumatische Manifestationen am peripheren Nervensystem
  • Systemische Sklerose - Aktuelle Aspekte der Diagnostik und Therapie
  • Borreliose – State of the Art
  • Physikalisch – Physiotherapeutische Therapieoptionen inklusive Orthesen

Hintergrundinfo Rheuma

Rheuma ist der Oberbegriff für mehr als 100 verschiedene Erkrankungen, die zum Teil durch Entzündungen hervorgerufen werden – von Beschwerden und Krankheiten des Bewegungsapparates über entzündlich-rheumatische Erkrankungen der inneren Organe bis zu Bindegewebs- und Knochenerkrankungen, wie Osteoporose oder Gelenkverschleiß (Arthrose). Fast jeder vierte Deutsche ist von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Die Situation von Rheumapatienten hat sich in den vergangenen 20 Jahren aufgrund des medizinischen Fortschritts deutlich verbessert. „Gelenkschmerzen und Behinderungen können heutzutage bei einem Großteil der Betroffenen verhindert werden. Viele Patienten profitieren heute von neuen biotechnologisch hergestellten Antikörpern, die deutlich besser wirken, weil sie gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen“, so Prof. Dr. Jens Gert Kuipers, Chefarzt des Bremer Rheumazentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus.

14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e.V. vom 14.-16. November 2019 im Congress Centrum Bremen

Vortrags-Input kommt auch aus dem Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Alle an Bord - das ist das Motto des diesjährigen DGINA-Kongresses vom 14.-16. November in Bremen. Auf der 14. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin treffen sich jedes Jahr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rettungsdiensten, der Krankenpflege sowie Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen aus ganz Deutschland.

Fachlichen Input zum Kongress gibt Bettina Klatt, Abteilungsleiterin Aufnahme und Diagnostikzentrum im RKK gleich zweimal. Am Freitag, 15.11. um 16 Uhr hilft ihr Vortrag bei der Einordnung: “Wer kriegt den Oberbauchschmerz”? Eine knifflige Frage in den Zentralen Notaufnahmen. Wie umgehen mit einem Patienten, der unklare Schmerzen äußert? Wer ist zuständig - die Chirurgen oder die Internisten?

Am Samstag, 16.11. berichtet sie ab 11 Uhr über SBAR, das im RKK eingeführte Übergabesystem in der ZNA. Wie wird eine schnelle, gute umfassende Übergabe im Schockraum durchgeführt zwischen Rettungsdienst und Klinik?

Weitere Informationen zum Kongress und zum Programm finden Sie auf www.dgina-kongress.de.

Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard besucht Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Die Senatorin erkundete die Klinik auf Patientenpfaden: Die Führung begann in der Notaufnahme und ging weiter mit dem Notfallaufzug direkt zum Herzkatheterlabor und weiter in den Hybrid-OP. Es folgten unter anderem Abstecher auf die Stationen.

Danach sprach die Senatorin mit Verantwortlichen des Hauses und Kuratoriums über die medizinischen Schwerpunkte des RKK, die Zukunft der Notfallversorgung, Ausbildungs- und Rekrutierungsmaßnahmen für Pflegepersonal sowie anstehende Investitionsvorhaben.

35 Jahre Grüne Damen und Herren am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Lob und Dank gab es am Freitag, 20. September, von allen Seiten zu hören, als die Grünen Damen und Herren ihr 35-Jähriges Bestehen im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) feierten. Barbara ten Haaf, Gründerin der Gruppe am 20.9.1984, erinnerte an die Zeit, als diese Art ehrenamtlicher Tätigkeit am RKK noch neu war. In der Klinik gab es innerbetriebliche Diskussionen und Ängste, ob Grüne Damen dem Pflegepersonal die Arbeit wegnehmen könnten. Räumlichkeiten mussten erst frei gemacht werden – so trafen sich die ersten drei Grünen Damen zunächst in einer ehemaligen Besenkammer. Frau ten Haaf leitete die Gruppe 30 Jahre lang.

Vom ersten Tag an ist die 81-Jährige Thea Schmitz dabei. Die von der Insel Norderney stammende Grüne Dame, seit 1957 in Bremen, fährt auch heute noch mit dem Fahrrad 25 Minuten ins RKK, um Patienten Zeit und Hilfe zu schenken. „Wir hatten eine eigene Firma und haben drei Söhne, aus denen etwas geworden ist. Es ging und geht uns gut, ich wollte gerne etwas von meinem Glück weitergeben“ sagt die Seniorin aus Huchting zu ihren Beweggründen für das Ehrenamt. Sie tritt zwar zurzeit etwas kürzer, ans Aufhören denkt sie aber noch nicht. Für viele ältere Patienten sei es schön, wenn sie sich mit jemandem austauschen können, der in ihrem Alter ist und weiß, wovon sie sprechen. Der Landesdiakoniepastor der Bremischen Evangelischen Kirche und Vorstand des Diakonischen Werk Bremen, Manfred Meyer, überreichte Frau Schmitz, die Mitglied in der evangelischen Krankenhaushilfe ist, am 20.9.19 das Kronenkreuz in Gold als Zeichen der Wertschätzung.

Vor zehn Jahren, 2009, stieß Christel Menzer als ehrenamtliche Grüne Dame zum Team. Sie übernahm fünf Jahre später die Leitung der Gruppe, die zurzeit aus 22 Damen und einem Herrn besteht. Ein Teil des Teams ist speziell fortgebildet und begleitet die zertifizierte Expertin für Demenz im Krankenhaus, Karen Steixner, bei ihrer täglichen Arbeit mit dementiell erkrankten Patienten. „Wir Grünen Damen und Herren ergänzen die pflegerischen, therapeutischen und seelsorgerischen Bemühungen der Fachkräfte. Wir geben den Patienten die Möglichkeit, ihre persönlichen Wünsche zu äußern und das anzusprechen, was sie bewegt, unabhängig von Ihrer Religionszugehörigkeit. Ich bin sehr stolz auf mein Team, es herrscht ein fröhlicher Geist in unserer Gruppe und wir halten fest zusammen. Wir tauschen uns aus, bekommen Supervision, Fortbildung und jede Unterstützung seitens des RKK, die wir uns für unsere ehrenamtliche Arbeit wünschen können.“

Die Pflegerische Geschäftsführerin des Rotes Kreuz Krankenhauses, Barbara Scriba-Hermann, machte in ihrer Rede den heutigen Stellenwert der Grünen Damen und Herren im RKK deutlich: „Sie machen die Welt in unserem Krankenhaus schöner und glücklicher. Sie sind ein wichtiger, sinnstiftender Baustein in unserem Haus und leisten einen großen humanitären Beitrag zur Gesellschaft. Danke an Sie alle für die gute Zusammenarbeit!“

Wer sich für die ehrenamtliche Tätigkeit als Grüne Dame oder Herr im Rotes Kreuz Krankenhaus interessiert, kann die Teamleiterin Christel Menzer unter Tel. 04207 / 2453 oder per E-Mail an: gruenedamen@roteskreuzkrankenhaus.de erreichen.

Skills-Kurs 2019: Ärztlicher Nachwuchs trainiert für den chirurgischen Alltag

Nahttechniken am echten Dünndarm (vom Schwein) erlernen, minimal-invasive Operationstechniken an künstlichen Gelenken und Bauchhöhlen üben: Was später im ärztlichen Alltag zum Handwerkszeug gehört, lernt sich nicht von allein.

Junge Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung der Fächer Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie trainieren im RKK unter Aufsicht von erfahrenen Chef- und Oberärzten ihre technischen Fertigkeiten.

Der so genannte Skills-Kurs, der regelmäßig organisiert wird, ist ein wichtiger Baustein im Weiterbildungsangebot für chirurgische Assistenten am RKK.

Zugkraft für das Knochenwachstum

Wenn zum Beispiel nach einem Unfall größere Knochenteile und infiziertes Gewebe radikal entfernt werden müssen, ist guter Rat teuer. Eine Amputation war lange Zeit der einzige Behandlungsweg. In Bremen hat sich Dr. Dirk Hadler, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen (RKK) auf ein besonderes Verfahren spezialisiert, dass die drohende Amputation einer Extremität verhindern kann: den Segmenttransport, einem biologischen Knochendefektaufbau. Als sich Patientin Maren Leppins Knochen nach einem Motorradunfall 2017 bei der Behandlung infizierte und nicht mehr heilte, kam sie 2019 ins RKK. Hier soll ihr Knochen mithilfe eines externen Ringfixateurs neu wachsen.

Der Segmenttransport nimmt im Operationssaal seinen Anfang: Der Chirurg durchtrennt den Knochen an einer geeigneten Stelle und verbindet den Fixateur mithilfe von Schrauben und Drähten an den beiden Knochenenden. Schon wenige Tage nach der OP beginnt im Knochen der Wachstumsprozess. Mehrmals täglich muss nun, 10 Tage nach der dreistündigen OP, auch Frau Leppin eigenständig und nach einem festgelegten Schema an einer kleinen Schraube am oberen Ende des Fixateurs drehen – bei einem Defekt von 5,5 cm etwa 55 Tage lang. Dadurch wird das gesunde Gewebe auseinandergezogen, um insgesamt einen Millimeter täglich. Im entstehenden Zwischenraum bildet sich neue Knochenmasse.

Dieser neu gebildete Knochen ist stabiler, als wenn Knochenmaterial aus dem Beckenkamm genommen und der Defekt damit aufgefüllt würde. Regelmäßige Röntgenuntersuchungen sichern in dieser Zeit den korrekten Fortschritt der Therapie. Bis der Knochen wieder normal belastet werden kann, braucht es noch einmal doppelt so lange. Während der Knochen nach dem Entfernen des Ringfixateurs vollständig aushärtet, wird Frau Leppin noch etwa sechs bis acht Wochen lang eine stabilisierende Orthese tragen und durch regelmäßige Physiotherapie den Knochen und die Muskeln stärken müssen.

Den Beitrag im Radio Bremen TV vom 4.9.19 ansehen…

Kater Ernie auf Stippvisite

Nachdem Dagmar und Torsten Nürnberger den mittlerweile 8-Jährigen Ernie 2012 in sehr schlechtem Allgemeinzustand über die Bremer Katzenhilfe bekamen und ihn liebevoll aufpäppelten, folgt er seinen beiden Lebensrettern nämlich auf Schritt und Tritt – überall hin. Ende August führte ihn ein Spaziergang zum RKK. Und obwohl er natürlich nicht ins Krankenhaus hinein darf, zauberte der ungewöhnliche Anblick vielen Mitarbeitern und Besuchern auf dem Klinikgelände ein Lächeln ins Gesicht.

Danke für deine Stippvisite, Ernie!

Musikalische Matinee mit Sonntagsbrunch im Café K

Mit dem Duo DeLoop Delight und Führung durch die aktuelle Fotoausstellung

Das Rotes Kreuz Krankenhaus lädt am Sonntag, 22. September 2019, 11:30 Uhr, zum musikalischen Brunch im Café K ein. Unter dem Titel „Blick zurück nach vorn“ präsentiert sich dort Bremer Architekturfotografie von gestern und heute. Das Duo DeLoop Delight, Sängerin Mia Guttormsson und Pianist Piet Gorecki, verzaubert dabei das Publikum mit souliger Stimme und virtuosem Klavier. Für das leibliche Wohl sorgt ein kalt-warmes Brunchbüfett mit herzhaften und süßen Speisen für 13,50 Euro pro Person. Anschließend führt Kurator und Fotograf Nikolai Wolff durch die Ausstellung.

Die Tischplätze sind begrenzt, eine verbindliche Anmeldung per E-Mail an harjes.d@roteskreuzkrankenhaus.de ist bis zum 17. September ist notwendig.

Die Musik: DeLoop Delight

Das Duo mit Sängerin Mia Guttormsson und Pianist Piet Gorecki interpretiert bekannte Songs und Standards in einem ganz eigenen künstlerischen Stil. Dabei nimmt es sich größte künstlerische Freiheit bei der musikalischen Stilrichtung und stimmt Balladen als Blues an oder macht aus dem Rockklassiker eine Ballade. Guttormsson, die auch als Sängerin der größeren Formation Voodoo Child deutschlandweit auftritt, überzeugt dabei mit ihrer ausdrucksstarken, warmen Soulstimme und ihrer glasklaren Artikulation. Die aus Schweden stammende Musikerin sammelte bereits als Teenager Bühnenerfahrung in Stockholmer Pianobars und Hotels.

