Auf der Station

Der Alltag im Krankenhaus ist anfangs häufig verwirrend. Viele Dinge sind jedoch einfacher, als Sie zunächst vielleicht glauben. Kompetenz und Freundlichkeit sind unsere Stärken.

Auf Ihrer Station erwartet Sie ein multidisziplinäres Behandlungsteam aus Ärzten, Pflegekräften und weiteren gesundheitsspezifischen Berufen. Sie alle arbeiten gemeinsam an Ihrem Genesungsprozess. Wir möchten, dass Sie sich bei uns sicher und gut betreut fühlen. Informationen rund um Ihren Aufenthalt in unserem Krankenhaus können Sie in unserem Kompass lesen oder herunterladen (PDF). Einen Überblick über unser Haus vermittelt auch der RKK-Flyer.


Behandlungsteam

Ihr Pflegeteam

Ihr Pflegeteam arbeitet bewusst als Partner mit Ihnen zusammen. Unser Pflegeansatz ist ganzheitlich: Sie und Ihre Bedürfnisse, Ihre körperliche und seelische Situation, nehmen wir ernst. Wir möchten, dass Sie Vertrauen in unsere Arbeit haben. Gemeinsam besprechen wir Ihre Situation am Anfang des Aufenthaltes und klären, wie wir Sie auf Ihrem Genesungsweg sinnvoll begleiten können. Wir beraten und unterstützen Sie fachlich und kompetent, Ihre Selbständigkeit möchten wir aktivieren und fördern.

In unserer Klinik sind speziell ausgebildete Pflegekräfte für Sie da. Durch die „perioperativer Schmerzdienst (POSD)“ genannten Pflegekräfte werden die Patienten nach einer OP zweimal täglich besucht und die Schmerztherapie auf die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Speziell ausgebildetes Wund-Fachpersonal kümmert sich um die kontinuierliche und professionelle Behandlung von Wunden, unsere Diätberaterin steht Ihnen in Ernährungsfragen ebenso wie unser Stomatherapeut bei der Pflege künstlicher Darmausgänge mit Rat und Tat zur Seite.

Auf den Stationen teilen wir uns in kleine Pflegeteams auf. Jedes Team betreut dabei eine überschaubare Gruppe von Patienten. Durch unser zeitgemäßes Konzept der „Bezugspflege“ sind Sie vom Tag der Aufnahme bis zur Entlassung in vertrauten und kundigen Händen.

Die Bremische Schwesternschaft vom Roten Kreuz e.V. und damit das gesamte Pflegemanagement unserer Klinik ist nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.

Für demenzkranke Menschen sind in unserem Haus stationsübergreifend nach Bedarf so genannte Nesteldecken im Einsatz: 60x80 cm große Decken aus Baumwolle, Cord, Leder, Fell, Pelz oder Flanell mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Eingearbeitet in die Unikate sind beispielsweise Reißverschlüsse, Knöpfe, Kordeln, Krawatten, Wollfransen, aufgesetzte Hemdsärmel, Fototaschen, Perlen, Münzen und knisternde Gegenstände. Das Nesteln und Fühlen wirkt besänftigend und fokussierend, es hat eine aktivierende Wirkung auf die Erkrankten.

Die Stationsärzte

Ihr erster ärztlicher Ansprechpartner auf der Station ist der Stationsarzt. Falls Sie bereits über Unterlagen vorangegangener Untersuchungen und Behandlungen verfügen, bringen Sie diese bitte mit. Auch Medikamente, die Sie regelmäßig eingenommen haben, sind für uns wichtig. Um Wechselwirkungen zu vermeiden, nehmen Sie mitgebrachte Medikamente bitte nie ohne Rücksprache mit dem Stationsarzt ein! Der Stationsarzt plant mit Ihnen die medizinische Behandlung und bespricht diese Schritt für Schritt mit dem Oberarzt bzw. dem Chefarzt.
Als Patient können Sie viel zum Erfolg Ihrer Behandlung beitragen. Schildern Sie uns Ihre Beschwerden so offen und genau wie möglich. Bitte haben Sie keine Scheu. Ihr Arzt unterliegt der Schweigepflicht und behandelt alle Informationen streng vertraulich.

