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Fr, 09.05.2014

Nervenschmerzen messbar machen

Neue Diagnostikmethode im Bremer Schmerzzentrum am Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) hilft, Schmerzen zu verstehen und zu klassifizieren

QST Messung

„Es war lange Zeit ein medizinisches Rätsel, warum die herkömmlichen Schmerzmittel bei einer Vielzahl der Schmerzpatienten nicht helfen, sagt Dr. Joachim W. Ulma, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin und des Bremer Schmerzzentrum am RKK. „Während Schädigungen der dicken Nerven durch das Messen der Nervenleitgeschwindigkeit sehr wohl festgestellt werden können, entziehen sich die kleinsten Nervenfasern (small fiber) in der Haut der Routinediagnostik – dabei spielen gerade diese bei Nervenschmerzen und deren Therapie eine wichtige Rolle“, betont der Schmerzexperte.

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) entstehen durch Schädigungen großer oder kleiner Nervenfasern. Ursache können Nervenerkrankungen, Verletzungen wie Schnitte oder Operationen aber auch Diabetes, Gürtelrose, Alkoholismus und zunehmend Chemotherapien sein. Oft bleiben die Gründe für die Erkrankung unbekannt. Am Rotes Kreuz Krankenhaus haben Dr. Ulma und sein Team in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungsverbund „Neuropathischer Schmerz“ (DFNS) die Methode der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) eingeführt und ein Labor eingerichtet. Hier testen die speziell ausgebildeten Fachkräfte die Funktionsfähigkeit der kleinsten Nervenfasern der Patienten.

QST Messung

„Es war lange Zeit ein medizinisches Rätsel, warum die herkömmlichen Schmerzmittel bei einer Vielzahl der Schmerzpatienten nicht helfen, sagt Dr. Joachim W. Ulma, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin und des Bremer Schmerzzentrum am RKK. „Während Schädigungen der dicken Nerven durch das Messen der Nervenleitgeschwindigkeit sehr wohl festgestellt werden können, entziehen sich die kleinsten Nervenfasern (small fiber) in der Haut der Routinediagnostik – dabei spielen gerade diese bei Nervenschmerzen und deren Therapie eine wichtige Rolle“, betont der Schmerzexperte.

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) entstehen durch Schädigungen großer oder kleiner Nervenfasern. Ursache können Nervenerkrankungen, Verletzungen wie Schnitte oder Operationen aber auch Diabetes, Gürtelrose, Alkoholismus und zunehmend Chemotherapien sein. Oft bleiben die Gründe für die Erkrankung unbekannt. Am Rotes Kreuz Krankenhaus haben Dr. Ulma und sein Team in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungsverbund „Neuropathischer Schmerz“ (DFNS) die Methode der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) eingeführt und ein Labor eingerichtet. Hier testen die speziell ausgebildeten Fachkräfte die Funktionsfähigkeit der kleinsten Nervenfasern der Patienten.

„Wir können mit Hilfe von QST herausfinden, welcher Mechanismus dem Schmerz zu Grunde liegt und ihn im Behandlungsverlauf kontrollieren. Daraus leiten sich heute schon einige Behandlungsempfehlungen ab“, fasst Ulma den Nutzen der neuen Diagnostikmethode zusammen. Die Forschung arbeitet nun daran, neue Arzneimittel zu entwickeln, die direkt in den Schmerzmechanismus eingreifen. „QST hilft Ärzten und Forschern enorm, die neuropathischen Schmerzen zu verstehen und die Schmerzbehandlung auf bessere Beine zu stellen.

Sie verhilft aber auch dem Patienten zu der Gewissheit: Ich habe eine Nervenerkrankung, sie ist diagnostizierbar und messbar und ich bilde sie mir nicht ein!

Quantitative sensorische Testung (QST)

Die Quantitative Sensorische Testung (QST) besteht aus 13 Einzeltests, die mit Hilfe einfacher Instrumente streng standardisiert durchgeführt werden. Gemessen werden Wahrnehmungs- und Schmerzschwellen für Kälte- und Wärme (Elektroden), für Berührung (feine Glasfasern, Watte, Pinsel), Druck (Druckmesser), spitze Schmerzreize (stumpfe Metallstifte) und Vibration (Stimmgabel). Die Tests finden jeweils im schmerzhaften Hautareal und auf der gegenüber liegenden, nicht- schmerzhaften Körperseite statt. Die Ergebnisse werden mit den Daten von gesunden Versuchspersonen verglichen, die in der Datenbank des Deutschen Forschungsverbundes hinterlegt sind.

Veranstaltungsankündigung

„Patientenakademie Schmerz“ am Mittwoch, 14. Mai von 17-19 Uhr
Informationsveranstaltung im Tagungszentrum Forum K am Rotes Kreuz Krankenhaus, St.-Pauli-Deich 24, für Betroffene und Interessierte. Das Bremer Schmerzzentrum informiert über Neuigkeiten in der Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzen, speziell Nervenschmerz und QST-Messung, Morbus Sudek, Rücken- und Rheumaschmerz.
Referent: Dr. Joachim Ulma, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin – Schmerzzentrum am RKK. Chefarzt und Team des Schmerzzentrums stehen für Fragen zur Verfügung.
Eintritt frei, telefonische Anmeldung erbeten unter Tel. 0421 55 99 304.

Foto zum Download: Dr. Joachim Ulma erklärt Patient Daniel Schwerweit QST-Messung

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St. Pauli-Deich 24 • 28199 Bremen • Tel. 0421 / 55 99-0