Die Ausstellung: Blick zurück nach vorn

Einen Wechsel aus zeitgenössischen, ganz aktuellen und historischen Architekturaufnahmen versammelt die derzeitige Ausstellung von Kurator Nikolai Wolff. Der Fotograf und Dozent stellt das Bildmaterial spannungsreich in Beziehung: Er macht ein Stück Bremer Stadtentwicklung sichtbar, erzählt eine urbane Verwandlungsgeschichte und nimmt die Besucher mit auf einen Spaziergang durch das Bremen von gestern und heute. Nach dem Brunch gegen 13:30 Uhr führt Nikolai Wolff Interessierte durch die Ausstellung.

Musikalisch-kulinarische Matinee
mit dem Duo DeLoop Delight
am 22. September 2019 um 11:30 Uhr
Café K im Rotes Kreuz Krankenhaus, St.-Pauli-Deich 24, 28199 Bremen

Üben für den Notfall: Schockraumtraining in der Notaufnahme

Beim “Schockraumtraining” in der RKK-Notaufnahme probten am 15. Juni Anästhesisten, Chirurgen und Pflegepersonal drei Stunden lang den Ernstfall. Die realistisch inszenierten Simulationsübungen fanden in der Zentralen Notaufnahme mit Einbindung des Rettungsdienstes und geschminkten Laiendarstellern statt

Die Szenarien:

  1. Das Fahrzeug einer nicht angeschnallten 49-Jährigen Autofahrerin kollidiert bei hoher Geschwindigkeit mit einem Baum. Der Notarzt bringt sie mit diversen Gesichts- und Rippenbrüchen, einem Bauchtrauma mit Milzriss und Lungenquetschungen in die RKK- Notaufnahme. Schweißperlen stehen auf dem blassen Gesicht des Unfallopfers, blaue Flecken zeichnen sich über der Oberlippe, um die Augen herum und an den Rippen ab. Am Bauch und über der Lendenwirbelsäule sind Prellmarken zu sehen, Blut läuft aus einem Ohr.
  2. Eine junge Frau wird von ihrem Mann mit einem Küchenmesser attackiert. Sie erleidet Stichverletzungen in Herznähe und steht bei Ankunft des Rettungswagens im RKK unter Schock.
  3. Ein älterer Herr mit diversen Vorerkrankungen kollidiert als Fahrradfahrer mit einer Straßenbahn. Er erleidet Unterkiefer-, Rippen- und einen Beckenbruch, Verletzungen innerer Organe sowie eine offene Luxation (Verrenkung) des Sprunggelenks.

Die Szenarien waren Teil eines dreistündigen Workshops. In drei Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den jeweils “realen” Unfallopfern. Danach ging es ins Tagungszentrum zum zweiten Teil des Workshops mit dem Thema „Atemweg und Atmung“. Die Anästhesisten übten hier nicht nur Intubation und Luftröhrenschnitt - diesmal natürlich an Puppen - sondern auch das Punktieren des Spaltes zwischen Rippen und Lunge, um die Lunge zu entlasten. Herhalten mussten hierfür Schweinerippen.

Im dritten Teil ging es um „Kreislauf und Schock“. Hier wurden Diagnose und Therapie bei zwei imaginären Patienten exemplarisch durchgespielt: Was kann Kreislaufprobleme und Schock auslösen, welche Reaktionen zeigt der Körper, wie kann man diese sichtbar machen, wie kann behandelt werden?

Das aufwendige Schockraumtraining fand 2019 zum zweiten Mal statt. Aufgrund der äußerst positiven Resonanz aller Beteiligten („spannend, lehrreich, konkret, lustig, praktisch, aufregend, hilfreich“) beschloss die Klinikleitung 2018, die Übungen als feste Fortbildung einmal im Jahr fortzuführen – dies dient auch zur Vorbereitung anstehender Rezertifizierungen des Traumazentrums der Klinik.

Neuer Bremer Krankenhausspiegel ist online

Seit Montag, 27. Mai 2019, ist der Bremer Krankenhausspiegel online. Unter www.bremer-krankenhausspiegel.de können die Ergebnisse der unabhängigen Patientenumfrage des gemeinnützigen Picker-Instituts öffentlich eingesehen werden. Für die Befragung zur Patientenzufriedenheit wurden rund 16.400 Patienten, die zwischen dem 7. Juni und dem 10. Oktober 2018 aus einem Bremer oder Bremerhavener Krankenhaus entlassen wurden, kurze Zeit nach ihrem Klinikaufenthalt mit einem Fragebogen angeschrieben. Die Rücklaufquote betrug rund 40 Prozent. Die Befragung, die alle zwei Jahre im Auftrag der Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen (HBKG) durchgeführt wird, umfasst sowohl die Gesamtzufriedenheit der Patienten als auch die Zufriedenheit mit der ärztlichen und pflegerischen Behandlung und Betreuung, mit dem Essen, der Ausstattung sowie die Zufriedenheit mit den einzelnen Fachabteilungen.

92,4 Prozent beträgt die Gesamtzufriedenheit der Patientinnen und Patienten im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. „Damit liegen wir in Bremen und Bremerhaven bei den Akutkrankenhäusern mit Notaufnahme und Intensivstation in der Gesamtzufriedenheit auf Platz eins“, freut sich Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer der Klinik. Die durchschnittliche Patientenzufriedenheit in allen Bremer und Bremerhavener Kliniken liegt bei 87,4 Prozent. Im Vergleich mit den anderen Akutkrankenhäusern im Land Bremen liegt das RKK auch in der Beurteilung der Pflegerischen Betreuung und der Speisenversorgung auf Platz eins, in der Ärztlichen Betreuung auf Platz zwei, bei der Ausstattung auf Platz vier.

„Wir sind unseren Patientinnen und Patienten für ihr Lob sehr dankbar. 97 Prozent der bei uns im RKK versorgten Patienten haben auf die Frage, ob sie uns ihrer Familie oder ihren Freunden weiterempfehlen würden, mit „ja“ geantwortet - das macht uns alle sehr stolz. Wir haben intern viel daran gearbeitet, uns zu verbessern. Die Geschäftsführung bedankt sich aber vor allem bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des RKK, ohne deren beständig gute Arbeit ein solches Ergebnis nicht möglich wäre“, so Klingelhöfer.

Erfreuliche Ergebnisse gab es erneut auch für die Kooperationsgemeinschaft Freie Kliniken Bremen: In der Gesamtzufriedenheit der Patienten in der aktuellen Befragung landeten DIAKO, Roland-Klinik, Rotes Kreuz Krankenhaus und St. Joseph-Stift unter den Top fünf im Landesvergleich.

RKK-Rheuma-Chefärzte auch 2019 auf der Focus-Liste der Top-Mediziner

Über das Behandlungsspektrum Kollagenosen, Sarkoidosen, Vaskulitiden, Morbus Bechterew, rheumatoide Arthritis und Osteoporose hinaus hat sich Prof. Kuipers auf Früharthritis und schwer verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankungen spezialisiert. Dr. Arnold wird häufig sowohl von Patienten als auch von anderen Ärzten im Bereich der orthopädischen, operativen Rheumatologie weiterempfohlen.

Das Münchener Nachrichtenmagazin „Focus“ veröffentlicht seit 1993 regelmäßig Listen deutscher Spitzenärzte. Hauptkriterien für die Bewertung sind nach Angaben des Focus- Magazins Qualität, Häufigkeit von Operation, niedrige Komplikationsrate und hygienische Standards. Zudem gingen Bewertungen durch andere Ärzte gleichen Fachgebietes und Bewertungen von Patienten in die Beurteilung mit ein.

In Memoriam Prof. Dr. Gholam Sehhati-Chafai

Am 17. April 2019 verstarb Herr Prof. Dr. Gholam Sehhati-Chafai. Der Schmerzexperte war von 1980 bis 2002 Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am RKK. Hier gründete er 1981 die erste Schmerzambulanz Norddeutschlands. In der Bremer Schmerzambulanz sollten ausschließlich chronisch kranke Schmerzpatienten Hilfe finden. In ganz Deutschland gab es damals nur ein einziges Zentrum dieser Art, in Mainz. Der dortige langjährige Oberarzt, Prof. Dr. Gholem Sehhati-Chafai, wechselte 1980 als Chefarzt an die Weser. Er knüpfte an seine Einstellung die Bedingung, Norddeutschlands erste Schmerzklinik aufbauen zu dürfen. Das RKK nutzte die Chance: Im April 1981 eröffnete die Schmerzambulanz, Ende des Jahres wurden die ersten Patienten auch stationär behandelt.

Die Schmerzambulanz entwickelte sich in den 80er Jahren zum größten Schmerzzentrum in ganz Norddeutschland mit stationären Betten für die Aufnahme chronisch Schmerzkranker. Dazu gehören vor allem Patienten mit Rückenschmerzen, chronischen Kopfschmerzen, Tumorschmerzen, chronisch degenerativen Leiden oder Arthrose, Nervenentzündungen oder Phantomschmerzen, wie sie nach einer Amputation entstehen können.

Es verlässt uns ein großartiger Mensch, Arzt und Lehrer. Das Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen wird sein Andenken in Ehren halten.

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gründet Aortenzentrum

Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta) nehmen weltweit zu. Ein Alter über 65 Jahren, männliches Geschlecht, Bluthochdruck und Rauchen sind die Hauptrisikofaktoren. In dieser Altersgruppe findet sich bei vier bis acht Prozent der Männer eine Erweiterung (Aneurysma) im unteren Bereich der Hauptschlagader, der Bauchschlagader. Reißt eine erweiterte Aorta (Ruptur), ist das ein lebensbedrohliches Ereignis – nur 25 bis 30 Prozent der Patienten überleben dieses Krankheitsbild.

„Erkrankungen der Hauptschlagader sind ein medizinisches Spezialgebiet. Die enge Zusammenarbeit aller an der Aortenbehandlung beteiligten Disziplinen ist im Interesse der Patientinnen und Patienten absolut notwendig. Um optimale Therapieergebnisse zu erzielen, sind eine umfassende Kenntnis aller individuellen Besonderheiten des Patienten sowie das Vorhalten aller Therapiemöglichkeiten notwendig“, erklärt Dr. Frank Marquardt, Leiter des neuen Aortenzentrums und Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin/Gefäßzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. Die Diagnostik und Behandlung der Aorta erfolgt im RKK vernetzt durch medizinische Disziplinen, die in Bremen nirgendwo sonst so konzentriert zusammen wirken: Partner des Aortenzentrums im RKK sind neben dem Gefäßzentrum die Radiologie, Innere Medizin, Kardiologie, Anästhesie- und Intensivmedizin, Rheumatologie und die Zentrale Notaufnahme.

Das RKK-Aortenzentrum zählt zu den wenigen sogenannten high-volume centern, in Deutschland die mehr als 50 geplante Eingriffe bei erweiterten Schlagadern im Bauchraum pro Jahr durchführen. Nach dem Registerbericht der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin und dem Deutschen Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung von 2018, haben nur 12 % von 141 teilnehmenden zertifizierten Gefäßchirurgischen Zentren mehr als 50 geplante Stentgraftbehandlungen bei einem Bauchaortenaneurysma (EVAR) pro Jahr durchgeführt.

„Durch die international erheblich zunehmende Anzahl an endovaskulären (minimal-invasiven) Operationen mit Einsatz von Gefäßprothesen sehen wir im Verlauf auch häufiger Komplikationen, wie Undichtigkeiten zwischen der Gefäßwand und der Gefäßprothese. Diese werden als “Endoleaks” bezeichnet“, erklärt Dr. Marquardt. Eine Behandlung muss nicht immer sofort erfolgen, kann aber sehr anspruchsvoll sein. Auch hier ist unser Aortenzentrum in der Lage, mit hochkomplexen Mikrokatheter-Eingriffen eine individuelle Behandlung durchzuführen. Da diese Eingriffe nur in wenigen Kliniken durchgeführt werden, vergrößert sich der Einzugsbereich für diese Patienten im RKK-Aortenzentrum stetig.

Die Voraussetzungen zum Aortenzentrum sind im RKK optimal: Ein auch endovaskulär erfahrener Operateur steht mit eingespieltem Team rund um die Uhr zur Verfügung. Im hochmodernen Hybrid-Operationssaal der neuesten Generation können im hochsterilen Umfeld Patienten mit minimal-invasiven Katheterinterventionen und offenen Operationen in gleicher Narkose behandelt werden. Es werden nahezu alle Therapieverfahren an der Aorta durchgeführt, mit Ausnahme von herzchirurgischen Operationen, bei denen eine Herz-Lungen-Maschine erforderlich ist. Auch für diese Patienten wird jedoch hier die Diagnose gestellt.

