Leistungsspektrum

Schmerzzentrum

Unsere schmerztherapeutischen Leistungen

  • Medikamentöse Schmerztherapie:
    Entzugsbehandlung von Schmerzmitteln und Opiaten
  • Interventionelle Schmerztherapie:
    Nervenwurzelblockaden, Sympathikusblockaden, Ganglionäre Opioidanalgesie (GLOA), Blockaden von Kopf- und Gesichtsnerven.
  • Psychologische Schmerztherapie:
    Verhaltenstherapie, Biofeedback, Patientenschulungen, Entspannungsübungen
  • Physiotherapeutische Komplexbehandlungen:
    Krankengymnastik, Ergotherapie, Kinesiotape, balneophysikalische Therapie
  • Therapieansätze:
    aus der traditionellen chinesischen Medizin und anthroposophischen Medizin
  • Kognitive Therapien:
    Motor learning, Spiegeltherapie

Die Behandlungsergebnisse vergleichen wir mit denen anderer Schmerzzentren, um die optimale Therapie gewährleisten und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Schmerztherapie an unserem Haus basiert auf wissenschaftlich validierten Programmen.


Bremer Arbeitskreis Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS)

Bremer Schmerzmediziner haben - unterstützt durch unterschiedliche Fachärzte, Neurowissenschaftler und Therapeuten - die Arbeitsgruppe ME/CFS ins Leben gerufen. Dr. Ulma, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin und Leiter des Bremer Schmerzzentrums am Rotes Kreuz Krankenhaus, ist Sprecher der im Mai 2021 gegründeten Gruppe. Ziel der Expert:innen ist es, Hilfestellung sowohl für Patienten (Kinder und Erwachsene) als auch für Ärzte rund um die Diagnostik und Therapie der in Deutschland noch wenig bekannten ME/CFS zu geben. Die Arbeitsgruppe möchte im Raum Bremen Diagnose-und Behandlungsstrukturen entwickeln und Aufklärungsarbeit leisten. Unterstützt wird die Arbeitsgruppe von Frau Prof. C. Scheibenbogen. Sie ist Leiterin der Immundefekt -Ambulanz der Berliner Charité und deutschlandweit anerkannte Spezialisten für ME/CFS.

ME/CFS – was ist das?

Muskelschmerzen, chronische Müdigkeit und vegetative Symptome sind Symptome der Myalgischen Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom. Die ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung mit einer über sechs Monate bestehenden, primären Fatigue-Symptomatik, Schmerzen am Bewegungsapparat, Beeinträchtigungen des autonomen und zentralen Nervensystems sowie Immunsymptome („grippiges Gefühl“). Charakteristisch kommt es bei den Patienten nach einer körperlichen Belastung zu langanhaltenden Beschwerden (postexertionelle Fatigue oder Malaise). Dies führt zu einer erheblichen Minderung der Leistungsfähigkeit im Alltag und zu psychischen und sozialen Beeinträchtigungen. Vieles spricht dafür, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung nach einer Virusinfektion handelt - aber auch schwere körperliche oder psychische Trauma können diese Erkrankung auslösen. Aktuell haben vermehrt auch jüngere Post-Covid-Patienten, die keine schwere Lungenentzündungen und daher einen eher milden Krankheitsverlauf hatten, eine anhaltende Fatigue-Symptomatik.

Über die ME/CFS ist wenig bekannt. Dies führt oft zu Fehldiagnosen und zu stigmatisierenden Fehleinschätzungen („Arbeitsverweigerer“/ „Simulant“/ „Rentenjäger“).Deutschlandweit sind ca. 300.000 Erwachsene und ca. 40.000 Kinder betroffen und es werden im Rahmen der Covid Pandemie sicherlich noch mehr Patienten werden. Aufgrund der ungeklärten Schmerzsituation werden die Patienten häufig in Schmerzambulanzen überwiesen, wo zunächst alle anderen relevanten Schmerzerkrankungen mit körperlichen oder psychosomatischen Ursachen ausgeschlossen werden müssen.

 

In der Klinik für Schmerzmedizin behandeln wir mit jahrelanger Erfahrung Patienten mit Gesichtsschmerzen, Migräne und anderen Kopfschmerzen, die in der hausärztlichen oder fachärztlichen Praxis nicht ausreichend gelindert werden können.

