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Aktuell

So, 18.02.2007

Rotes Kreuz Krankenhaus-Küchenchef Pierre Tourneux übergibt den Kochlöffel an seinen Nachfolger Michael Winne

32 Jahre im Dienste des guten Geschmacks

Pressebild: Pierre Tourneux (li) und Michael Winne

Mehr als drei Jahrzehnte war er im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) zuständig für den Einkauf, die Zubereitung und den reibungslosen Ablauf bei der Ausgabe von bis zu 600 Essen täglich – nicht nur für die Patienten auf den Stationen. Auch die Patienten, Ärzte, Fachpersonal und Gäste im Café K des RKK versorgte Pierre Tourneux mit seinen abwechslungsreichen Kochkünsten. Nun freut sich der 60-jährige Küchenchef a. D. auf den wohlverdienten Vorruhestand.

Die Liste der Highlights, die Pierre Tourneux in seiner Zeit als Küchenchef im RKK aus der Kochmütze zauberte, ist lang: Das sommerliche Grillen auf der Terrasse des Café K, Cateringservice zur Kohl und Pinkel-Zeit, der sonntägliche Brunch mit klassischer Musik oder die üppigen Buffets zu besonderen Anlässen sind bei Mitarbeitern und Gästen in bester Erinnerung. Kleine Katastrophen meisterte er gekonnt: „Eine kaputte Spülanlage – vier Tage lang, das war eine echte Herausforderung. Mit acht Hilfskräften haben wir im Schichtdienst gespült – wir wollten schließlich nicht, dass unsere Gäste von Plastiktellern essen müssen“, erzählt Tourneux. Lächeln muss der beliebte Ex-Chef auch bei der Erinnerung an das langsam steigende Bewusstsein für Vollwertkost vor 20 Jahren. „Meine Kollegen haben mich für verrückt erklärt, als wir im RKK frische Keimlinge in Kochkesseln selbst gezogen haben.“ Neben Neuerungen im Speiseplan verhalf Pierre Tourneux dem RKK als erstem Krankenhaus Norddeutschlands 1998 zu einem eigenen Hostessenservice: Mit Hilfe von kleinen tragbaren Computern (PenPads) nehmen freundliche Hostessen die Essenswünsche der Patienten täglich digital auf und sorgen so dafür, dass die Schwestern und Pfleger mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben.

Seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, Reisen – bevorzugt nach Frankreich – und nicht zuletzt der zweijährige Enkel werden den Ruheständler in der kommenden Zeit auf Trab halten. Das häusliche Küchenregiment teilt er ab jetzt mit seiner Frau: „Wir machen den Haushalt gemeinsam und wir kochen auch zusammen – das klappt prima“, erzählt der Delmenhorster.

Auch wenn Pierre Tourneux im RKK am liebsten seine eigenen geschmacklichen Favoriten auftischte – um den „SchniPo-Tag“ kam er nicht herum: Auf Wunsch der Mittagsgäste gibt es seit Jahren jeden Mittwoch von 11.45 bis 13.30 Uhr Schnitzel und Pommes im Café K „Das wird natürlich so bleiben“, versichert der neue Küchenchef Michael Winne. „Vielleicht bauen wir das Konzept aus und bieten noch mehr Schwerpunkttage an.“

Der „Neue“ ist eigentlich ein „Alter“ – der gebürtige Bremer Michael Winne arbeitete schon 1980 als Koch während seiner Meisterausbildung fünf Jahre im RKK. Danach engagierte er sich als Küchenmeister beim Bildungswerk Niedersächsischer Volkshochschulen in Bassum und der Diakonie Freistatt in Weyhe. Zeitgleich betreute er ein Ausbildungsrestaurant, eine Kantine und zwei Seminarhausküchen. „Es ist eine große Herausforderung, eine Krankenhausküche inklusive Cafébetrieb attraktiv und wirtschaftlich selbständig zu betreiben. Viele andere Kliniken arbeiten heute mit externen Cateringdiensten, die das fertige Essen anliefern. Bei uns ist alles handgemacht und frisch. Wir können beispielsweise Frühstücks- und Abendbuffets anbieten und sehr flexibel auf die Wünsche der Gäste eingehen“, beschreibt der leidenschaftliche Koch seine Motivation für den neuen Job. Um den Gästen des Café K den Chefwechsel zu versüßen, hat Michael Winne sich etwas Besonderes einfallen lassen: Am 01.03.2007 wird er jedem Mittagsgast im Café K gratis ein „ganz persönliches Dessert“ kreieren!


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