Für Patienten mit Erkrankungen der Brust- oder Bauchschlagader bietet das RKK-Aortenzentrum eine individuelle Beratung an. Anmeldung für die Sprechstunde unter Tel. 0421/ 5599 -880.

Erkrankungen der Hauptschlagader sind ein medizinisches Spezialgebiet. Die teilweise sehr komplexe Behandlung setzt Fachwissen voraus – auch fächerübergreifend

Die Aorta befördert sauerstoffreiches Blut über abzweigende Arterien in verschiedene Körperbereiche. Je nach Lage der erkrankten Stelle der Hauptschlagader im Brustkorb oder Bauchraum muss unterschiedlich behandelt werden. Mehr als die Hälfte aller Aortenaneurysmen entstehen im Bereich des Bauchraums. Über 80 Prozent davon befinden sich unterhalb der abzweigenden Nierenarterien. Bei genügendem Abstand der Erweiterung zu den Nierenschlagadern erfolgen diese Eingriffe mit niedrigem Risiko für den Patienten.

Die meisten Patienten können offen-operativ oder endovaskulär, das heißt innerhalb der Gefäße mit kleinsten Zugängen, mit Standard-Gefäßprothesen versorgt werden. Diese Eingriffe sind in der Regel schonender für die Patienten. In spezialisierten Einrichtungen, wie dem Aortenzentrum am RKK, sind diese Prothesen verschiedener Hersteller in unterschiedlichen Größen vorrätig und damit sofort verfügbar.

Bei komplexen Krankheitsbildern sind auch von der Aorta abgehende Gefäße, wie die Halsschlagader, Armschlagader, Nieren- oder Darmschlagadern in das Aneurysma einbezogen. Die Versorgung ist häufig sehr schwierig und kann im RKK Aortenzentrum offen-operativ oder endovaskulär erfolgen. Teilweise erfolgen hochkomplexe endovaskuläre Therapieverfahren mit für den Patienten individuell angefertigten Stentprothesen, welche entsprechende Abzweigungen für die abgehenden Arterien haben (gefensterte Gefäßprothesen).

Häufig haben die Patienten schwere Begleiterkrankungen, wie z.B. eine Herz- und/ oder Nierenerkrankung. Gelegentlich besteht auch eine rheumatologische Erkrankung, wie eine Vaskulitis (Gefäßentzündung). Durch die enge Vernetzung mit den spezialisierten Fachbereichen wie der Nephrologie, Kardiologie und Rheumatologie können auch diese Patienten individuell behandelt werden.

Das sagen die Kooperationspartner des neuen Aortenzentrums im RKK:

Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme:

„Eine schnelle Diagnostik und die sofortige Einleitung von lebensrettenden Maßnahmen ist bei Patienten mit akutem Aortensyndrom essentiell. Bereits bei Anmeldung des Rettungsdienstes mit dem Verdacht auf ein akutes Aortensyndrom wird eine Alarmschleife im RKK ausgelöst. Ein interdisziplinäres spezialisiertes Team erwartet den Patienten bereits beim Eintreffen im Schockraum.“

Dr. Andreas Sternberg, Leitender Arzt Radiologie MVZ am RKK:

“Wir sind gerne Partner im Aortenzentrum am RKK. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ist sichergestellt, dass die radiologischen Untersuchungen exakt auf die jeweilige Fragestellung abgestimmt sind und somit möglichst effektiv und schonend für unsere Patienten durchgeführt werden können.“

Dr. Carsten Brummerloh, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin:

„Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin bringt in der langjährigen engen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gefäßmedizin am RKK ein inzwischen erhebliches Maß an Erfahrung in der Versorgung dieser schwer erkrankten Patienten ein. Diese Versorgung kann in lebensbedrohlichen Notfällen nach der Übernahme vom Rettungsdienst in unserer Notaufnahme beginnen, wird nach Stabilisierung im Operationssaal, ähnlich wie bei den geplanten Eingriffen, fortgeführt und mündet in der Behandlung auf der Intensivstation.“

Prof. Dr. Karl-Christian Koch, Leitender Arzt Kardiologie:

„Das Herz von Patienten mit Aortenerkrankungen ist nicht selten auch erkrankt. In unserer leistungsfähigen Kardiologie erfolgt die entsprechende präoperative Diagnostik und Therapie. Eine perioperative Notfallversorgung durch eine 24-Stunden-Herzkatheterbereitschaft und kardiologische Intensivmedizin ist sichergestellt. So wird eine optimale und sichere Versorgung der Patienten mit Aortenerkrankungen gewährleistet.“

Prof. Jens Gert Kuipers, Chefarzt des Bremer Rheumazentrums:

„Die Betreuung von Patienten mit Vaskulitiden ist uns ein wesentliches Anliegen und Auftrag. Wir behandeln zahlreiche Patienten mit Großgefäß- und Kleingefäßvasculitis mit Aortenbeteiligung. Viele dieser Patienten werden interdisziplinär versorgt, entweder weil im Zuge der Diagnostik und Therapie eine rheumatische Ursache diagnostiziert wurde oder weil wir im Rheumazentrum bei unseren Patienten mit Aortitis im Verlauf der Nachsorge ein sich entwickelndes Aneurysma oder penetrierendes Aorten-Ulcus diagnostiziert haben, welche im Aortenzentrum mit höchster Kompetenz operativ versorgt wurde.“

Blick zurück nach vorn

Ausstellungserseröffnung im Café K am 31.03.

Am Sonntag, 31. März 2019 um 11:30 Uhr eröffnet das Rotes Kreuz Krankenhaus im Café K eine neue Fotoausstellung mit historischen und neuen Fotografien bekannter und markanter Bremer Bauwerke. Die gezeigten Aufnahmen nehmen die Besucherinnen und Besucher unter anderem mit auf eine fotografische Entdeckungsreise durch die Stadt: von der Bürgerweide und dem Bahnhof zur Domsheide und ins Schnoorviertel, in die Überseestadt bis in die Vahr.

Die von Fotograf Nikolai Wolff kuratierte Ausstellung rückt sowohl bauliche Details einzelner Bremer Gebäude in den Fokus als auch komplexe Stadtansichten mit zentralen Plätzen und Stadträumen. Dazu spiegeln ausgewählte historische Aufnahmen im Zusammenspiel mit neuen Aufnahmen die Bremer Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte und erzählen urbane und kulturelle Verwandlungsgeschichten.

Zur Eröffnung am 31. März 2019, 11:30 Uhr, spricht Prof. Dr. Eberhard Syring, Professor für Architekturtheorie und Baugeschichte an der School of Architecture der Hochschule Bremen sowie wissenschaftlicher Leiter des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb). Kurator und Fotograf Nikolai Wolff führt anschließend durch die Ausstellung.

Blick zurück nach vorn
Architekturfotografie in Bremen gestern und heute
von Bremer Architekturstudierenden und Fotografen.
Ab 31. März 2019 im Café K,
werktags von 7.00 bis 18.30 Uhr,
an Wochenenden und Feiertagen von 07.15 bis 09.30 Uhr und von 14.00 bis 18.30 Uhr

Sat.1 dreht im RKK zum Thema Osteoporose

Zum Tag der gesunden Ernährung mit Schwerpunkt Osteoporose drehte der Fernsehsender Sat.1 am 7. März mit Prof. Jens Gert Kuipers und Patienten im Rotes Kreuz Krankenhaus.

Prof. Kuipers ist Chefarzt des Rheumazentrums, welches auch zertifiziertes klinisches osteologisches Schwerpunktzentrum ist. Er erklärte das Krankheitsbild Osteoporose, die Symptome, Behandlung und erläuterte wichtige Aspekte der Ernährung - sowohl zur Prävention als auch im Alltag Betroffener. Osteoporosepatienten schilderten ihren Umgang mit der Erkrankung.

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Herzschrittmacher-Rückruf der Firma Medtronic

Betroffene Patienten sind informiert

Das Unternehmen Medtronic hat weltweit 157.000 Herzschrittmacher zurückgerufen. Es handelt sich um ganz bestimmte Zweikammerherzschrittmacher-Modelle, die zwischen März 2017 und Januar 2019 implantiert wurden. Bisher gibt es laut Hersteller weltweit zwei Patienten, bei denen die Geräte insgesamt viermal nicht richtig funktioniert haben. Die Folge sei jeweils eine Ohnmacht gewesen, so Medtronic.

Zur Sicherheit müssen alle Patienten, denen ein solches Herzschrittmacher-Modell eingesetzt wurde, kontrolliert werden. Auch die kardiologische Partnerpraxis (Praxis Kardio Bremen) am Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) hat 45 dieser fehlerhaften Medtronic-Herzschrittmacher bei Patienten am RKK eingesetzt. Alle betroffenen Patienten wurden über ihre zuweisenden Arztpraxen des Praxisverbunds Kardio Bremen umgehend informiert und zur Kontrolluntersuchung gebeten. Die Nachuntersuchungen laufen derzeit.

Laut Herstellerfirma kann es in sehr seltenen Fällen und unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Stimulationspause durch einen Schaltkreis-Fehler im Gerät kommen. Nach Abschätzung des individuellen Risikos im Rahmen der Nachkontrolle kann der Arzt entscheiden, ob das Gerät zunächst auf eine nicht-anfällige Betriebsart umprogrammiert werden sollte – solange, bis ein Software-Update der Firma installiert wird. Ein operativer Eingriff ist dafür nicht erforderlich. Medtronic entwickelt nach eigenen Angaben derzeit ein Software-Update, welches voraussichtlich jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 bei den Behörden zur Genehmigung eingereicht werden könne.

„Jeder Rückruf eines mangelhaften Medizinproduktes ist einer zu viel. Dahinter verbirgt sich jedes Mal ein zumindest verunsicherter, nicht selten verängstigter Patient. Im Interesse der Patienten muss die Firma hier schnellstmöglich Abhilfe schaffen“, sagt Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen.

In ganz Norddeutschland ruft Medtronic nach NDR-Recherchen Hunderte Herzschrittmacher zurück, an zwei Kliniken in Hannover sind 660 Patienten betroffen, am Klinikum Oldenburg 24, in Bremen nach Angaben von Radio Bremen 345 Patienten.

Dauerschmerz nach Verletzung – Das Rotes Kreuz Krankenhaus bei NDR „Visite“.

Morbus Sudeck / CRPS (Komplexes Regionales Schmerzsyndrom) war das Thema der NDR Sendung „Visite“ am 29. Januar 2019. Als Experte informierte der Chefarzt des Bremer Schmerzzentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, Dr. Joachim W. Ulma, über die früher auch “entgleiste Heilentzündung” genannte Erkrankung.

CRPS beginnt meist wenige Wochen nach einer Verletzung oder Operation mit einem starken, brennenden Schmerz, der bei Belastung oder Bewegung zunimmt. Viele Patienten empfinden den Schmerz schon bei leichten, eigentlich angenehmen Berührungen, oft verbunden mit Kribbeln, starker Schwellung und geröteter Haut. Die Krankheit verläuft in Stadien von Verfärbungen, Verhärtungen bis hin zu Versteifung und Knochenschwund. Die Ursache für CRPS ist bisher ungeklärt. Die Erkrankung wird häufig erst sehr spät erkannt, obwohl gerade in den ersten Wochen die Heilungschancen am besten sind. Experten behandeln die tückische Erkrankung mit hoch dosierten Schmerzmedikamenten (Opiaten), Physiotherapie, Lymphdrainagen, Ergotherapie und Verhaltenstherapie.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sich den Beitrag online noch einmal anschauen. Alle Informationen zum Thema und den Filmbeitrag vom 29.1.2018 finden Sie hier:
ndr.de/(…)/morbus-sudeck-dauerschmerz-nach-verletzung,morbussudeck100.html

Weitere Informationen zu Morbus Sudeck / CRPS:

Chefarztwechsel am Rotes Kreuz Krankenhaus

„Wir freuen uns sehr, mit Herrn Privatdozent Dr. Eisold einen exzellenten Chirurgen und erfahrenen Nachfolger für die Leitung der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie gefunden zu haben“, erklärt Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal, Ärztlicher Geschäftsführer am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. Privatdozent Dr. Jörn Gröne, der 2016 von der Charité kommend die Leitung der Klinik übernommen hatte, zwingen familiäre Gründe zurück nach Berlin.

