Kardiologie

Unser Leistungsspektrum

Die 24-Stunden Rufbereitschaft, erfahrene Ärzte und ein hochmodernes, strahlungsarmes Herzkatheterlabor sichern die professionelle Behandlung auf dem neuesten medizinischen Stand.

Die Räume der kardiologischen Praxis und des Herzkatheterlabors sind über einen speziellen Aufzug mit der Notaufnahme unseres Krankenhauses verbunden.

Unsere Leistungen in Kürze

  • Diagnostik und Therapie des akuten koronaren Syndroms
  • Diagnostik und Therapie der stabilen Angina pectoris
  • Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz
  • Komplexe koronare Eingriffe
  • Koronare Funktionsdiagnostik (intravaskulärer Ultraschall, Messung der fraktionellen Koronarflussreserve)
  • Interventionelle Behandlung der Mitralinsuffizienz (Mitralklappen-Clipping)
  • Interventioneller Verschluss von persistierendem Foramen ovale bei kryptogenem Insult
  • Interventioneller Verschluss von Vorfhofseptumdefekten
  • Interventioneller Verschluss des linken Vorhofohrs bei Vorhofflimmern
  • Schrittmacherimplantation
  • Implantation Kardioverter/Defibrillator
  • Kardiale Resynchronisierungstherapie
  • Spezialsprechstunde Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)

Was passiert im Herzkatheterlabor

“Herzkatheter” ist ein sehr allgemeiner Ausdruck für eine Untersuchung des Herzens und kann verschiedene Untersuchungsverfahren bedeuten. In der Regel ist aber damit die Untersuchung der Herzkranzgefäße unter Verwendung von Röntgenkontrastmitteln gemeint.

Diese Untersuchung wird auch Linksherzkatheter, Koronarangiografie oder “Großer Herzkatheter” genannt. Großer Herzkatheter deshalb, weil die Untersuchung über eine Schlagader (Arterie) durchgeführt wird. Das bedeutet, dass nach der Untersuchung in der Regel ein Druckverband angelegt werden muss und für mehrere Stunden strenge Bettruhe besteht. Im Gegensatz dazu wird der “Kleine Herzkatheter” (Rechtsherzkatheter) über eine Vene durchgeführt. Zur kardialen Bildgebung stehen hochmoderne „strahlensparende“ Herzkatheteranlagen (bis zu 70% geringe Strahlendosis gegenüber herkömmlichen Anlagen) und die 3-dimensionale Echokardiographie zur Verfügung.

Ein Herzinfarkt-Patient bleibt nach der OP ein bis zwei Tage zur Überwachung auf der Intensivstation des RKK oder wird dort in der so genannten IMC-Einheit überwacht. Danach kann er sich noch einige Tage auf einer Normalstation erholen, bevor die Rehabilitationsmaßnahmen beginnen. Beruhigend zu wissen: Kommt der Patient später zur Nachbehandlung und zur regelmäßig notwendigen Kontrolle ambulant in die kardiologische Praxis im Forum K, trifft er dort den Kardiologen wieder, der ihn auch operiert hat.

Herzkatheterdiagnostik

  • Koronare Herzerkrankung (ggf. ergänzt durch intravaskulären Ultraschall oder durch Messung der Fraktionierter-Flußreserve zur sofortigen Ischämiediagnostik)
  • Kardiomyopathien (mit Herzmuskelbiopsie)
  • Myokarditis
  • Erworbene und kongenitale Vitien
  • Pulmonale Hypertonie

Herzkathetertherapie

  • Ballondilatation / Stentimplantation
  • Medikamenten-beschichtete Stents
  • Medikamenten-beschichtete Ballons
  • Mehrgefäß- und Hauptstamminterventionen
  • Interventionelle Therapie akuter koronarer Syndrome z.B. Herzinfarkte
  • Extrakorporales Herzunterstützungssystem
  • Intraaortale Ballongegenpulsation
  • Vorhofohrverschluss
  • Interventioneller Verschluss eines Vorhofseptumdefektes
  • Schrittmacherimplantationen
  • Defibrillatorimplantationen
  • Renale Denervation bei resistenter Hypertonie

Selbst auflösende „BIO-Stents“

Etwa zehn bis 20 Prozent aller Patienten mit symptomatischen Durchblutungsstörungen des Herzens – vor allem aber jüngere Herzpatienten, zu denen durchaus auch noch 50 bis 60-Jährige zählen – können vom so genannten BIO-Stent profitieren.