 

Die Visite

Bei der Visite stellen wir Sie in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Ihr Arzt und alle, die an Ihrem Genesungsprozess beteiligt sind, kommen zu Ihnen. In der Visite besprechen wir gemeinsam den bisherigen Verlauf Ihrer Behandlung und klären, welche weiteren Schritte unternommen werden sollen. Sagen Sie uns, wie Sie sich fühlen und was in Ihnen vorgeht. Bitte fragen Sie uns, was Ihnen unklar ist oder was Sie erklärt haben möchten. Der Moment der Visite ist aufregend. Vielen Patienten fällt oft erst hinterher wieder ein, was sie eigentlich unbedingt noch ansprechen wollten. Ein Tipp: Machen Sie sich vor der Visite Notizen oder besprechen Sie mit Ihrer Pflegekraft, was Ihnen auf dem Herzen liegt.
Unser Sozialdienst führt regelmäßig so genannte Sozialvisiten durch. So können wir frühzeitig erkennen, ob und in welchen Bereichen Sie nach Ihrer Entlassung noch Unterstützung benötigen und diese frühzeitig einleiten.

Untersuchungen in anderen Abteilungen

Nicht immer finden alle Untersuchungen und Anwendungen auf Ihrer Station statt. Manchmal wird Ihr Arzt Untersuchungen in anderen Fachabteilungen anordnen oder Sie haben einen Termin im Physio K – unserem großen Therapiezentrum für Physikalische Medizin. Unser freundlicher Patientenbegleitdienst hilft Ihnen gerne bei der Orientierung in unserem Haus oder begleitet Sie bei Bedarf zu Untersuchungen oder Anwendungen.

Bitte informieren Sie immer Ihr Pflegeteam, bevor Sie die Station verlassen.


Besuchszeiten

Wir möchten allen Patienten den notwendigen Aufenthalt bei uns so angenehm wie möglich machen. Deshalb bitten wir Sie, folgende Regeln zu beherzigen: In unserem Krankenhaus befinden sich Menschen, die sehr viel Ruhe benötigen. Bitte nehmen Sie auf Ihre Mitpatienten Rücksicht und halten Sie sich an die Mittagsruhe von 12 bis 14 Uhr.

Unsere Besuchszeit beginnt täglich um 9 Uhr und endet um 20 Uhr. Für eventuelle Ausnahmen wenden Sie sich bitte an Ihr Pflegeteam. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass entsprechend der gesetzlichen Vorgaben in allen Gebäuden unserer Klinik absolutes Rauchverbot herrscht.


Intensivstation

Unser Intensiv-Team ist mit modernsten technischen Hilfsmitteln rund um die Uhr für schwerstkranke Patienten im Einsatz. Dennoch steht nicht die Apparatemedizin, sondern der Mensch im Vordergrund. Angehörige sind bei uns willkommen, denn auch sie können eine wichtige Rolle im Heilungsprozess einnehmen. Unsere interdisziplinäre Intensivstation verfügt über insgesamt 20 Betten.

Speziell für die Nachbetreuung frisch operierter Patienten verfügt unser Haus über eine Zwischen-Intensivstation, die sogenannte Intermediate Care Einheit (IMC), in einem zusätzlichen Raum mit vier Überwachungsbetten und -Geräten sowie 24 Stunden-Diensten. Auch hier wird unseren Patienten rund um die Uhr volle Aufmerksamkeit garantiert. Die vier Überwachungsplätze ermöglichen eine permanente Kontrolle der Vitalfunktionen, die aufgezeichnet und bei Bedarf abgerufen werden können. Es gibt Überwachungsgeräte für Herz- und Kreislauffunktionen (EKG-Monitor, automatische Messung von Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz und Körpertemperatur).