Nach dem Studium begann Dr. Sven Eisold seine chirurgische Laufbahn am Universitätsklinikum Heidelberg und machte dort die Facharztausbildung für Chirurgie. Während dieser Zeit war der heute 53-jährige zwei Jahre am Deutschen Krebsforschungszentrum auf dem Gebiet der Tumorimmunologie und Onkologie wissenschaftlich tätig. Im Jahr 2004 wechselte er als Oberarzt an die Chirurgische Universitätsklinik Rostock. Dort erfolgte seine Spezialisierung in der Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie, insbesondere auf dem Gebiet der großen Tumorchirurgie von Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm. Im Jahr 2008 erlangte er die Habilitation und Lehrbefugnis an der Universität Rostock für das Fach Chirurgie. Ende 2010 wurde er Chefarzt an den Sana-Kliniken Lübeck. Hier baute er besonders die onkologische Chirurgie auf und entwickelte die minimimal invasive Chirurgie zum Kompetenzzentrum der Klinik. Im Sommer 2018 erfolgte eine kurze Chefarzttätigkeit am Klinikum Stadt Soest, ehe er den Ruf an das RKK Bremen annahm.

„Das Renommee des RKK Bremen, die partnerschaftlichen Kooperationen und nicht zuletzt die erfolgreichen Investitionen der Klinik in den letzten Jahren waren für mich entscheidende Argumente für das RKK“, so der gebürtige Dresdner. Besonders beeindruckt ist Dr. Sven Eisold von der hervorragenden technischen Ausstattung der Operationssäle und dem modernen Ambiente der Behandlungsbereiche, denn er möchte ganz besonders die minimal invasive Chirurgie in den Fokus seiner Tätigkeit stellen und weiter ausbauen. „Nach meiner Einschätzung werden die weiteren Entwicklungen der Visualisierung, der Robotik und der intraoperativen Navigation die Möglichkeiten in der Chirurgie und deren OP-Techniken verändern und verbessern“, erklärt der neue Chefarzt. Dr. Sven Eisold möchte gemeinsam mit seinem Team den erfolgreich begonnenen Weg der Spezialisierung am RKK fortsetzen, neue Akzente beispielsweise in der Tumorchirurgie und Adipositaschirurgie setzen und vertrauensvoller Ansprechpartner für Patienten und niedergelassene Ärzte sein.

Dr. Sven Eisold ist verheiratet und hat drei Kinder. Er fährt gern Fahrrad, geht ins Sportstudio und freut sich schon auf Joggingrunden im Bürgerpark. Darüber hinaus ist er seit über 30 Jahren bekennender Werderfan und möchte so viele Heimspiele wie möglich im Weserstadion besuchen. Er freut sich auf die neue Herausforderung am RKK und darauf, als „alter Wahlbremer“ in seine Lieblingsstadt zurückzukehren.

Gefäßzentrum Bremen im Rotes Kreuz Krankenhaus zum fünften Mal zertifiziert

Das Gefäßzentrum Bremen im RKK - größtes Kompetenzzentrum in Bremen und eines der führenden in Norddeutschland - hat sich zum fünften Mal prüfen lassen. Die ärztlichen Fachgesellschaften „Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)“ und „Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)“ haben die Klinik Anfang Dezember 2018 besucht, geprüft und entschieden, dass das Gefäßzentrum auch weiterhin alle Anforderungen für ein Hochleistungszentrum im Fachgebiet Gefäßmedizin erfüllt.

Die wichtigsten Anforderungen an ein zertifiziertes Gefäßzentrum sind:

  • Gewährleistung einer 24-Stunden-Versorgung durch voll weitergebildete Fachärzte
  • Vorhaltung einer Gefäßsprechstunde als Anlaufstelle
  • Expertise durch hohe Fallzahlen
  • funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Teilnahme an qualitätssichernden Maßnahmen
  • strukturierte Ausbildung für junge Ärzte bzw. anerkannte Weiterbildungsbefugnis durch die zuständige Ärztekammer

Gefäßzentrum Bremen

Die optimale Behandlung von Gefäßerkrankungen verlangt das Spezialwissen mehrerer medizinischer Fachrichtungen. Moderne Gefäßmedizin besteht aus drei Schwerpunkten:
Die tragende Säule ist die Gefäßchirurgie. Gefäßchirurgen beherrschen die Indikationsstellung für eine konservative oder invasive Behandlung. Nur Gefäßchirurgen sind ausgebildet, um offene Operationen (vaskuläre Chirurgie) wie z. B. einen Bypass durchzuführen oder Ballonauf- dehnungen oder Stentimplantationen vorzunehmen (endovaskuläre Chirurgie).
Die Radiologie liefert mit moderner 3-dimensionaler Technik im Computertomogramm (CT-Angio) oder Kernspintomogramm (MRT-Angio) reale Bilder der menschlichen Anatomie, die wir in unserem täglichen interdisziplinären Gefäßkolloquium auswerten.
Die Angiologie ist ein Spezialgebiet der internistisch ausgerichteten konservativen Behandlung von Gefäßerkrankungen.

Im ersten Bremer Gefäßzentrum, gegründet 2003, sind alle drei Säulen optimal vereint. Es wird das komplette Spektrum an konservativen, minimal-invasiven und operativen Leistungen angeboten. Behandlungsschwerpunkte sind Eingriffe am Arteriensystem, am Venensystem, Dialyseshunts und Problemwunden.

Seit August 2018 verfügt das Rotes Kreuz Krankenhaus über einen Hightech Hybrid-Operationssaal. Dieser Hybrid-OP vereint einen komplett ausgestatteten Operationssaal mit höchsten Hygienestandards inklusive einem Hochleistungs- Angiographielabor.

Weihnachtsfeier für Patienten, Angehörige und die Neustädter Nachbarschaft am 21.12. im RKK

Am Freitag, 21. Dezember 2018, findet im Tagungszentrum des Rotes Kreuz Krankenhaus, St.-Pauli-Deich 24 um 16.00 Uhr die jährliche Weihnachtsfeier statt. Eingeladen sind neben Patienten und Angehörigen auch Nachbarn aus der Neustadt und alle, die sich dem Haus verbunden fühlen.

Die Gäste erwarten weihnachtliche Klänge aus Lateinamerika mit der Gruppe Siembra. Dazu gibt es weihnachtliche Texte, Kaffee und Knabbereien. Natürlich darf auch die Weihnachtsgeschichte nach dem Evangelisten Lukas nicht fehlen.

Auf die Besucher freuen sich die RKK-Seelsorgerinnen Regina Herkenhoff, katholische Pastoralreferentin und Birgit Wille, evangelische Pastorin sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik.

FOCUS DIABETES: RKK-Dialysezentrum 2019 eines der besten Dialysezentren für Diabetiker in Deutschland

Für die Redaktion des Magazins FOCUS DIABETES zählt das Dialysezentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen zu Deutschlands besten Dialysezentren für Diabetiker 2019.

In die Bewertung gingen nach Angaben des Magazins unter anderem Empfehlungen von Fachärzten aus den Bereichen Nephrologie, Endokrinologie und Diabetologie und von Dialyse- Selbsthilfegruppen ein sowie Untersuchungen des Dialyseangebots, der Versorgung von Infektionspatienten und des diabetesspezifischen Serviceangebots, z.B. Ernährungsschulungen.

Das Magazin aus dem Burda-Verlag veröffentlicht seit 1993 Listen auf Basis unabhängiger Datenerhebungen.

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen bietet Patienten die Teilnahme an einer Studie zu Narbenbrüchen an

Bei Narbenbrüchen (sog. Narbenhernien) besteht, ähnlich wie bei einem Leistenbruch, die Gefahr des Einklemmens von Gewebe oder Teilen des Darms. Erste Untersuchungen der Charité-Universitätsmedizin Berlin ergaben bei Leistenbrüchen, dass die Häufigkeit dieser Komplikation geringer als bisher angenommen ist. Aus diesem Grund werden auch Leistenbrüche, die keine Beschwerden verursachen, heute nicht mehr unbedingt sofort operiert, sondern können zunächst ärztlich beobachtet werden. Hierdurch wird dem Patienten ein mit Risiken verbundener operativer Eingriff erspart. “Daher stellt sich nun die wichtige Frage, ob auch Patienten mit Narbenbruch mit gar keiner oder nur geringer Symptomatik zwingend operiert werden müssen oder ob eine ärztliche Beobachtung, im Fachjargon watchful waiting genannt, ausreicht, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK und Leiter des Bremer Studienzentrums am RKK.

Dieser Frage geht eine Studie der Charité und 37 weiterer Studienzentren bundesweit nach. Eines dieser Studienzentren ist seit Februar 2018, als einzige Bremer Klinik, das Rotes Kreuz Krankenhaus. Für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte klinische prospektiv-randomisierte Multicenter-Studie bietet das RKK betroffenen Patienten weiterhin die Möglichkeit der Teilnahme an.

Informationen zur Studie

Teilnehmer der Studie werden nach umfangreicher Aufklärung und Eingangsuntersuchung per Zufallsprinzip in die Operations- oder Beobachtungsgruppe gelost. Diese sogenannte Randomisierung muss zur Sicherung der wissenschaftlichen Standards durchgeführt werden. „Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, die Studiengruppe, in die man randomisiert wurde, zu wechseln. In jedem Fall können die Teilnehmer sicher sein, dass die Nachbetreuung weit über eine Standardbehandlung hinausgeht und sie langfristig unter bester Beobachtung stehen – ob operiert oder nicht. Auch nach Abschluss der Studie dürfen sich die Teilnehmer jederzeit an uns wenden, sobald sie Schmerzen haben oder beispielsweise doch noch operiert werden möchten“, sagt Bauchchirurg Gröne. Die Studienteilnehmer kommen über einen Zeitraum von zwei Jahren sechsmal ins Rotes Kreuz Krankenhaus zur Befragung und Nachuntersuchung.

An der Studie kann teilnehmen, wer volljährig ist und einen Narbenbruch nach einer Bauchoperation entwickelt hat, der bei alltäglicher Belastung keine oder nur geringe Beschwerden verursacht. „Diese Multicenter-Studie wird das Wissen über die leider noch sehr häufige Narbenhernie maßgeblich vergrößern”, ist der Chefarzt überzeugt.

Bundesweit erster Krankenpfleger mit Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege sowie für Notfallpflege

Die Notaufnahmen in Deutschland stehen im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Nicht nur, was ihren Stellenwert für die Behandlung komplex erkrankter Patienten betrifft sondern auch bei der Debatte um die Rolle der Klinik-Notaufnahmen in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Unbestreitbar wächst die Zahl der behandelten Patienten von Jahr zu Jahr, Pflegekräfte müssen Enormes leisten, um den vielfältigen Anforderungen und Tätigkeiten in einer Notaufnahme gerecht werden zu können. Weil die bisher angebotenen Fort-und Weiterbildungswege für die Pflegenden dort nicht mehr ausreichen, hat Bremen als erstes Bundesland 2016 die hochqualifizierte, staatlich - und von den an der Notfallversorgung beteiligten Fachgruppen und Verbänden anerkannte - „Fachweiterbildung Notfallpflege“ ins Leben gerufen. Die ersten staatlich anerkannten Notfallpfleger haben Anfang November ihre Weiterbildung in Bremen beendet. Ab 2020 soll es eine verbindliche Quote so qualifizierter Pflegefachkräfte in Bremer Notaufnahmen geben, bis dahin gilt eine Übergangslösung.

Christian Pianka, 38 Jahre alt, arbeitet seit 2002 im Rotes Kreuz Krankenhaus, 2012 wechselte er von der Intensivstation in die Zentrale Notaufnahme. „Christian Pianka ist nicht nur ein erfahrener Pfleger im Bereich der Intensivstation und der Zentralen Notaufnahme. Er sorgt mit diesen beiden intensiven Fachweiterbildungen auch im Team für Ausbildung, Anleitung und pflegerische Arbeit auf höchstem Niveau“, betont Dr. Martin Langenbeck, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am RKK.“ „Die Verknüpfung von hervorragender Notfallmedizin und leistungsfähiger Intensivmedizin zeichnet unser Krankenhaus aus - zum Wohle auch schwerst erkrankter Patienten. Die doppelte Qualifikation unseres Pflegers Christian Pianka steht sinnbildlich hierfür“, ergänzt der Chefarzt.

Die Fachweiterbildung für Notfallpflege kann nach dem bremischen Weiterbildungsgesetz in modularer Form in der Fachweiterbildungsstätte am Klinikum Links der Weser in zwei bis vier Jahren, inkl. berufspraktischer Weiterbildungszeit in geeigneten Einsatzfeldern, absolviert werden.