Schwerpunkt Migräne, Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen

Für die Diagnostik und Therapie der oftmals komplizierten Schmerzerkrankungen steht Ihnen ein Kompetenzteam bestehend aus Schmerztherapeuten, Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Psychologen, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen sowie Physiotherapeuten zur Verfügung. So kann die gesamte Bandbreite der Kopf- und Gesichtsschmerzen behandelt werden. Das therapeutische Spektrum reicht von der medikamentösen Therapie, Nervenblockaden, Botoxbehandlungen über Psychotherapie und Biofeedback bis zu Patientenschulungen sowie besonderen Physiotherapieverfahren bei Kopf- und Gesichtsschmerzen. 
Auch Medikamente, die ursächlich für die Kopfschmerzen sind – da sind oftmals Schmerzmittel - werden bei uns entzogen. Bestehen erhebliche Begleiterkrankungen, wird zu Ihrer Sicherheit die Entzugstherapie auf einer Überwachungsstation begonnen.

In regelmäßigen Teambesprechungen wird der Behandlungsverlauf des Patienten beurteilt und die weitere Therapie entsprechend angepasst. Bei bekanntem Clusterkopfschmerzen und bei Migräne stehen wir Ihnen auch kurzfristig zur Verfügung. Alle akuten und notfallmäßig auftretenden Kopfschmerzen müssen allerdings zuvor neurologisch beurteilt und die Behandlungsdringlichkeit abgeklärt werden. Wenden Sie sich dafür bitte an Ihren Neurologen oder an die Neurologische Klinik im Krankenhaus Bremen Ost.

In regelmäßigen Fortbildungen und Informationsveranstaltungen für Ärzte und Patienten informieren wir mehrmals im Jahr über die neusten Entwicklungen in der Diagnostik und Behandlung - nicht nur von - Kopf- und Gesichtsschmerzen.

QST: Nervenschmerzen messbar machen

Nervenschmerzen, in der Medizinersprache neuropathische Schmerzen genannt, entstehen durch Schädigungen großer oder kleiner Nervenfasern. Ursache können Nervenerkrankungen, Verletzungen wie beispielsweise Schnitte oder Operationen, aber auch Diabetes, Gürtelrose, Alkoholismus und Chemotherapien sein. Oft bleiben die Gründe dieser Erkrankung unbekannt. Im Schmerzzentrum des RKK haben Dr. Ulma und sein Team in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungsverbund ›Neuropathischer Schmerz‹ 2013 die Quantitative Sensorische Testung (QST) eingeführt. Dafür wurde eigens ein Labor eingerichtet. Hier testen die speziell ausgebildeten Fachkräfte die Funktionsfähigkeit der kleinsten Nervenfasern der Patienten und können so dem schmerzauslösenden Mechanismus auf die Spur kommen.

Die QST besteht aus 13 Einzeltests, die mithilfe spezieller Instrumente streng standardisiert durchgeführt werden. Gemessen werden Wahrnehmungs- und Schmerzschwellen für Kälte und Wärme (mit Elektroden), für Berührung (mit feinen Glasfasern, Watte, Pinsel), Druck (mit Druckmesser), spitze Schmerzreize (mit stumpfen Metallstiften) und Vibration (mit Stimmgabel). Die Tests finden jeweils im schmerzhaften Hautareal und auf der gegenüberliegenden, nicht schmerzhaften Körperseite statt. Die Ergebnisse werden mit den Daten von gesunden Versuchspersonen verglichen, die in der Datenbank des Deutschen Forschungsverbundes hinterlegt sind.

Mithilfe von QST kann herausgefunden werden, welcher Mechanismus dem Schmerz zugrunde liegt, die Ärzte können den Schmerz im Behandlungsverlauf kontrollieren. Daraus leiten sich heute schon einige Behandlungsempfehlungen ab. Die Forschung arbeitet nun daran, neue Arzneimittel zu entwickeln, die direkt in den Schmerzmechanismus eingreifen. Die QST-Methode verhilft aber auch dem Patienten zu der Gewissheit: »Ich habe eine Nervenerkrankung, sie ist diagnostizierbar und messbar und ich bilde sie mir nicht ein!«

St. Pauli-Deich 24 • 28199 Bremen • Tel. 0421 / 55 99-0