Prof. Blindt und sein Team setzen im März 2013 die erste sich selbst auflösende Gefäßstütze, einen so genannten bioresorbierbarer Stent, im Herzkatheterlabor der Kardiologie im Rotes Kreuz Krankenhaus ein - als erste Herzexperten in Bremen. Hintergrund: Eine koronare Herzerkrankung besteht nach der Versorgung mit einem Stent trotzdem weiter. Durch den Einsatz üblicher Stents verbleibt gleichzeitig immer eine gewisse Menge Metall im Herzen, das einen Störfaktor in der Wand des Herzkranzgefäßes darstellen kann. Über die Jahre kann dies gerade bei jüngeren Patienten ein Problem werden – auch ein Bypass ist unter Umständen mit Stents schwieriger an zu legen.

Mit dem Einsatz des sich selbst auflösenden Stents soll der Selbstheilungsprozess der Gefäße angestoßen werden. Verkalkungen, die sich in der Gefäßwand sammeln, zerstören die Innenhaut des Gefäßes. Das kann zu verminderter Durchblutung, Gefäßentzündungen und bei Einreißen der Innenhaut im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen. Um das Gefäß langfristig offen zu halten, bedarf es nicht in jedem Fall einer dauerhaften Stütze. Das Medikament, mit dem der selbst auflösende Stent innen beschichtet ist, kann die elastische Beweglichkeit der Herzkranzgefäße wieder herstellen und den Heilungsprozess in Gang bringen. Eine gesunde Gefäßinnenwand ist das Ziel. Der Träger ist dann überflüssig und löst sich innerhalb von etwa zwei Jahren auf - der natürliche Aufbau der Gefäße bleibt so erhalten. Die Grundsubstanz der bioresorbierbaren Stent-Hülle besteht aus Polymilchsäure. Innen ist er beschichtet mit dem Medikament Everolimus, welches auch in der Transplantationsmedizin angewendet wird. Weitere Vorteile des bioresorbierbaren Stents: Es bleibt kein Material in der Koronararterie zurück, Metallstreben können nicht überstehen, die Durchblutung von kleinen Seitenästen wird nicht behindert, das Risiko späterer Thrombosen im Stent reduziert sich. Kein verbliebenes Metall kann bei später notwendigen Computer- oder Kernspintomografien die Sicht und damit Diagnostik beeinflussen: Überflüssige neue Herzkatheteruntersuchungen werden so vermieden.

Von der Forschung in den OP

Ende der 90er Jahre begannen die Japaner mit Studien zum Einsatz von Milchsäure-Stents, auch „essbare Stents“ genannt. Zeitgleich wurde dieses Konzept am Universitätsklinikum Aachen zusammen mit den ingenieurwissenschaftlichen Instituten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen im interdisziplinären Forschungszentrum BIOMAT (Biomaterialien) umgesetzt. Leiter der Arbeitsgruppe war der damalige Oberarzt der Medizinischen Klinik, Dr. Rüdiger Blindt. 13 Jahre lang hat er die Entwicklung des bioresorbierbaren Stents erforscht, begleitet und vorangetrieben. Seit 2012 kommt der neue bioresorbierbare Stent in großen Universitären Zentren Deutschlands zum Einsatz. Als ausgewiesene Experten waren Prof. Blindt und seine Kollegen im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen die ersten Kardiologen, welche diese von den Krankenkassen als neue Behandlungsmethode akzeptierte Innovation einsetzen durften.

Etwa zehn bis 20 Prozent aller Patienten mit symptomatischen Durchblutungsstörungen des Herzens – vor allem aber jüngere Herzpatienten, zu denen durchaus auch noch 50 bis 60-Jährige zählen – können vom so genannten BIO-Stent profitieren. Aufgrund der hohen Lebenserwartung ist das Risiko eines erneuten Eingriffs bei ihnen erhöht. Dieser gelingt sowohl interventionell als auch chirurgisch leichter, wenn kein metallischer Fremdkörper stört. Ebenfalls günstig ist der Stent für Patienten, bei denen invasive Nachuntersuchungen Schwierigkeiten machen können, beispielsweise bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen. Auch Patienten, die dauerhaft blutverdünnende Mittel wie Marcumar nehmen oder schwierig zu punktieren sind, profitieren vom neuen Stent, da radiologische Bildgebungsverfahren wie Computer- und Magnetresonanztomografie ohne Störeinfluss angewendet werden können.


Weitere Leistungen:

Komplexe Kardiale Eingriffe

Zu den komplexen kardialen Interventionen zählen zum Beispiel Eingriffe bei Patienten mit koronaren Mehrgefäßerkrankungen, Bifurkationsstenosen und Hauptstammstenosen. Bei diesen komplexen Eingriffen kommen zur optimalen Therapieplanung unterstützende diagnostische Verfahren wie der intravaskuläre Ultraschall (IVUS) und die intrakoronare Flussmessung (FFR) zum Einsatz. Außerdem zählen dazu der interventionelle Verschluss von Vorhofseptumdefekt (PFO/ASD) und der Verschluss des Vorhofsohrs bei Patienten mit Vorhofflimmern.