Größte Rheuma-Ärztefortbildung Nordwestdeutschlands am Samstag, 10. November im Rotes Kreuz Krankenhaus

Das Bremer Rheumazentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) organisiert jährlich das „Bremer Rheumasymposium“ - die größte Rheuma-Ärztefortbildung in Nordwestdeutschland. In diesem Jahr werden zum 37. Mal circa 150 Ärzte und Wissenschaftler ins Tagungszentrum der Klinik kommen, um sich über den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen auszutauschen. Die Volkskrankheit Rheuma ist mit ihren zahlreichen verschiedenen Krankheitsbildern ein komplexes Feld. Wichtig für die schnelle Diagnose ist neben der engen Kooperation der beteiligten Berufsgruppen auch die Weiterbildung von Hausärzten, Orthopäden und Rheumatologen – gerade in Zeiten des deutschlandweiten Mangels an Rheumatologen. Dieser Aufgabe widmet sich Rheumazentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus gerne.

Die Themen in diesem Jahr sind:

  • Spondyloarthritiden / Entzündungen an der Wirbelsäule und den Gelenken
  • Rheumatischen Manifestationen an den Nieren
  • Gicht / inklusive der neuen Leitlinien
  • Osteoporose als die häufigste Knochenerkrankung
  • Rheumaorthopädie: wichtigste Funktionsstörungen, Fehlstellungen und Erkrankungen des menschlichen Fußes / konservative und operative Therapiemaßnahmen

Hintergrundinfo Rheuma

Rheuma ist der Oberbegriff für mehr als 100 verschiedene Erkrankungen, die zum Teil durch Entzündungen hervorgerufen werden – von Beschwerden und Krankheiten des Bewegungsapparates über entzündlich-rheumatische Erkrankungen der inneren Organe bis zu Bindegewebs- und Knochenerkrankungen, wie Osteoporose oder Gelenkverschleiß (Arthrose). Fast jeder vierte Deutsche ist von einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Die Situation von Rheumapatienten hat sich in den vergangenen 20 Jahren aufgrund des medizinischen Fortschritts deutlich verbessert. „Gelenkschmerzen und Behinderungen können heutzutage bei einem Großteil der Betroffenen verhindert werden. Viele Patienten profitieren heute von neuen biotechnologisch hergestellten Antikörpern, die deutlich besser wirken, weil sie gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen“, weiß Prof. Dr. Jens Gert Kuipers, Chefarzt des Bremer Rheumazentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus.

Polizeirevier Neustadt besucht Zentrale Notaufnahme im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Zur Intensivierung von Austausch und guter Zusammenarbeit besuchten am Dienstag, 16. Oktober, der Sachgebietsleiter des Polizeireviers Neustadt, Volkmar Sattler, sowie Kollegen aus Einsatzdienst und Kontaktpolizei die Zentrale Notaufnahme des RKK.

Bei einer Führung zeigten Bettina Klatt, Pflegerische Leitung der Notaufnahme, und ZNA-Chefarzt Dr. Martin Langenbeck die Räumlichkeiten der Notaufnahme und erklärten Wege und Abläufe vor Ort. Die Polizisten informierten sich über Umfang, Probleme und Umgang der Mitarbeiter mit aggressiven Patienten bzw. Angehörigen sowie über bereits erfolgte organisatorische und bauliche Schutzmaßnahmen.

Die ZNA bedankte sich bei der Neustädter Polizei für ihre stets schnelle und kompetente Hilfe im Fall der Fälle.

Neue Angiografie-Anlage in Betrieb

In der Angio-Suite werden alle kathetergestützten Behandlungsverfahren wie zum Beispiel eine Ballonaufweitung / Stentimplantation in örtlicher Betäubung über eine Gefäßpunktion durchgeführt. Die neue Anlage arbeitet deutlich strahlungsärmer und bietet dabei eine exzellente Bildqualität. Da hier auch komplexe und damit länger dauernde Gefäßinterventionen wie Rotationsthrombektomien, Atherektomien sowie Embolisationen durchgeführt werden, ist die Strahlenbelastung der Patienten gegenüber der alten Anlage erheblich reduziert.

Bei der Rotationsthrombektomie wird ein vorhandenes Blutgerinnsel durch eine Turbine an der Katheterspitze zerkleinert und abgesaugt. Die Atherektomie-Katheter sind mit einem schneidenden Mini-Werkzeug versehen und ermöglichen das Abtragen von Gefäßverkalkungen in geeigneten Fällen. Embolisation bedeutet den gezielten Verschluss einzelner kleiner Blutgefäße bei einer Blutung oder von Tumorgefäßen mit kleinen Metallspiralen oder Flüssigembolisaten.

Bereits im letzten Jahr investierte das Rotes Kreuz Krankenhaus in einen neuen Hybrid-OP mit einer neuartigen, robotergestützten Angiografie-Anlage - als eine der ersten Kliniken weltweit. Damit stehen nun für Gefäßoperationen aller Art, von der Ballonaufdehnung von Gefäßen bis hin zur Versorgung von komplexen Aufweitungen (Aneurysma) der Bauch- und/oder Brustschlagader zwei neue Angiografie-Anlagen auf höchtem technischen Standard zur Verfügung.

Versorgung Schwerverletzter spitze

Traumazentrum des RKK erneut rezertifiziert

Hervorragende Strukturen, bewiesene Qualität und ein effektives, kollegiales Zusammenspiel der Ärzte und Pflegefachkräfte bei der Versorgung Schwerverletzter: Das bescheinigte ein von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie beauftragter Auditor dem Team des RKK. Er kam am 22. August in die Klinik, um das Traumazentrum auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Der Auditor kontrollierte die Wege und Stationen, die ein schwerverletzter Patient durchläuft - von der Zentralen Notaufnahme über die Radiologie, den OP bis zur Intensivstation. Mit dabei: Chirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner, Radiologen und Pflegefachkräfte. Außerdem nahm der Fachprüfer die standardisierten Verfahren und Anweisungen, Protokolle und Fortbildungsnachweise unter die Lupe und schaute sich notwendige Geräte und Instrumente, beispielsweise im Schockraum der Zentralen Notaufnahme, genau an.

Es ist die dritte Zertifizierung des Traumazentrums seit 2012.

Übung macht den Meister: Schockraumtraining im RKK

Das Szenario: Eine Frau wird bei einem Autounfall aus dem Wagen geschleudert. Der Notarzt bringt sie mit diversen Gesichts- und Rippenbrüchen, einem Bauchtrauma mit Leberriss und einem offenen Bruch des rechten Unterschenkels in die RKK-Notaufnahme. Alle Wunden sehen täuschend echt aus, die “Patientin” legt sich mächtig ins Zeug - sie macht das nicht zum ersten Mal. Diese aufregende Szenerie war Teil einer großen Simulationsübung im Rotes Kreuz Krankenhaus Anfang Juni 2018.

Beim “Schockraumtraining” in der Notaufnahme probten 35 Anästhesisten, Chirurgen und Pflegepersonal der Funktionsbereiche unter der Leitung von Dr. Dirk Hadler, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Chirurg Dr. Bernward Steinhorst den Ernstfall. Die Fortbildung diente auch zur Vorbereitung der Rezertifizierung des Traumazentrums der Klinik. Teil eins des dreistündigen Workshops waren drei Schockraumszenarien mit geschminkten Unfallpatienten.
In drei Gruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den jeweils “realen” Unfallopfern. Danach ging es ins Tagungszentrum zum zweiten Teil des Workshops mit dem Thema „Atemweg und Atmung“. Die Anästhesisten Florian Altschäffl und Jakob Pilster übten mit den Gruppen nicht nur Intubation und Luftröhrenschnitt - diesmal natürlich an Puppen - sondern auch das Punktieren des Spaltes zwischen Rippen und Lunge, um die Lunge zu entlasten. Herhalten mussten hierfür Schweinerippen. Im dritten Teil ging es um „Kreislauf und Schock“. Chirurg Krzysztof Nowakowski spielte mit den Teilnehmern Diagnose und Therapie bei zwei imaginären Patienten exemplarisch durch: Was kann Kreislaufprobleme und Schock auslösen, welche Reaktionen zeigt der Körper, wie kann man diese sichtbar machen, wie kann behandelt werden?

Spannend, lehrreich, konkret, lustig, praktisch, aufregend, hilfreich: Die Aussagen der Teilnehmer nach dem Workshop sprachen für sich. Die Fortbildung wird in Zukunft einmal jährlich im Rotes Kreuz Krankenhaus stattfinden.

Rheuma-Chefärzte Top-Ärzte 2018 in FOCUS und Guter Rat

Seit 1993 veröffentlicht das Nachrichtenmagazin FOCUS regelmäßig Listen deutscher Spitzenärzte. Für die Fachgebiete Internistische Rheumatologie und Operative Rheumatologie sind 2018 die beiden Chefärzte des Bremer Rheumazentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus auf dieser exklusiven Liste vertreten: Prof. Dr. Jens Gert Kuipers und Dr. Ingo Arnold.

Hauptkriterien für die Bewertung sind nach Angaben des Focus-Magazins Qualität, Häufigkeit von Operation, niedrige Komplikationsrate und hygienische Standards. Zudem gingen Bewertungen durch andere Ärzte gleichen Fachgebietes und Bewertungen von Patienten in die Beurteilung mit ein.

Auch Deutschlands größtes Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin Guter Rat hat für 2018 eine Liste mit 330 TOP-Ärzten erstellt. Das unabhängige Verbrauchermagazin fragte Ärzte, bei welchen Kollegen sie sich oder ihre Angehörigen behandeln lassen würden. Prof. Jens Gert Kuipers hat diese Auszeichnung ebenfalls bekommen.

Die neuen EVAs am RKK

Nach einem Jahr Weiterbildung mit Praktika in Münster, Lingen, Regensburg und Prüfung in Hamburg sind wir stolz auf Bremens erste „EVAs“:
Silke Riedel und Anna Sznepka haben die deutschlandweit ganz neue Ausbildung zur endovaskulären Assistentin mit Bravour bestanden.

Sie unterstützen mit ihren erweiterten Kompetenzen das Team der Gefäßchirurgen im OP und assistieren bei der Wiedereröffnung verengter Gefäße (PTA) und Stentimplantationen.

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gewinnt Deutschen Wundpreis 2018

Etwa 2,7 Millionen Patienten leiden deutschlandweit an chronischen Wunden. Bis ihre Wunden heilen, vergehen oft Monate oder sogar Jahre. Das größte Forum zum Thema Chronische Wunden ist der Deutsche Wundkongress in Bremen. Er findet seit 2007 jährlich statt und richtet sich bundesweit und über die Grenzen hinaus an Mediziner, Pflegende und weitere Akteure. Knapp 4.300 Besucher kamen Mitte Mai in die Bremer Messehallen, um über Neuigkeiten und Fortschritte in der Prävention und Versorgung chronischer Wunden zu lernen und zu diskutieren.

Im Rahmen des Kongresses bewarben sich 40 Institutionen und Teilnehmer mit Projekten, Studien oder wissenschaftlichen Arbeiten für den Deutschen Wundpreis. Mit ihrem Projekt „Visuelle Dekubitusinzidenz“ überzeugten die ausgebildete Fachtherapeutin Chronische Wunden, Anne-Marie Schlamm und ihr Kollege Lars Gröne, Pflege-Abteilungsleiter im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, die Jury – und gewannen den mit EUR 500,- dotierten ersten Preis.

Ein einfach geniales Projekt

Ein Dekubitus, auch Druckgeschwür oder „Wundliegen“ genannt, ist eine chronische Wunde der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Die Hauptursache der Entstehung ist eine längere Druckbelastung, beispielsweise durch langes Liegen, welche die Durchblutung der Haut stört. „Vor allem bettlägerige, kranke, ältere Menschen sind gefährdet. Nicht nur in Pflege- und Altenheimen oder der ambulanten Pflege zu Hause muss deshalb die Aufmerksamkeit für das Problem besonders hoch sein, sondern auch in den Krankenhäusern“, betont Lars Gröne und ergänzt: „Fachleute schätzen, dass in Deutschland jährlich mehr als 400.000 Menschen ein behandlungsbedürftiges Druckgeschwür entwickeln“.

