An dieser Stelle erzählen wir Ihnen persönliche Geschichten von Patientinnen und Patienten, denen wir im Rotes Kreuz Krankenhaus helfen konnten. Geschichten, die Mut machen.
„Ich konnte mir noch nicht mal mehr selbst die Schuhe zumachen“
Eine Knieprothese kann auch für jüngere Patient:innen notwendig werden, wenn zum Beispiel eine chronisch-entzündliche Erkrankung das Gelenk zerstört. Andreas Groen erzählt von seiner Rheuma-Erkrankung und der Behandlung im Endoprothetikzentrum des Rotes Kreuz Krankenhaus.
Als die ersten Schwellungen auftreten und die Fingergelenke immer steifer werden, ist Andreas G. 42 Jahre alt. Bald kann der Tiefbau-Gasmonteur aus Ostfriesland sein Werkzeug aufgrund der schmerzenden Hände nicht mehr bedienen. Auch Motorradfahren geht nicht mehr – und das als Vorsitzender des Motorradclubs Skydogs MC Rheiderland.
»Besonders im Winter, bei Kälte, war es extrem schlimm«, erinnert sich G.
Seine Hausärztin schickt ihn zur Rheumatologin nach Oldenburg – die bestätigt den Verdacht: Wie seine Mutter leidet Andreas G. unter schwerer rheumatoider Arthritis, der häufigsten entzündlichen Erkrankung von Gelenken. »Ich hatte immer eine gute Konstitution und war fast nie krank. Aber dann kamen diese ständigen Schmerzen, die Unbeweglichkeit – da war ich irgendwann mit den Nerven echt runter«, gibt der stattliche Motorradfan offen zu.
Andreas G. bekommt Rheumamedikamente und macht eine Reha. Es dauert eine Weile, bis die für ihn passenden Wirkstoffe gefunden sind und die Therapie greift. Seinen bisherigen Beruf kann er nicht mehr ausüben, deshalb macht er den Lkw-Führerschein. Für seinen neuen Arbeitgeber beliefert er Tankstellen mit Diesel und Benzin. Eineinhalb Jahre lang geht das Leben wieder seinen halbwegs normalen Gang, bis im Winter 2023 das linke Knie stark zu schmerzen beginnt. »Treppen steigen, zu Hause oder in den Lkw, auf dem Boden knien – das ging alles nicht mehr. Ich konnte mir noch nicht mal mehr selbst die Schuhe zumachen«, erzählt Andreas G. und betont: »Ohne meine Frau wäre ich aufgeschmissen gewesen.«
Weder die Rheuma- und Schmerzmedikamente noch Physiotherapie helfen. Erneute Röntgen- und MRT-Aufnahmen zeigen einen weit fortgeschrittenen Verschleiß (Arthrose) im Kniegelenk. Ob bei diesen Schäden auch der leichte Unfall mit dem Motorrad im Jahr 2000 noch eine Rolle spielt, lässt sich im Nachhinein nicht sagen. Klar ist: Künstlicher Gelenkersatz muss her – auch wenn der gelernte Heizungsbauer für so einen Eingriff ungewöhnlich jung ist.
Die Rheumatologin schickt den Ostfriesen ins Rotes Kreuz Krankenhaus, wo ›Skydog‹ Andreas G. im Mai ein neues Knie bekommt. Bereits wenige Tage nach dem Einsatz seiner Knieprothese macht er die ersten Schritte im Park am RKK. Sein Fazit wenige Wochen später: »Ich bin so was von froh, dass ich meine OP im RKK hatte. Ich habe keine Probleme oder starke Schmerzen gehabt.«
Sechs Wochen später geht Andreas G. bereits wieder mit seiner Frau und den Hunden spazieren. Nächstes Etappenziel: Motorradfahren!