Schrittmacher-/Defibrillatorimplantationen/Resynchronisationstherapie

Bei langsamen Herzrhythmusstörungen kann die Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich sein. Sollte ein hohes Risiko für das Auftreten von gefährlichen schnellen Rhythmusstörungen bestehen, kann die Implantation eines Defibrillators (ICD) notwendig werden. Im Herzkatheterlabor werden insbesondere auch Dreikammer-Schrittmachersysteme (Resynchronisationstherapie, CRT) bei Patienten mit Herzschwäche und bestimmten Reizleitungsstörungen eingesetzt.


Netzwerk Lungenhochdruck

2010 gründeten das Rotes Kreuz Krankenhaus und die Praxis Kardio Bremen das Netzwerk Pulmonale Hypertonie, um die Versorgung von Lungenhochdruck-Patienten in Bremen und dem Umland zu verbessern. Lungenhochdruck ist ein schwer diagnostizierbares Leiden mit schlechter Behandlungsprognose. Bei Lungenhochdruck sind die Blutgefäße der Lunge verengt, wodurch der Blutdruck in den Lungengefäßen zwischen rechter und linker Herzkammer ansteigt. Dies führt zu einer Durchblutungsstörung der Lunge. Die Sauerstoffaufnahme ist verschlechtert und die rechte Herzkammer wird zunehmend überlastet.
Unbehandelt schreitet die Krankheit bis zum Tod durch Herzversagen fort. Die Krankheit beginnt zunächst schleichend. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website www.ph-bremen.de und beim gemeinnützigen Selbsthilfeverein www.phev.de

Ein weiterer innovativer Baustein der Kooperation ist der nephrologische Schwerpunkt der Medizinischen Klinik im RKK. Denn was viele Menschen nicht wissen: Bei einem Drittel aller Herzpatienten arbeiten die Nieren nur eingeschränkt. Das frühe Hinzuziehen der Nierenexperten kann irreparable Schäden am Nierensystem und damit eine Dialyse von vornherein verhindern. Auch Rheumakranke haben teilweise ein erhöhtes kardiologisches Risiko – ein weiterer Vorteil der Kooperation zwischen kardiologischer Praxis und Rotes Kreuz Krankenhaus, denn das Bremer Rheumazentrum ist hier beheimatet.

Spezielle Kardiale Bildgebung

Bei der Diagnostik von Herzkrankheiten spielt eine genaue bildliche Darstellung eine wichtige Rolle. Je genauer die Diagnostik, desto exakter kann die Diagnosestellung und die angepasste Therapie erfolgen.

Transösophageale Echokardiografie oder Schluckecho

Dieses dient der genauen Beurteilung von Herzklappen, Scheidewänden und feinen Strukturen im Inneren des Herzens, wenn die normale Echokardiografie von aussen nicht ausreicht, und bei besonderen Fragestellungen, wie z. B. Herzklappenerkrankungen, Scheidewanddefekten, Schlaganfällen und Herzklappenentzündungen.. Dabei wird eine Ultraschallsonde in die Speiseröhre eingeführt, ähnlich wie bei einer Magenspiegelung. Dieses geschieht unter Überwachung und in kurzer Rauschnarkose.

3-dimensionale Echokardiographie

Für die kardiale Bildgebung steht uns eines der modernsten Echokardiographiegeräte zur Verfügung, das auch 3-dimensionale Bilder des Herzens erzeugen kann. Die 3-dimensionale Echokardiographie erlaubt eine optimale Erkennung von bestimmten Herzfehlern und unter Belastungsbedingungen eine akkurate Diagnose von Durchblutungsstörungen des Herzens. Eine besondere Rolle spielt die 3-dimensionale Echokardiographie auch bei den komplexen kardialen Interventionen wie z. B. dem Verschluss eines Vorhofseptumdefektes bzw. eines Vorhofsohres.

Stressechokardiografie

Wenn ein Belastungs-EKG nicht ausreicht oder nicht möglich ist, kann mit einer Echokardiografie unter Belastung weiter geklärt werden, ob ein Herzkatheter oder ein Koronareingriff sinnvoll ist oder ob die Herzkranzgefäße im Wesentlichen ausreichend arbeiten. Die Belastung beim Stressecho kann durch körperliche Arbeit auf dem Ergometer (physikalisches Stressecho), durch Medikamenteninfusion (Dobutamin-Stressecho) oder durch Schrittmacherstimulation bei Schrittmacherträgern erzeugt werden.

Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kann durch verschiedene Herzerkrankungen verursacht werden. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser Herzerkrankungen kann eine Herzinsuffizienz verhindern. Bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz steht ein breites Spektrum an therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung.

St. Pauli-Deich 24 • 28199 Bremen • Tel. 0421 / 55 99-0