„Wir haben uns überlegt, wie wir es schaffen können, die Aufmerksamkeit der Ärzte und Pflegefachkräfte bei der täglichen Routine im Krankenhausalltag für das Risiko des Wundliegens präsent zu halten und kamen auf die Idee mit den Punkten“, erzählt Anne-Marie Schlamm. „Jeder Patient hat, um Verwechslungen auszuschließen, bei uns in der Klinik ein Patientenarmband, auf dem sein Name und Geburtsdatum stehen. Wir haben - zunächst als Pilotprojekt auf einer Station – zusätzlich einfache kleine Klebepunkte eingeführt: grün für kein Risiko, gelb für Risiko besteht, rot für Druckgeschwür vorhanden, erklärt die RKK-Wundmanagerin das „einfache aber geniale Projekt“, so die Jury bei der Preisverleihung.

Dreimal täglich wird im Rahmen der pflegerischen Durchgänge pro Schicht der Punktestatus überprüft; flankierend zum Projekt entstanden Verfahrensanweisungen, Infos und Schaubilder.

Neue Neustadt. Menschen, Räume, Architektur

Am Sonntag, 10. Juni 2018 um 11:30 Uhr präsentiert das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) im Café K seine zweite reine Fotoausstellung mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf das eigene Quartier. Diesmal treten die neueren Seiten des Stadtgebietes samt ihrer verschiedenen Aspekte in Erscheinung: Klassische Architekturaufnahmen mit großer Schärfe und dokumentarischem Charakter erkunden analytisch und rational das Quartier. Sie zeigen sowohl größere städtische Zusammenhänge, wie Gebäudegruppen und Straßenzüge, als auch Detailaufnahmen und einzelne „Haus-Porträts“. Andere Aufnahmen spiegeln ein individuelles und subjektives Empfinden in der Stadt: besondere Farben oder Formen, Menschen oder Wetterphänomene bis hin zu Pflanzen oder Stimmungen, die auffallen und gefallen. Eine Stadtszene inszeniert die Ausstellung als filmisch minimalistische Sequenz und breitet im Gegenzug einen Straßenzug aufgefächert wie ein Bühnenbild vor den Betrachtern aus. Ein weiterer Teil der Ausstellung ermöglicht spannende Einsichten zur Veränderung des öffentlichen Raums durch historische Aufnahmen und zeitgenössische Aufnahmen desselben Ortes.

Die gezeigte Bildauswahl thematisiert und bespielt die Frage, wie sich städtische Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln visuell darstellen, ausschneiden, erkennen und verwandeln lässt. Gleichzeitig ist die Ausstellung eine Einladung und Aufforderung, das Quartier mit allen Sinnen und offener Haltung neu zu erleben. Die Werke stammen erneut von Architekturstudierenden der Hochschule Bremen sowie von professionellen Fotografen. Entstanden sind die visuellen Momentaufnahmen in unterschiedlichen Projekten: einem von Prof. Dr. Eberhard Syring und Nikolai Wolff konzipierten und geleiteten Kurs zu Architekturfotografie an der Hochschule Bremen, dem Foto-Projekt zur Ausstellung „Stadt, Raum, Detail“ der Fotoetage Bremen (Fotografien von Kay Michalak und Nikolai Wolff) sowie im Rahmen des demnächst erscheinenden Buchprojektes „Architekturführer Bremen“.

Zur Ausstellungseröffnung am 10. Juni begrüßt der Kurator und Fotograf Nikolai Wolff und gibt eine Einführung in die gezeigten Fotografien.

Neue Neustadt. Menschen, Räume, Architektur
Sichtweisen auf die Neustadt und den Stadtwerder
von Bremer Architekturstudierenden und Fotografen.
10. Juni bis Oktober 2018 im Café K, werktags von 7.00 bis 18.30 Uhr,
an Wochenenden und Feiertagen von 07.15 bis 09.30 Uhr und von 14.00 bis 18.30 Uhr

Fotografien: Projektgruppe Architekturfotografie

„So nicht…“

185 Mio. Euro für die GeNo… es ist grundsätzlich in Ordnung und rechtens, dass Gelder der Stadt Bremen als Gesellschafter in die GeNo fließen, aber nicht mehr bei diesen Beträgen, die bereits seit Jahren immer wieder in schlechte Wirtschaftlichkeit und/oder unorganisierte Baumaßnahmen wie den Teilersatzneubau (TEN) in Mitte investiert werden. Das finanzieren wir alle mit unseren Steuergeldern mit.

Wird in einem unserer Häuser ein schlechtes Wirtschaftsergebnis eingefahren, so muss beispielsweise Personal eingespart oder Teile der Gehälter wie Weihnachtsgeld, Tariferhöhungen o.ä. einbehalten werden, um das Krankenhaus wieder in eine stabile wirtschaftliche Lage zu bringen.

Unsere Kolleginnen und Kollegen bekommen durch Freunde und Bekannte bzw. Kollegen der GeNo oder auch über die Medien mit, dass in den GeNo-Häusern Betten oder teilweise Stationen gesperrt werden, wenn Personalmangel herrscht; oder dass Leihkräfte eingestellt werden. Da fragen sich die KollegInnen, weshalb das in unseren Häusern nicht auch so gehandhabt wird. Aber ein Krankenhaus kann es sich i.d.R. wirtschaftlich nicht leisten, Betten und/oder Abteilungen zu schließen, da sonst beispielsweise die Fallzahlen für die nächsten Budgetverhandlungen nicht erreicht werden.

In solchen Zeiten fangen unsere KollegInnen nicht selten die zusätzlichen Patienten und die damit verbundene Mehrarbeit auf, obwohl sie selbst z.B. durch Grippewelle in Anzahl und Leistungsfähigkeit dezimiert sind. Und auch wir haben mit Fachkräftemangel zu kämpfen.
Eine Klinik der Maximalversorgung wie Bremen Mitte darf unseres Erachtens keine Versorgungseinbrüche durch Bettensperren u.ä. hervorrufen.

Somit entsteht der Eindruck, dass die GeNo-Häuser sich Betten- und Stationsschließungen sowie teure Leiharbeitskräfte „erlauben“ können, da eine Schieflage der Wirtschaftlichkeit ja quasi immer vom Gesellschafter, sprich der Stadt Bremen ausgeglichen wird.
Der Nachtragshaushalt von 185 Mio. Euro wird daher von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als „Bestrafung“ der Freien Kliniken für wirtschaftliches Arbeiten empfunden. Das Wettbewerbsrecht ist mit den Finanzspritzen durch die Stadt Bremen aus unserer Sicht erheblich gestört und es besteht unseres Erachtens eine Ungleichbehandlung.

Die Voraussetzungen und Herausforderungen im Rahmen des Gesundheitssystems sind für alle Kliniken dieselben. Die Erlöse aus den DRGs sind in ihrer Höhe nicht angepasst worden, obwohl die Kosten für die Krankenhäuser in allen Bereichen wie beispielsweise Tariflöhne, Sachkosten, Versicherungsbeiträge, Energiekosten usw. deutlich gestiegen sind. Das alles und weitere Problematiken unseres Gesundheitssystems zwingen die Krankenhäuser zu Sparsamkeit und wirtschaftlichem Handeln. Gleichzeitig müssen verhandelte und angebotene Leistungen – vor allem im Rahmen der Daseinsfürsorge – dennoch erbracht werden und das bei anhaltendem bzw. zunehmenden Fachkräftemangel.

Auch notwendige Investitionen in dringende bauliche oder sanierungstechnische Maßnahmen, medizinische Geräte, Hilfsmittel usw. betreffen im Grunde alle Kliniken gleichermaßen.

Die Investitionsmittel, die vom Land jährlich nach Bettenzahl auf die Kliniken der FKB und GeNo verteilt werden, sind über die o.g. Thematik hinaus sowieso viel zu niedrig.
Fehlplanungen bei Baumaßnahmen oder An-/Neubauten und damit verbundene Mehrkosten werden allerdings für die FKB-Häuser nicht ausgeglichen – im Gegensatz zu den Kommunalen Kliniken.

Es geht aber über die Finanzmittel hinaus vor allem auch um die Wahrnehmung und Außendarstellung der Leistungen der Freien Kliniken Bremen durch die Gesundheitsbehörde bzw. durch die Senatorin.

Die Gesundheitssenatorin ist unserer Auffassung nach für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens gleichermaßen zuständig und hat diese im Rahmen der Gleichbehandlung zu unterstützen.
Unsere Wahrnehmung jedoch ist, dass aus den Äußerungen von Frau Prof. Quante-Brandt im Zusammenhang mit den Kommunalen Kliniken ausschließlich die Aufsichtsratsvorsitzende der GeNo und nicht die Gesundheitssenatorin Bremens spricht, wenn z.B. von Daseinsfürsorge die Rede ist und sie diesbezüglich nahezu ausschließlich die GeNo-Häuser in den Fokus setzt. Die Freien Kliniken haben ebenfalls die Daseinsfürsorge zu leisten und tun dieses auch. Wir fühlen uns nicht ausreichend wahrgenommen.
Es gilt im Amt neutral zu sein. Und es stellt sich für uns durchaus die Frage, wie die Senatorin z.B. bei der Landeskrankenhausplanung Objektivität wahren kann, wenn sie gleichzeitig als Aufsichtsratsvorsitzende die kommunalen Häuser vertritt?

Es hat in jedem Fall einen gewissen Beigeschmack – und das betrifft nicht nur Frau Quante-Brandt, sondern auch ihre Vorgänger/innen – wenn der Posten des/der Gesundheitssenator/in und der Aufsichtsratsvorsitz der Kommunalen Kliniken durch ein und dieselbe Person besetzt ist.
Das eine sind die Aufgaben als Gesundheitssenator/in und das andere die Aufgaben als Gesellschafter bzw. Aufsichtsratsvorsitz der Kommunalen Kliniken. Beides sollte getrennt voneinander behandelt werden, um möglichen Interessenskonflikten vorzubeugen.

Die Medienberichterstattung spricht u.a. im Zusammenhang mit dem Nachtragshaushalt von 185 Mio. Euro immer nur von den „Bremer Kliniken“. Die Bevölkerung unterscheidet nicht zwangsläufig zwischen den Kommunalen Kliniken und den Freien Kliniken Bremen, sondern versteht unter „Bremer Kliniken“ alle Krankenhäuser in Bremen. So kommt es seit der Bekanntgabe des Nachtragshaushalts zu Äußerungen von Patienten und Besuchern in den Freien Kliniken, „Sie bekommen ja nun eine Menge Geld von der Stadt Bremen“. Hier kann man im Rahmen der Gleichbehandlung und Neutralität im Amt durchaus erwarten, dass es eine „Richtigstellung“ seitens der senatorischen Behörde in den Medien gibt.

Für nicht wenige unserer über 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Kliniken sind das Verhalten und die Äußerungen bzw. das Nicht-Wahrnehmen durch die Senatorin eine Missachtung und nicht vorhandene Wertschätzung ihrer Leistung.
Hinzu kommt das Unverständnis und der Unmut angesichts der Misswirtschaft der GeNo, dem „Millionengrab Teilersatzneubau Bremen-Mitte“ und angesichts dieser enormen Summe, die –wofür offiziell auch immer - erneut in die GeNo-Häuser fließt. Wir Mitarbeiter/-innen sind auch Bürger/-innen und so- mit Steuerzahler/innen der Stadt und des Landes Bremen und sagen deshalb „So nicht…!“.

Die Interessenvertretungen der Freien Kliniken Bremen

Doris Schneider
Vorsitzende
der Mitarbeitervertretung
Krankenhaus St. Joseph-Stift

Wilfried Elfers
Vorsitzender
Betriebsrat
Rotes Kreuz Krankenhaus

Edelgard Kleinekemper
Vorsitzende
der Mitarbeitervertretung
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus

Sabine Verluis
Vorsitzende
Betriebsrat
Roland-Klinik

Hygieneteam des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gewinnt im Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

Auf dem 14. Kongress für Krankenhaushygiene 2018 in Berlin haben sich im März 26 Wettbewerber zum Preis „Hygiene medial vermitteln“ präsentiert. Eingereicht wurden vorab neue Ansätze, wie Kliniken mit Hilfe von Medien Hygienethemen besser vermitteln können. Bewertet wurden Inhalt, Umsetzung und Präsentation sowie der Nutzen des Projektes für die tägliche Praxis im Krankenhaus. Mit seinem einzigartigen 3D-Hygiene­schulungs­programm nahm das RKK am Wettbewerb teil – und gewann einen ersten Preis.

Die insgesamt acht Preisträger wurden in den Kategorien Poster, Video und Sonstiges (RKK) prämiert. Alle 1800 Teilnehmer des Kongresses hatten vorher die Möglichkeit, die Beiträge gemeinsam mit der Jury zu evaluieren und somit die Gewinner zu ermitteln. Krankenhaushygieniker Dr. Michael Bojarra und Hygienefachkraft Kathrin Zickert nahmen den mit 1.000 EUR dotierten Preis stolz entgegen.

