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März 2004
Marina Schreiber
Konkav. Konvex. Konisch.

Wölbende Formen und leuchtkräftige Farben im Roten Kreuz Krankenhaus Bremen
Von Fruchtkörpern und Nacktschnecken über Seegurken bis hin zu Tiefseekakteen und Korallen. In seiner elften Ausstellung für zeitgenössische Kunst präsentiert das Rote Kreuz Krankenhaus Bremen vom 4. März bis zum 15. Juni 2004 insgesamt 46 Skulpturen und 30 Papierarbeiten der Künstlerin Marina Schreiber: Phantastische „Geschöpfe“ aus der Über- und Unterwasserwelt. Die Werke sind in dieser Zeit täglich von 7.00 bis 19.30 Uhr im Café K und auf dem Außengelände der Klinik zu sehen.
Zur Ausstellung
Die Künstlerin selbst beschreibt ihre Arbeiten als „biomorphe Abstraktionen“. Aus den Materialien Lindenholz und Polyester erschafft Marina Schreiber Figuren, die einer naturkundlichen Sammlung entsprungen zu sein scheinen. Doch der erste Eindruck trügt: Die Werke sind weder der Kategorie Tier noch Pflanze eindeutig zuzuordnen. Sie wölben sich, haben seltsame Ausbuchtungen und verkörpern damit etwas vollkommen Neuartiges, das schwer in Worte gefasst werden kann.
Die in Berlin lebende und arbeitende freie Künstlerin lässt sich von Formen, Farben und Mustern inspirieren, die es in der Natur zu entdecken gibt. Das Resultat ist faszinierend und erschreckend zugleich: Ihre Arbeiten entführen den Betrachter in den Zaubergarten von Alices Wunderland, lassen ihn aber auch die Welt modernster Biotechnologie betreten.
Neben der Varianz der Formen zeichnet auch die Oberflächengestaltung den individuellen künstlerischen Stil Schreibers aus. Mit bunten Farbschichten verleiht sie ihren Werken eine leuchtkräftige Haut. Ihre Vorliebe für Stofflichkeit und ihre Lust am Entdecken der Natur lässt ihre Kunst in die Nähe der Niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts rücken.
Zur Künstlerin Marina Schreiber
Die anhaltend erfolgreiche Präsenz auf dem nationalen und internationalen Kunstmarkt belegt die wachsende Popularität der Künstlerin. Grund dafür ist u.a. die Aktualität ihrer Bildhauerei. So setzt sich Schreiber in ihren Werken mit den neuesten Entwicklungen der Naturwissenschaften auseinander. Mit der Verarbeitung des von ihr bevorzugten Materials Lindenholz vollzieht sie jedoch bewusst einen Schritt zurück in eine Arbeitsweise, die Fortschritt nahezu ausblendet: Die Künstlerin besinnt sich auf die alte Technik der Herrgottschnitzer zurück. Sie setzt ihre Skulpturen aus zugeschnittenen Holzteilen zusammen, verleimt, schleift, formt und poliert diese. Nach einer Kreidegrundierung erhalten die Skulpturen dann ihre farbige Fassung.
Seit 1990 dokumentieren zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland (u.a. Berlin, Frankfurt, Hannover, Mailand, Klagenfurt) die künstlerische Laufbahn Marina Schreibers.
Kurzbiografie der Künstlerin Marina Schreiber
- 1958
- geboren in Hannover. Studium der Bildhauerei in Hannover und Berlin
- 1988
- Diplom
- 1990
- Stipendium „Villa Serpentana“ der Akademie der Künste Berlin, in Olevano Romano Italien
- 1996
- Brita-Kunstpreis, Taunusstein, Stipendium der Käthe-Dorsch-Stiftung in Berlin
- 2001
- Stipendium der Stiftung Kulturfond im Künstlerhaus Lukas im Ahrenshoop, lebt und arbeitet in Berlin
Marina Schreiber: Konkav. Konvex. Konisch.
Ausstellung vom 4. März bis 15. Juni 2004