Als Angehöriger / Besucher auf der Intensivstation

Während Ihres Besuches kann es vorkommen, dass Sie verunsicherndes Blinken oder Alarmtöne wahrnehmen. Alle Mitarbeiter wissen die Dringlichkeit der einzelnen Signale zu unterscheiden und handeln dementsprechend. Fragen hierzu beantworten wir Ihnen gerne. Manche Patienten berichten von einer veränderten Wahrnehmung während der Intensivbehandlung. Es kann vorkommen dass Patienten glauben, an einem anderen Ort zu sein, oder aktuelle Wahrnehmungen und Erinnerungen, Traum- und Wacherlebnisse sich vermischen. Erzählen Sie uns bitte, wenn Ihnen Veränderungen auffallen. Bei Schwerkranken kann es gelegentlich auch notwendig sein, einen künstlichen Tiefschlaf (Koma) einzuleiten. Ein weiteres wichtiges Behandlungsziel ist die Vermeidung und Behandlung von Schmerzen. Nehmen Sie, wenn Sie mögen, ruhig körperlichen Kontakt auf, wie beispielsweise das Halten der Hände. Vertraute Personen und Stimmen wirken meist beruhigend auf Ihren An- und Zugehörigen.

Besuche sind für Patienten sehr wichtig. Aufgrund therapeutischer Maßnahmen am Vormittag empfiehlt sich aus unserer Sicht der Nachmittag ab ca. 14.30 Uhr. Es gibt auch Übernachtungsmöglichkeiten für Sie. Informationen hierzu erhalten Sie bei Bedarf von unseren Mitarbeitern.

Beachten Sie aber bitte: Der Aufenthalt auf einer Intensivstation bedeutet für Patienten eine Ausnahmesituation, die sehr viel Kraft kostet. Bitte beschränken Sie Besuche auf wirklich nahestehende Personen. Kommen Sie maximal zu zweit auf die Intensivstation, auf der IMC (Zwischenintensivstation) bitte nur ein Besucher pro Patient. Zu Beginn empfehlen sich kurze, aber regelmäßige Besuche. Gerne beziehen wir Sie in die Pflege Ihres An- und Zugehörigen mit ein. Achten Sie bitte auf Ihre eigene Belastungsgrenze und auf die des Patienten. Aus hygienischen Gründen dürfen Sie leider keine Blumen mitbringen. Dagegen sind Musik, Bilder, Fotos, Hörbücher oder Lesestoff willkommen – natürlich auch persönliche Hilfsmittel, wie Brillen, Rasierer, Zahnprothesen und Hörgeräte. Auch die gewohnten Pflegemittel, wie Seife, Deo und Cremes, bringen ein Stück Normalität von daheim mit. Alle mitgebrachten Gegenstände müssen von uns dokumentiert werden. Dafür melden Sie sich bitte bei der zuständigen Pflegekraft. Wertgegenstände und Schmuck nehmen Sie bitte nach Rücksprache mit nach Hause. Aus Platzgründen können wir leider keine Koffer oder Taschen unterbringen.

Manche Patienten müssen aus medizinischen Gründen über eine Magensonde oder über Infusionen ernährt werden. Für Patienten, die essen und trinken dürfen, können Sie nach Rücksprache mit dem ärztlichen oder pflegerischen Personal auch gerne bevorzugte Getränke oder Speisen von Zuhause mitbringen. Teilen Sie uns die Vorlieben oder Abneigungen von Essen und Trinken des Patienten gerne mit!

Ansprechpartner

Bitte nennen Sie uns einen festen Ansprechpartner. Dieser erhält dann umfassende Informationen und kann sie an nahestehende Personen weiterleiten. Wenn Vollmachten, Patientenverfügungen oder Betreuungsdokumente vorhanden sind, bringen Sie diese bitte mit. Wenn Sie Fragen haben zum Thema Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung o.ä., sprechen Sie uns gerne an oder wenden Sie sich an unseren Sozialdienst. Informationen finden Sie auch im Internet unter www.bmjv.de.