Das 3D-Hygieneschulungsprogramm des Rotes Kreuz Krankenhauses

Mit seinem virtuellen Rundgang durch die eigene Klinik bringt das Rotes Kreuz Krankenhaus seinen neuen Mitarbeitern unterschiedlicher Berufssparten aber auch den Festangestellten im Rahmen der jährlichen Pflichtschulung die Inhalte der Basishygiene näher. Die Klinik vermittelt mit bewegten und unbewegten Bildern vor einem 360° Panorama des eigenen Arbeitsplatzes das Thema plastisch und real. „Das interaktive Programm funktioniert wie eine Art „Google-Maps“ im Krankenhaus. „An einem Ort erscheint der virtuelle Schulungsleiter. Dieser Avatar, das bin ich, führt in die Schulung ein. Je nach Berufsgruppe gibt es dann unterschiedlich viele Orte und Sequenzen im jeweiligen Modul, die passend zum Schulungszweck zusammengesetzt sind. Der Teilnehmer erkundet am Bildschirm mit der Maus den „realen“ Raum, in dem eine variable Anzahl von Inhalten versteckt ist“, erklärt Krankenhaushygieniker Michael Bojarra.

Je nach Schulung geht es um Händehygiene, Flächenhygiene, Arbeitskleidung oder Arbeitsschutz. An verschiedenen Stellen klickt der Mitarbeiter auf Videos oder Dokumente - aktuelle Standards, die mit dem hauseigenen Intranet verknüpft sind - und die gelesen werden müssen. Jeder Teilnehmer erhält nach Abschluss der Schulung am PC die sofortige Rückmeldung über das Abschneiden und ein Zertifikat. Parallel wird seine Teilnahme automatisch und ausschließlich zu Dokumentationszwecken in der Personalverwaltung erfasst.

„Mit der Umsetzung der verschiedenen zu schulenden Hygieneinhalte in Form eines 3D-Computerschulungsmoduls haben wir 2016 bewusst Neuland betreten. Nach der Erprobungsphase ist das virtuelle Schulungsmodul jetzt in Ergänzung zu einer Vielzahl von Präsenzschulungen fest verankert im Gesamt- schulungskonzept des RKK. Alle neuen Mitarbeiter, Praktikanten und alle Festangestellten müssen es einmal jährlich absolvieren. Das Konzept ist aufgegangen: Das Programm ermöglicht einen neuen, zeitgemäßen Zugang zu bekannten Themen. Es hält Inhalte rund um die Uhr bereit und schafft über die spielerische Bedienung Anreize zur Nutzung“, erklärt Bojarra.

Die erfolgreiche Software entstand in Kooperation mit der AOK Bremen/Bremerhaven und der Firma Panolife für 3D-Visualisierung.

Offener Brief der Mitarbeitervertretungen der Freien Kliniken Bremen an Senatorin Prof. Dr. Quante-Brandt

Sehr geehrte Frau Senatorin Prof. Dr. Quante-Brandt,

seit Monaten steht der Klinikverbund Gesundheit Nord wegen wirtschaftlicher Fehlentwicklungen in den Schlagzeilen. Nun soll diese Schieflage durch einen beantragten Nachtragshaushalt in Höhe von 185 Mio. Euro ausgeglichen werden? Als die Interessenvertreter aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Kliniken Bremen sagen wir: So nicht! Seit Jahren werden die kommunalen Kliniken in der Stadtgemeinde Bremen gegenüber den freigemeinnützigen Krankenhäusern immer wieder bei der Verteilung von Geldern bevorzugt. Die Finanzspritze dürfte sich mittlerweile auf rund 400 Mio. Euro summieren.

Mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich in den Freien Kliniken Bremen für jährlich mehr als 150.000 Patienten ein. Wie sollen wir unseren Kolleginnen und Kollegen plausibel erklären, dass sie Mehrarbeit leisten müssen, wenn wieder einmal in den kommunalen Häusern aufgrund von Fehlern in der Personalplanung Stationen abgemeldet werden? Gegenüber der Öffentlichkeit betonen Sie stets die Bedeutung der Daseinsvorsorge durch den kommunalen Klinikverbund. Sie würden nicht glauben, wie häufig wir eigentlich im Klinikum Mitte zu versorgende Patienten nach Niedersachsen verlegen müssen, weil wieder einmal die entsprechende Station abgemeldet ist!

Dank effizienter Strukturen und sparsamen Haushaltens ist die wirtschaftliche Lage der Freien Kliniken solide. Aber die finanzielle Belastung durch geringere Zuschüsse und ausbleibende Unterstützung durch den Senat wird auch in unseren Häusern immer größer. Dieser Sparzwang, dem die Häuser der Freien Kliniken Bremen unterliegen, wirkt sich auf viele Bereiche des Arbeitsalltags aus. Die Belastung für die Pflege und die Ärzteschaft steigt spürbar. Mit 185 Mio. Euro (zusätzlich!!) könnten auch in den Freien Kliniken Bremen notwendige Investitionen getätigt werden – zum Wohle der Mitarbeiter wie zum Wohle der Patienten, die in unseren Häusern stets im Mittelpunkt aller Anstrengungen stehen.

Mit mehr als 55.000 stationär und 100.000 ambulant behandelten Patienten jährlich erfüllen wir einen bedeutenden Versorgungsauftrag für Bremen und die Region. Uns geht es um den Erhalt von Arbeitsplätzen und um die Wertschätzung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Freien Kliniken Bremen. Um eine öffentliche Anerkennung ihrer Leistung – auch von Seiten der Politik, auch von Ihnen.

Wir können nicht verstehen, wie Sie in Ihrer Funktion als Gesundheitssenatorin gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord sein können. Die Entscheidung des Senats zum beantragten Nachtragshaushalt lässt jedenfalls an einer Gleichbehandlung aller 14 Bremer Kliniken und an Ihrer Unparteilichkeit als Gesundheitssenatorin zweifeln. Wenn man ganz ehrlich ist, muss man doch zugeben:

Das Geld fließt NICHT in alle Bremer Krankenhäuser gleichermaßen. Für die kommunalen Krankenhäuser Bremens sind „auf einmal“ 185 Mio. Euro da, kurz nachdem ein Haushaltsplan beschlossen wurde, der ganz vielen Bereichen erhebliche Sparanstrengungen zumutet.

Frau Senatorin: Ohne die Trägervielfalt und die Freien Kliniken Bremen wäre die medizinische Daseinsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger nicht zu gewährleisten. Hingegen erweist sich der Teilersatzneubau des Klinikums Bremen Mitte als Fass ohne Boden. Wieso müssen wir in unseren Häusern große Teile der Investitionen selbst erwirtschaften, und dort wird der ganze Neubau und noch mehr bezahlt? In einem Haushalts-Notlageland, wie Bremen, sollten Steuermittel besser in Krankenhausstandorte investiert werden, die nachweislich wirtschaftlich arbeiten.

Sehr geehrte Frau Senatorin: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Kliniken Bremen müssen nicht nur daraus resultierende Mehrbelastungen schultern, als Steuerzahler müssen wir das Problem auch noch finanzieren. Im Sinne des Arbeitsplatzerhalts in den Freien Kliniken Bremen, der Trägervielfalt und der Daseinsvorsorge fordern wir eine Gleichbehandlung aller Bremer Kliniken und angemessene Unterstützung auch unserer Häuser durch den Senat.

Die Interessenvertretungen der Freien Kliniken Bremen:

Edelgard Kleinekemper
Vorsitzende der Mitarbeitervertretung
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus
mav@diako-bremen.de
Tel.: 0421- 6102-3080

Doris Schneider
Vorsitzende der Mitarbeitervertretung
Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen
Mav@sjs-bremen.de
Tel.: 0421-347-1758

Sabine Versluis
Betriebsratsvorsitzende
Roland-Klinik
betriebsrat.roland-klinik@arcor.de
Tel.: 0421-8778-382

Wilfried Elfers
Betriebsratsvorsitzender
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Elfers.w@roteskreuzkrankenhaus.de
Tel.: 0421-5599-309

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen wird Co-Studienzentrum der Berliner Charité

Bei einem Leistenbruch (sog. Leistenhernie) besteht die Gefahr, dass Gewebe oder Teile des Darms eingeklemmt werden und in der Folge absterben. Aktuelle Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine solche Einklemmung sehr gering ist. Aus diesem Grund werden Leistenbrüche, die keine Beschwerden verursachen, heute nicht mehr unbedingt sofort operiert, sondern können zunächst ärztlich beobachtet werden. Hierdurch wird dem Patienten ein mit Risiken verbundener operativer Eingriff erspart.

Auch bei Narbenbrüchen (sog. Narbenhernien) besteht, ähnlich wie bei einem Leistenbruch, die Gefahr einer Einklemmung von Gewebe oder Teilen des Darms. Aber auch hier ergaben erste Untersuchungen der Charité-Universitätsmedizin Berlin, dass die Häufigkeit dieser Komplikation geringer als bisher angenommen ist.

“Daher stellt sich die wichtige Frage, ob Patienten mit Narbenbruch mit gar keiner oder nur geringer Symptomatik zwingend operiert werden müssen oder ob eine ärztliche Beobachtung, im Fachjargon watchful waiting genannt, ausreicht, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK und Leiter des Bremer Studienzentrums am RKK.

Dieser Frage geht eine Studie der Charité und 37 weiterer Studienzentren bundesweit nach. Eines dieser Studienzentren ist ab sofort, als einzige Bremer Klinik, das Rotes Kreuz Krankenhaus. Für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte klinische prospektiv-randomisierte Multicenter-Studie bietet das RKK betroffenen Patienten die Möglichkeit der Teilnahme an.

Informationen zur Studie

Teilnehmer der Studie werden nach umfangreicher Aufklärung und Eingangsuntersuchung per Zufallsprinzip in die Operations- oder Beobachtungsgruppe gelost. Diese sogenannte Randomisierung muss zur Sicherung der wissenschaftlichen Standards durchgeführt werden. „Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, die Studiengruppe, in die man randomisiert wurde, zu wechseln. In jedem Fall können die Teilnehmer sicher sein, dass die Nachbetreuung weit über eine Standardbehandlung hinausgeht und sie langfristig unter bester Beobachtung stehen – ob operiert oder nicht. Auch nach Abschluss der Studie dürfen sich die Teilnehmer jederzeit an uns wenden, sobald sie Schmerzen haben oder beispielsweise doch noch operiert werden möchten“, sagt Bauchchirurg Gröne, der 2016 von der Berliner Charité als Chefarzt ins RKK kam. Die Studienteilnehmer kommen über einen Zeitraum von zwei Jahren sechsmal ins Rotes Kreuz Krankenhaus zur Befragung und Nachuntersuchung.

An der Studie kann teilnehmen, wer volljährig ist und einen Narbenbruch nach einer Bauchoperation entwickelt hat, der bei alltäglicher Belastung keine oder nur geringe Beschwerden verursacht. „Diese Multicenter-Studie wird das Wissen über die leider noch sehr häufige Narbenhernie maßgeblich vergrößern”, ist der Chefarzt überzeugt.

Informationen zum Narbenbruch / Narbenhernie

Die Bauchhöhle, mit ihren Organen wie Magen, Leber und Darm, wird von der vorderen Bauchwand bedeckt und geschützt. Diese sogenannte Bauchdecke besteht aus drei Schichten: dem Bauchfell, einer kräftigen Muskelschicht und der Hautschicht. Nach einer Operation kann es im Bereich der Operationsnarbe zu Schwachstellen in der Bauchdecke kommen. „Etwa jeder fünfte Patient entwickelt drei oder mehr Jahre nach einer Bauchoperation Löcher entlang der Narbe. Diese entstehen, wenn das Bindegewebe im Bereich der Operationsnarbe auseinanderweicht. Wenn sich Gewebe oder Darmteile aus dem Bauchraum durch die entstehenden „Bruchlücken“ vorwölben, bezeichnen wir dies als Narbenbruch oder Narbenhernie“, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK.

„Viele Patienten können mit einem Narbenbruch weitgehend beschwerdefrei leben - solange eben keine starken Beschwerden auftreten und keine Darmteile eingeklemmt werden. Eine Einklemmung würde sich durch stärkste Bauchschmerzen bemerkbar machen und stellt einen akuten Notfall dar, der sofort operiert werden muss. Denn wenn der Darm nicht mehr ausreichend durchblutet ist, stirbt das Gewebe ab“, so Gröne.

Operiert wird ein Narbenbruch, indem die Fachärzte ein speziell beschichtetes, stützendes Netz in einer Operation in Vollnarkose in die Bauchwand einsetzen und die Bruchlücke somit verschließen – je nach Patient und Indikation in einer offenen Operation oder im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie). In Deutschland werden so pro Jahr fast 50.000 Narbenbrüche operativ behandelt. Bei etwa jedem zehnten operierten Patienten kommt es jedoch zu Wundheilungsstörungen und - infektionen, auch das eingesetzte Netz kann zu einer Entzündung führen. Blutergüsse, Darmverletzungen und auch Jahre andauernde Schmerzen sind weitere Risiken. „Da es sowohl mit als auch ohne Operation zu Komplikationen kommen kann, macht es Sinn, die Frage zu untersuchen, ob eine Operation der Narbenhernie die einzig sinnvolle Behandlungsmöglichkeit von wenig bis nicht symptomatischen Narbenbrüchen ist“, sagt der Chefarzt.

Kontakt und Informationen

Ansprechpartnerin für die Studie „AWARE – Beobachtung vs. Operation von oligosymptomatischen Narbenhernien“ im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen ist Ulrike Löffner in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Interessierte können sich unter Tel. 0421 / 55 99-4278 oder per E-Mail an loeffner.u@roteskreuzkrankenhaus.de an sie wenden.

Weitere Informationen zur Studie gibt es im Internet unter: www.aware-trial.de

Stabwechsel in der Angiografie am Rotes Kreuz Krankenhaus

Bernhard Schmuck wird Nachfolger von Sabine Bircks

Nach 30 Jahren verabschiedet das Rotes Kreuz Krankenhaus seine Leitende Ärztin für Diagnostische und Therapeutische Angiografie, Sabine Bircks, am 23. Februar in den Ruhestand. Ihr Nachfolger ist Facharzt Bernhard Schmuck, der zuletzt als leitender Oberarzt im Institut für Diagnostische & Interventionelle Radiologie am Klinikum Oldenburg beschäftigt war.

Die gebürtige Düsseldorferin Sabine Bircks begann nach vier Jahren in der Strahlentherapie am ZKH St. Jürgen Straße am 2. Januar 1988 ihre Karriere im RKK. Verantwortung übernehmen, Arbeit wegschaffen, sich kümmern um Abläufe, Kollegen und in erster Linie natürlich um die Patienten: 30 Jahre lang war Sabine Birck ́s Motor und gestaltende Kraft der Radiologie und Angiologie am RKK.
Ihre Facharztprüfung für radiologische Diagnostik legte die Wahl-Bremerin 1992 ab. Als Oberärztin war sie ab 1993, als Leitende Ärztin, ab 2015 mit Führungsvermögen und Empathie verlässliche Anleiterin des medizinischen Nachwuchses. Ab 2010 war sie maßgeblich am Aufbau des MVZ Radiologie beteiligt und eine der Leitenden Ärzte des MVZ von 2011 bis 2014.

Sabine Bircks strukturierte souverän mit weiblicher Hand und sorgte auch für die intensive fächerübergreifende Kommunikation ihres Fachgebietes. Als 1995 die Chirurgischen Fächer am RKK in die Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie und die Klinik für Gefäßchirurgie gesplittet wurden und ein hochmodernes Angiografiegerät mit digitaler Subtraktionsangiografie für Katheteruntersuchungen angeschafft wurde, entwickelte sich Sabine Bircks Leidenschaft für die Angiografie. Ihr Steckenpferd wurde und blieb die therapeutische Angiografie mit Ballonerweiterung und Stentimplantationen in allen Körperbereichen, die arterielle Thrombolyse, Embolisationen von Blutungen, Aneurysmen, Uterusmyomen und Lebertumoren. Im Laufe der Jahre kamen immer neue Techniken der Rekanalisation und des Gefäßverschlusses dazu. „Ohne ihre Kompetenz hätte das erste Bremer Gefäßzentrum nicht bereits 2003 am RKK eröffnet und ab August 2004 durch die radiologische und gefäßchirurgische Fachgesellschaft regelmäßig (re-) zertifiziert werden können“, betont Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer am RKK. Die Leitende Ärztin sorgte für die Einarbeitung neuer Kollegen in die Tiefen der interventionellen Angiografie und Radiologie und begleitete die Einführung des neuen Hybrid-OPs im Sommer 2017. Dieser vereint einen komplett ausgestatteten Operationssaal, der höchsten Hygienestandards genügt, mit einem Hightech-Angiografielabor. Im hochsterilen Umfeld dieses OPs können Patienten mit minimal-invasiven Eingriffen, Katheterinterventionen und offenen Operationen in gleicher Narkose behandelt werden. Kernstück ist eine roboterbasierte Angiografie-Anlage zur radiologischen Darstellung von Blutgefäßen. „Wir danken Frau Bircks und wünschen ihr und ihrem Mann nun Zeit und Muße für Reisen, Sport, für Tochter und Enkel, für Freunde und für das Leben außerhalb der Medizin“, so Klingelhöfer.

Bernhard Schmuck ist neuer Ärztlicher Leiter der Angiografie/Interventionellen Radiologie im RKK. Er begann seine Facharztausbildung 2005 im Institut für Diagnostische & Interventionelle Radiologie am Klinikum Oldenburg und war dort zunächst als Fach-, dann Oberarzt und zuletzt als Leitender Oberarzt tätig. Seinem medizinischen Steckenpferd blieb und bleibt er bis heute treu. „Seit vielen Jahren gilt mein fachliches Interesse den Gefäßerkrankungen. Im renommierten ersten Bremer Gefäßzentrum am RKK sind die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten in idealer Weise miteinander verknüpft: Sämtliche operativen und interventionellen Therapieoptionen stehen für den Behandlungserfolg der Patienten zur Verfügung. So kann für jeden einzelnen Patienten die beste Therapie ausgewählt werden. Mein Ziel ist, in diesem Bereich die Patientenversorgung weiterhin auf dem bereits etablierten hohen Niveau zu gewährleisten - und weiter zu entwickeln“, sagt der 41 Jährige. Der erfahrene Facharzt ist spezialisiert auf Eingriffe, bei denen durch Kontrastmittelgabe Gefäße sichtbar gemacht und dann gleichzeitig behandelt werden können. Das Verfahren wird zum Beispiel eingesetzt bei Gefäßverengungen, Gefäßmissbildungen, Blutungen, erweiterten Hauptschlagadern aber auch bestimmten Tumoren.

„Meinen Erfahrungsschatz werde ich ebenfalls nutzen, um besonders im Schwerpunktbereich der interventionellen Tumortherapie neue radiologische Behandlungsformen zu etablieren und fachübergreifende Kooperationen zu intensivieren“, sagt der zweifache Familienvater aus Rastede.

Wissen ist die beste Medizin: Rheumatologie-Chefarzt Prof. Dr. Jens Gert Kuipers ist Mitglied des Experten-Kreis Gesundheit (EKG) der Stiftung Gesundheit

Die Stiftung Gesundheit setzt sich seit 22 Jahren für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein. Sie hilft Verbrauchern, sich in diesem oft unübersichtlichen Feld zu orientieren. Die gemeinnützige Stiftung tut dies zum einen mit einer unabhängigen und werbefreien Arztsuche, welche die freie Arztwahl auch ermöglicht, wenn Spezialisten gebraucht werden. Zum anderen mit der Zertifizierung von verlässlichen und verständlichen Patienteninformationen sowie der Förderung eines fundierten Medizin- und Gesundheitsjournalismus.

Experten-Kreis Gesundheit (EKG) – Wissen für Journalisten

Journalisten bietet die Stiftung eine Expertensuche mit fachlicher Expertise an für qualifizierte Hintergrund-Informationen und Interviews mit Namensnennung des Experten. Medienvertreter suchen über dieses Verzeichnis Interview-Partner.

Prof. Dr. Jens Gert Kuipers ist in der Expertensuche des EKG für Journalisten seit Januar als Experte für den Fachbereich Rheumatologie gelistet.

Stiftung Gesundheit

Sie wurde 1996 unter Aufsicht des zuständigen Innenministeriums auf der Grundlage des Stiftungsgesetzes errichtet und wird beständig durch die Stiftungsaufsichtsbehörde kontrolliert. Die Stiftung Gesundheit ist bundesweit tätig und unabhängig von Regierung, Parteien, Industrie, Verbänden und weltanschaulichen Gruppierungen. Ihre Gremienmitglieder und Beiräte werden aus dem gesamten Bundesgebiet berufen.

Kältetherapie: Alternative zur konventionellen Behandlung des Restless Legs Syndrom (RLS)

Nach Angaben der Deutschen Restless Legs Vereinigung e.V. leiden mehrere 100.000 Menschen in Deutschland an dem rätselhaften RLS-Syndrom. Die genauen Ursachen sind nicht geklärt, Fachleute vermuten, dass es sich um eine Fehlfunktion des Nervenstoffwechsels handelt, die erblich zu sein scheint. Die RLS-Symptome lassen sich meist gut mit Arzneimitteln lindern, die ähnlich wirken wie der körpereigene Nervenbotenstoff Dopamin. Diese Präparate sind jedoch nicht frei von Nebenwirkungen. Sie können zu Schläfrigkeit am Tag, Übelkeit oder Veränderungen der Kognition führen. Oftmals verlagern sich die Beschwerden, welche sich durch die Medikamente nachts bessern, in den Tag hinein.

Eine Studie, die von der Deutschen Restless Legs Vereinigung initiiert und finanziert wurde, gibt nun neue Hoffnung für die Betroffenen. „Die Pilotstudie von 2016 untersucht die Kältetherapie als Alternative zur konventionellen Behandlung des Restless Legs Syndrom. Die RLS-Patienten besuchten drei Minuten lang eine Kältekammer bei -60°C. Zehn Kältebehandlungen brachten auch nach zwei Wochen noch eine signifikante Besserung der Symptome, der Schlaf- und Lebensqualität. Der Schlaf wurde ruhiger, das Zucken ließ nach“, resümiert Dr. Ingo Arnold, Leiter der Kältekammer und des Therapiezentrums für Physikalische Medizin (Physio K) am Rotes Kreuz Krankenhaus die Ergebnisse der Studie. „Wir beobachten gespannt die weitere Entwicklung bei den Patienten, die unsere Kältekammer nutzen“, so der Chefarzt.

Die Kältekammer im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK)

Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass eine kurzzeitige (0,5 - 3 Minuten) Einwirkung extremer Kälte genügt, um Schmerzen zu lindern, entzündliche Prozesse einzudämmen, verkrampfte Muskulatur zu lockern und das Immunsystem zu stärken. Mit einem kurzzeitigen Aufenthalt in einer so genannten Kältekammer werden die gleichen Effekte erzielt. Die Kältekammer des RKK besteht aus drei Sektionen. In der ersten herrscht eine Temperatur von - 10°C, in der zweiten -60°C und in der dritten -110°C. Die Kammern sind beleuchtet und durch ein Sichtfenster mit dem Vorraum verbunden. In diesem hält sich das Kontrollpersonal auf. Die Luft in der Kältekammer ist extrem trocken, Luftfeuchtigkeit ist praktisch nicht mehr vorhanden. Dadurch wird die tiefe Temperatur meistens als angenehm empfunden. Die Patienten betreten die Kältekammer zwar in Badebekleidung, sind aber mit Mundschutz, Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken und festem Schuhwerk geschützt. Ob sie die Kosten der Therapie in der Kältekammer übernehmen, entscheiden die meisten Krankenkassen individuell im Einzelfall.

Weitere Informationen

Titel der Studie: Whole body and local cryotherapy in restless legs syndrome: A randomized, singleblind, controlled parallel group pilot study.

  • Svenja Happe, Institut für Klinische Neurophysiologie, Klinikum Bremen-Ost, Bremen, Abteilung für Neurologie, Klinik Maria-Frieden, Telgte
  • Sabine Bunten, Institut für Klinische Neurophysiologie, Klinikum Bremen-Ost, Bremen
  • Christian Thiedemann, Institut für Klinische Neurophysiologie, Klinikum Bremen-Ost, Bremen, Abteilung für Neurologie, Klinik Maria-Frieden, Telgte
  • Rudolf Siegert, Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Klinikum Bremen-Ost, Bremen

St. Pauli-Deich 24 • 28199 Bremen • Tel. 0421 / 55 99-0