Verhalten auf der Intensivstation

Bitte beachten Sie unsere Hygienevorschriften und desinfizieren Sie sich vor Betreten und nach Verlassen der Intensivstation die Hände. Aufgrund hygienischer Vorschriften ist es manchmal auch beim Kontakt zu Patienten nötig, Schutzkleidung zu tragen. Im Umgang mit der Schutzkleidung ist Ihnen das Pflegepersonal behilflich. Stellen Sie Ihr Mobiltelefon bitte lautlos. Kleine Kinder dürfen nur nach vorheriger Absprache mit Ärzten oder Pflegepersonal auf die Intensivstation kommen.


Hygiene

Ihre Sicherheit hat für uns Priorität. Der Körper ist anfällig für Infektionen, wenn das Immunsystem geschwächt ist und hat dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko. Dieses minimieren wir durch unsere strengen Krankenhaushygieneregeln. Wir richten uns dabei nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Laufende Kontrollen, Fortbildungen und Verbesserungen sorgen dafür, dass Sie sich bei uns sicher fühlen dürfen.

Die Anforderungen an die Krankenhaushygiene wachsen stetig weiter. Das Rotes Kreuz Krankenhaus ist bereits darauf eingerichtet

Bakterien finden sich überall in unserer Umwelt, an und in unserem Körper. Das ist von der Natur so vorgesehen und sogar für unsere Gesundheit unabdingbar. Aus verschiedenen Gründen haben jedoch viele Krankheitserreger Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt. Dadurch werden diese Medikamente, die ein wichtiges Standbein in der Behandlung von bakteriellen Infekten sind, zunehmend unwirksam. Deswegen wird bereits jetzt mit wachem Auge auf diese Erreger geschaut, auch im Krankenhaus.

Helfen Sie mit!

Auch Sie und Ihr Besuch können einen wichtigen Beitrag für die Hygiene in unserem Haus leisten.

Was Sie als Patient tun können:

  • benutzen Sie Papier- statt Stofftaschentücher und verwenden Sie diese nur einmal.
  • legen Sie keine Kleidungsstücke oder Handtücher auf den Fußboden.
  • trennen Sie Ihre persönlichen Gegenstände, besonders Hygieneartikel, von den Gegenständen Ihrer Mitpatienten.
  • berühren Sie keine frischen Operationsnähte oder venösen Zugänge, schauen Sie nicht unter Ihre Verbände. Es besteht sonst die Gefahr, dass Erreger in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen.
  • waschen Sie sich regelmäßig die Hände und nutzen Sie die Desinfektionsspender auf den Stationen und im Haus.
  • halten Sie sich bitte stets an die Anweisungen des Ärzte- und Pflegepersonals.

Was Sie als Besucher tun können:

  • desinfizieren Sie sich vor und nach Ihrem Besuch die Hände.
  • bringen Sie bitte keine Topfpflanzen mit. In der Erde befinden sich zahlreiche infektiöse Mikroorganismen.
  • verzichten Sie auf Besuche, wenn Sie oder Ihr Kind stark erkältet sind. Denken Sie bitte daran, dass besonders Kindergartenkinder häufig Infektionen in sich tragen. Bei Bedarf können Sie als Besucher einen Mundschutz erhalten.
  • bitte setzen Sie sich nicht zu dem Patienten auf das Bett.
  • kommen Sie bitte nicht in stark verschmutzter Arbeitskleidung.
  • in einigen Bereichen ist das Tragen von Schutzkleidung erforderlich. Das kann auf Intensivstationen oder in Patientenzimmern mit besonderen Infektionsrisiken der Fall sein. Beachten Sie bitte Hinweisschilder und folgen Sie notwendigen Anweisungen des Personals.

An vielen Punkten der Klinik stehen für Sie Desinfektionsspender bereit. Bitte nutzen Sie diese.

St. Pauli-Deich 24 • 28199 Bremen • Tel. 0421 / 55 99-0